Honda FMX 650

Hochwertige Edelstahl-Auspuffanlage, leichte Alu-Felgen, liebevolle Details wie ein Leuchtdioden-Rücklicht. Insgesamt bleibt die hübsche FMX 650 einer schlanken Supermoto-Linie treu und hat einen guten Auftritt. Eigentlich ein attraktives Angebot, das Honda seinen Kunden 2005 unterbreitete. Doch der Schuss ging daneben. Wieder einmal, denn schon mit den preisgünstigen Straßenenduros SLR 650 und Vigor versuchte Honda 1996 beziehungsweise 1999 des Motorrad-Einsteigers Seele zu treffen – und scheiterte. Bei der FMX wurde erneut der modifizierte Einzylindermotor aus der altehrwürdigen Dominator eingesetzt. Luftgekühlt, robust, bewährt – jedoch technisch ein Relikt aus den Achtzigern und wegen Geräusch- und Abgasbestimmungen auf magere 38 PS beschnitten. Hier liegt die Crux: Auch wenn die 650er mit 176 Kilogramm keinesfalls an Übergewicht leidet, hat dieser Motor einfach zu wenig Saft für ein aktuelles Motorrad, das auf Supermoto macht. Das behaupten jedenfalls unisono verschiedene Händler auf die Frage nach der Kundenresonanz.

Honda argumentierte bei der Markteinführung zwar mit der enormen Anzahl an Führerscheinbesitzern ohne Maschine, sogenannte Schläfer, die mit der hippen FMX 650 wachgerüttelt werden sollten und denen gute Fahrbarkeit, ein günstiger Preis (unter 6000 Euro) sowie tolles Aussehen wichtiger sind als Endleistung. Gute Gedanken, die aber offenbar nur wenige teilten. Zu Neupreisen unter 5000 Euro wurde die Honda verramscht, und 2007 verabschiedete sie sich schon wieder vom deutschen Markt. Das macht die FMX als Gebrauchte hochspannend, denn wegen der allgemeinen Dumpingpreise passt sie in das Beuteschema cleverer Schnäppchenjäger. Wendig, jederzeit beherrschbar und sehr zuverlässig, außerdem erhältlich mit 34 PS, so empfiehlt sich die schicke Funduro insbesondere jungen Einsteigern. Aber auch für alle anderen Motorradfahrer ist die Honda beim Durchforsten des dichten Großstadt-Dschungels selbst mit 38 PS wirklich keine Spaßbremse.

Plus
+ Angebote attraktiv, Gebrauchte häufig in gutem Zustand zum fairen Preis
+ Handlichkeit prima für Stadtverkehr
+ Erscheinungsbild attraktiv

Minus
- Motorleistung nicht ausreichend, um in der Hubraumklasse konkurrieren zu können
- Wiederverkauf aufgrund mangelnder Popularität eher schwierig

Marktsituation
Schon um 2500 Euro bieten Privatverkäufer die Honda an, Verhandlungsbasis wohlbemerkt. Händler-Offerten inklusive Gewährleistung starten um 3000 Euro. Gezielte Anfragen nach dem Modell sind dennoch selten, wenn, dann sind es jüngere Einsteiger, die nach einem bezahlbaren, zuverlässigen Motorrad suchen. Das größte Angebot an topgepflegten und gewarteten FMX mit in der Regel lediglich ein bis zwei Vorbesitzern und Laufleistungen unter 10000 Kilometern ist um 3500 Euro bei Vertragshändlern zu finden. Beinahe noch neuwertige Exemplare (nicht älter als ein Jahr, unter 5000 Kilometer) werden um 4000 Euro feil geboten.

Tests in MOTORRAD
7/2005 (FB), 10/2005 (T), 12/2005 (VT)

FB=Fahrbericht, T=Test, VT=Vergleichstest; Nachbestellungen unter Telefon 0711/182-1229.*MOTORRAD-Messungen

Internet
Fansites: www.honda-board.de
Gebrauchtangebote:
http://markt.motorradonline.de/bike1710.htm

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