Erschienen in: 06/ 2005 MOTORRAD

Gebrauchtkauf-Tipps zur Besichtigung und Probefahrt

Recht beim Kauf gebrauchter Motorräder

Ralph Andreß, Rechtsanwalt in der Kanzlei Herrmann, Gass & Kollegen in Heilbronn, zur Gewährleistung bei Gebrauchtmotorrädern.

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Motorrad in Scheune Gebrauchtkauf

Wer sein neues Motorrad gebraucht kauft, sollte über seine Rechte bei Besichtigung, Probefahrt und Vertragsabschluss informiert sein.  

Foto: Sdun  

Worin besteht der Unterschied zwischen Gewährleistung und Garantie bei einem gebraucht gekauften Motorrad?
Als Gewährleistung bezeichnet man den gesetzlichen Anspruch des Käufers, dass das gekaufte Motorrad keine Sach- und Rechtsmängel hat. Unter einer Garantie versteht man die freiwillige Zusicherung des Verkäufers, für bestimmte Eigenschaften einzustehen. Eine Garantie tritt neben die gesetzlichen Gewährleistungsansprüche.

Muss auch bei Privatverkäufen eine Art Gewährleistung gegeben werden?
Die gesetzlichen Regelungen gelten auch bei Privatverkäufen. Hier kann allerdings die Gewährleistung ausgeschlossen werden. Damit der Verkäufer später nachweisen kann, dass die Gewährleistung tatsächlich ausgeschlossen wurde, sollte dies immer schriftlich und ausdrücklich im Kaufvertrag erfolgen. Anders beim Kauf vom Händler, der kann die Gewährleistung bei gebrauchten Motorrädern nicht ausschließen, sondern nur von zwei Jahren auf ein Jahr verkürzen.

Was macht man, wenn das kürzlich gekaufte, gebrauchte Motorrad nach wenigen 100 Kilometern einen kapitalen Motorschaden erleidet?
Fein raus ist der, der sein Gebrauchtmotorrad beim Händler gekauft hat. Für die ersten sechs Monate ab dem Kauf gilt die Vermutung, dass die »Anlage« für den Motorschaden schon bei Übergabe vorhanden war. Das Gegenteil wird der Händler schwer beweisen können. Nach Wahl des Käufers – nicht des Händlers – muss dieser reparieren, ein neues Motorrad liefern, das defekte Motorrad zurücknehmen oder einen Teil des Kaufpreises zurückzahlen. Anders sieht es beim Privatkauf aus. Der Verkäufer kann einmal die Gewährleistung komplett ausschließen, zum anderen gilt die Beweislastumkehr nicht. Der Käufer muss beweisen, dass die »Anlage« zum Motorschaden beim Verkauf schon vorgelegen hat. Bei geringer Laufleistung mag dies noch möglich sein, nach ein paar tausend Kilometern wird dies fast unmöglich.

Angenommen, es stellt sich heraus, dass es sich bei dem gebrauchten Motorrad um ein Unfallmotorrad handelt, obwohl dies im Kaufvertrag dementiert wurde: Hat der Käufer dann ein Recht, das Motorrad zurückzugeben?
Der verschwiegene Unfall stellt einen Sachmangel dar, erst recht, wenn im Kaufvertrag Unfallfreiheit zugesichert ist. Der Käufer kann deshalb vom Vertrag zurücktreten und das Motorrad gegen Rückzahlung des Kaufpreises zurückgeben, § 437 Abs. 1 Nr. 2 BGB.


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04.03.2005 |  Artikel drucken | Senden | Kommentar

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