Interview mit RalfWentsch

Ralf Wentsch, 41, von Wentsch & Klink in
Weilheim ist Spezialist für Honda-Gebrauchtteile
und seit 15 Jahren im Geschäft.

Gebrauchtteilehändler haben häufig mit einem schlechten Ruf zu kämpfen. Was halten Sie dagegen? Ein schlechter Händler kann sich nicht behaupten, egal, in welcher Branche. Deshalb verkaufen wir nur Teile, von denen wir auch selbst überzeugt sind und werfen lieber ein Stück zu viel in den Container, statt uns später mit dem Kunden zu streiten. Wer sich lange im Geschäft gehalten hat, würde tatsächlich seinen guten Ruf riskieren – daran hätte wohl kein seriöser Händler Interesse. Wenn jemand etwas zu beanstanden hat, einigen wir uns in der Regel mit ihm. Denn nur ein zufriedener Kunde kommt wieder. Welche Sicherheiten bekommt der Kunde beim Kauf eines Gebrauchtteils? Jeder Händler muss auf alle Teile mindestens ein Jahr Gewährleistung geben. Das heißt, ein Jahr lang steht er dafür gerade, dass ein möglicherwei-se verschleißunabhängiger Fehler nicht schon zum Verkaufszeitpunkt vorlag, wobei in den ersten sechs Monaten die Beweispflicht beim Händler liegt. Für ganze Motoren geben wir zusätzlich eine zweiwöchige Einbaugarantie, weil wir einen angekauften Motor zwar ausgiebig testen, aber nicht auseinanderbauen. Innerhalb von zwei Wochen kann der Kunde ziemlich sicher Schäden erkennen, die nicht auf Verschleiß zurückzuführen sind. Sollte mit verschickten Lackteilen etwas nicht stimmen, melden sich die Kunden in der Regel sofort bei uns. Liegt tatsächlich ein Fehler vor, den wir nicht vorher abgeklärt haben, nehmen wir die bemängelte Ware zurück oder gehen entsprechend mit dem Preis runter. Sind neue Vermarktungsmöglichkeiten im Internet von Vorteil? Da bin ich eher skeptisch. Wir kaufen zwar auch einige Teile von Privatkunden via Internet und bieten auf unserer Homepage Katalogdaten und andere Informationen an, aber komplexe Datenbanken und deren Pflege sind uns zu aufwendig und kostspielig. Jedes Gebrauchtteil ist durch sein Alter oder etwa kleinere Beschädigungen einzigartig und sollte genau beschrieben werden. Der Preis wird im konkreten Fall verhandelt. Das ist vor Ort oder zumindest am Telefon am besten möglich. So lassen sich Missverständnisse vermeiden.

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