Gebrauchtmotorräder bis 2000 Euro Gut und billig

Auch bei einem begrenzten Budget für den Gebrauchtkauf ist die Auswahl fast unüberschaubar. MOTORRAD gibt einen Überblick und zeigt die besten Angebote bis 2000 Euro.

In einer Welt, in der Geld keine Rolle spielt, zählen Limitierungen zu den wirksamen Strategien, um den Kaufanreiz für bestimmte Produkte zu erhöhen. Im Leben vieler Biker ist es jedoch genau umgekehrt: Die Kauflust ist zwar vorhanden, aber die finanziellen Mittel sind beschränkt.
MOTORRAD hat deshalb gezielt den Gebrauchtmarkt nach Maschinen bis 2000 Euro durchforstet und stellt die empfehlenswertesten Modelle auf den folgenden Seiten ausführlich vor. Neueinsteiger ohne Schrauberfahrung sollten in dieser Preisklasse nach Motorrädern vom Schlag einer Honda CB 500, Kawasaki Zephyr oder Suzuki GS 500 E Ausschau halten. Diese Typen haben sich nicht nur als problemlos und technisch ausgereift erwiesen, sondern sind auch weit verbreitet und werden dementsprechend häufig gebraucht angeboten. Dank langer Bauzeit sind außerdem viele Ersatzteile preisgünstig als gebrauchte Alternative erhältlich. Darüber hinaus sorgen der hohe Bestand und damit die Konkurrenzsituation in den Anzeigenspalten einschlägiger Blätter sowie im Internet für moderate Preise, die auch von Laien problemlos verglichen werden können.
Auffällig ist allerdings, dass sich speziell die Second-Hand-Bikes dieser Kategorie trotz ähnlicher Preisforderungen der Verkäufer hinsichtlich Laufleistung und Gesamtzustand mitunter beträchtlich unterscheiden. Potentielle Gebrauchtkäufer sollten daher kräftig sieben, um die Spreu vom Weizen zu trennen. Wer sich bei der Suche auf Maschinen aus erster Hand konzentriert und sich dabei nicht selbst unter Zeitdruck setzt, hat mit etwas Glück gute Chancen, ein gepflegtes und regelmäßig gewartetes Exemplar mit relativ wenigen Kilometern zu ergattern, das trotz des finanziell eng gesteckten Rahmens für viele problemlose Kilometer gut ist.
Eine geringe Fahrleistung bei älteren Motorrädern ist jedoch nicht automatisch von Vorteil. Viele solcher wenig bewegten und nicht sachgerecht eingemotteten Bikes können durch Standschäden in Mitleidenschaft gezogen sein, die auf den ersten Blick nicht zu erkennen sind. Typische Standschäden sind beispielsweise zugesetzte Vergaserdüsen, die eine aufwendige und kostenintensive Reinigung erfordern oder versprödete Gabeldichtringe und Ansaugstutzen, die ausgetauscht werden müssen. Richtig teuer kann es werden, wenn der Tank innen Rost angesetzt hat. Bei starker Korrosion muss der Stahlblechbehälter ersetzt werden, was den Preis eines vermeintlichen Schnäppchens locker um mehr als 500 Euro in die Höhe treibt.
Ebenfalls als teure Kostenfalle erweisen sich nicht selten nachträgliche Leistungsänderungen. Je nach Baujahr und Art der Drosselung ergeben sich häufig bereits innerhalb einer Modellreihe beträchtliche Preisdifferenzen. Bei manchen Motorrädern werden zudem beim Entdrosseln Reifen einer höheren Geschwindigkeitskategorie und damit weitere 200 bis 300 Euro fällig. Interessenten für ein bestimmtes Bike sollten sich daher vorab beim Vertragshändler über die Aufwendungen für Leistungsänderungen erkundigen oder besser gleich nach einem Exemplar mit der gewünschten Leistung Ausschau halten. Dabei empfiehlt sich generell, bei der Besichtigung einen erfahrenen Biker zu Rate zu ziehen. Bei einem Preislimit von 2000 Euro lassen sich Schnäppchen normalerweise nur auf dem Privatmarkt tätigen. Vergleichbare Händlerangebote mit einem Jahr gesetzlicher Gewährleistung oder einer Gebrauchtgarantie liegen preislich durchweg höher.
Neben den exemplarisch herausgehobenen, so genannten »Brot-und-Butter-Motorrädern«, die sich auf Grund der genannten Fakten besonders für Einsteiger eignen, gibt es aber noch eine große Zahl weitere Maschinen, die zu Preisen bis 2000 Euro angeboten werden. Von ehemaligen Superbikes à la Kawasaki GPZ 900 R über Liebhabermaschinen wie der Honda XBR 500 oder zuverlässigen Tourern vom Format einer Yamaha XJ 900 F ist in den einschlägigen Anzeigenblättern alles vertreten. Auch hierbei gibt es topgepflegte Schnäppchen, doch angesichts der zum Teil hohen Laufleistungen von mehr als 50000 Kilometern sind diese Offerten eher ein Fall für Selbstschrauber, die Reparaturen in Eigenregie erledigen können.
Zumindest bei der Auswahl gebrauchter Bikes spielt das finanzielle Limit also (fast) keine Rolle.

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