Gebrauchtmarkt Kawasaki ZX-6R

Zwar geht der bekannte Supersportler wie der Teufel, dennoch taugt die meist giftgrüne Kawasaki sogar für den Alltag und die Urlaubsreise.

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Die 1995 erschienene Kawasaki ZX-6R zählt bis heute zu den beliebtesten und erfolgreichsten 600er-Sportlern. In Vergleichstests sorgte der kräftige, laufruhige Motor mit seinem heiseren Fauchen im Zusammenspiel mit dem komfortablen Fahrwerk und den tollen Bremsen stets für Spitzenplätze. Besonders erwähnenswert ist die für einen Sportler vergleichsweise bequeme Sitzposition, die auch längere Etappen nicht gleich zur Tortur ausarten lässt. Wer sich also für eine 600er für den Alltag interessiert, die eine Urlaubsreise ebenso mitmacht wie gelegentliche Ausflüge auf die Rennstrecke, der ist mit einer gebrauchten ZX-6R bestens bedient. Außer den üblichen Checkpunkten sollten Gebrauchtkäufer verstärkt auf verschlissene Bremsscheiben sowie die rost-anfällige Auspuffanlage schauen – Ersatz ist nicht ganz billig. Sturzspuren an Lenker, Auspuff oder Verkleidung (am besten auch einen Blick unter die Verkleidung werfen) drücken den Preis und mahnen zur Vorsicht (Rahmenschaden?). Farb-Faible: Die grünen Kawa-Modelle werden meist um ein paar hundert Euro höher gehandelt als ihre andersfarbig lackierten Schwestern.

Motor: Der Vierzylinder gilt als langlebig, typische Schwächen sind nicht bekannt. Voraussetzung dafür sind lediglich regelmäßige Inspektionen.

Reifen: Im Lauf der Modellgeschichte der Sechser-Kawa wurde aus dem schmalen 160er-Hinterreifen zunächst ein 170er- und dann ab 2000 ein 180er-Gummi. Für Sporttourer empfiehlt 2Räder die Metzeler Roadtech Z6, echte Heizer sind mit Michelin Pilot Power 2CT gut bedient.

Gabel: Vor allem die ersten Baujahre nerven bei heftigen Bremsmanövern mit Lenkerflattern – daran ändern auch härtere Federn nichts. Außerdem sind die Dichtringe häufig am Ende. Eindeutiges Zeichen: stark ölige Standrohre.

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Bremse: Sowohl die Vierkolben- als auch die ab 1998 verbaute Sechskolben-Anlage überzeugen durch beste Verzögerung und tadellose Dosierbarkeit.

Verkleidungsscheibe: Selbst wenn man sich auf dem Tank zusammenkauert, bietet sie nur wenig Windschutz. Für längere Touren über die Autobahn gibt es zum Beispiel für rund 30 Euro die höhere Scheibe von JF Motorsport, Telefon 0 60 02/9 10 30.

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Steckbrief

Bauzeit (Neupreise): 1995 (8310 Euro) bis 2001 (9060 Euro)

Preise: Zwischen rund 1500 Euro für aus­gelutschte 95er bis zu über 4000 Euro für gut Erhaltene der letzten Baujahre

Bestand: Zirka 8000 Stück

Wichtige technische Änderungen: 1996 nur noch 98 PS, Rahmen und Gabel verstärkt; 1997 Vergaser und Zündbox modifiziert; 1998 komplett überarbeitetes Modell mit 108 PS, gegen Aufpreis mit U-Kat, 170er-Hinterreifen, Sechs- statt Vierkolben-Bremsanlage vorn; 2000 Motor überarbeitet, Cockpit neu, Doppelscheinwerfer, 180er-Hinterreifen; 2002 neues Modell mit 636-Kubik-Motor

Daten

Motor: Flüssigkeitsgekühlter Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor, 599 cm³, 100 PS (74 kW) bei 12 500/min, 64 Nm bei 10 000/min, Vergaser, Digital-Zündung, Sekundärluftsystem, E-Starter, Sechsganggetriebe, Kettenantrieb

Fahrwerk: Brückenrahmen aus Aluprofilen, Motor mittragend, Telegabel mit Doppelscheibenbremse vorn, Zweiarmschwinge aus Aluprofilen, Zentralfederbein und Scheibenbremse hinten, Reifengröße vorn 120/60 ZR 17, hinten 160/60 ZR 17

Gewicht: 206 kg mit 18 Litern Normal

0–100 km/h: 3,6 s

Höchstgeschwindigkeit: 241 km/h

Verbrauch: 7 Liter/100 km

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