Im Check: Kawasaki ZR-7 Kawasaki ZR-7

Naked Bikes wie die Kawasaki ZR-7 versprechen eine urtümliche und intensive Art des Motorradfahrens.

Foto: Archiv

Auslöser des Naked-Bike-Booms Anfang der 1990er-Jahre war die Kawasaki Zephyr. Von ihr hat die 1999 auf den Markt gekommene ZR-7 den Motor übernommen. Während dieser nur geringfügig überarbeitet wurde, blieb sonst kaum etwas unverändert: Eine völlig neue Linienführung und ein moderneres Fahrwerk sollte die an die Konkurrenz abgewanderte Kundschaft für Kawa zurückgewinnen. Zugegeben, einige Kritikpunkte wie ein fehlender langer sechster Gang, die zu weiche Gabel oder leichte Unruhen in schnellen, welligen Kurven waren weiterhin vorhanden. Doch dafür glänzt die ZR-7 bis heute mit zahlreichen sinnvollen Details: einstellbare Kupplungs- und Bremshebel, serienmäßiger Hauptständer, Edelstahlauspuffanlage, Stauraum unter der Sitzbank, perfekte Sitzposition und Fahrerhaltung. Wer sich eine gebrauchte ZR zulegen möchte, kann sich bei der Besichtigung auf Kleinigkeiten wie Rost an Rahmen und Schwinge sowie den Zustand der Verschleißteile (Reifen, Kettensatz, Bremsen) beschränken. Am Motor gibt es bis auf den serienmäßig recht hohen Verbrauch meist nichts auszusetzen.

Sitzbank: Das Sitzmöbel ist bequem und langstreckentauglich, auch für Mitfahrer. Wer besonders sicher stehen will, bekommt bei Kawa ein vier Zentimeter niedrigeres Exemplar.

Instrumente: Nur eine Uhr fehlt, sonst sind die weiß unterlegten, chromgefassten Rundanzeiger komplett. Sie lassen sich auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut ablesen.

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Foto: Archiv

Vergaser: Eine elektrische Heizung verhindert, dass sie vereisen. Gegen die bei hohem Tempo unanständigen Trinksitten kann sie jedoch nichts ausrichten.

Motor
: Bei Einhaltung der Inspektionsintervalle und regelmäßiger Ölstandskontrolle (dank gut sichtbarem Schauglas kinderleicht) hält das luftgekühlte Triebwerk beinahe ewig - zumindest jedoch weit über 50 000 Kilometer ohne Probleme. Gut für Einsteiger: Es gibt eine 34-PS-Version.

Bremsen: Sie sind weder stumpf noch zu bissig, sondern absolut zuverlässig und passen perfekt zum Charakter der ZR-7. Wer einen knackigeren Druckpunkt haben möchte, sollte der Kawasaki Stahlflexleitungen aus dem Zubehör gönnen.

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Steckbrief

Bauzeit (Neupreise): 1999 (5610 Euro) bis 2004 (6195 Euro)

Preise: Die Schwacke-Liste veranschlagt für eine 2000er-ZR-7 mit 86 300 km Laufleistung 1775 Euro, für eine 2004er mit 52 700 km 2450 Euro. In der Praxis sind die Laufleistungen jedoch oft niedriger. Die ab 2001 gebaute S-Variante kostet jeweils etwa 100 Euro mehr

Bestand: Zirka 9000 Stück

Wichtige technische Änderungen:
2001 härtere Gabelfedern und straffere Dämpfung, neue Erstbereifung von Bridgestone vom Typ BT020 statt BT57; ab 2001 auch als S-Modell mit Halbschalenverkleidung erhältlich

Daten

Motor: Luftgekühlter Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor, 739 cm³, 56 kW (76 PS) bei 9500/min, 63 Nm bei 7300/min, Vergaser, kontaktlose Transistorzündung, Sekundärluftsystem, E-Starter, Fünfganggetriebe, Kettenantrieb

Fahrwerk: Doppelschleifenrahmen aus Stahlrohr, Telegabel mit Doppelscheibenbremse, hinten Zweiarmschwinge aus Aluprofilen, Zentralfederbein und Scheibenbremse, Reifengröße vorn 120/70 ZR 17, hinten 160/60 ZR 17

Gewicht: 229 kg mit 22 Litern Normal

0-100 km/h: 3,8 s

Höchstgeschwindigkeit: 204 km/h

Verbrauch: 6,6 Liter/100 km

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