Kawasaki GPX 600 R

Foto: Archiv
Mit Rennsport hat die GPX 600 R nur wenig am Hut, obwohl „R“ gemeinhin für „Race“ steht. Sie ist zwar vollverkleidet und mit nur etwas über 200 Kilogramm recht athletisch, für Spurts auf der Rundbahn fehlt der Kawasaki jedoch die nötige Fitness, um 100-PS-Plussern Paroli bieten zu können.

Als zügige Joggerin macht sie hingegen eine sehr gute Figur. Landschaftlich schöne Mittelstrecken kann man mit ihr erstklassig bewältigen und dank der kommoden Sitzposition (vergleichsweise hohe Lenkerstummel und tief angebrachte Fußrasten) auch mal einen Marathon wagen. Dafür reichen 85 PS allemal, und auch mit der beschnittenen Leistung der jüngeren Modelle (78 PS ab 1994, 73 PS ab 1996) geht es auf der Landstraße immer noch zügig vorwärts. Für junge Einsteiger ist ein 34-PS-Drosselsatz erhältlich, der sich ohne eine speziell auf die geringe Leistung abgestimmte Bedüsung der Vergaser allerdings nicht empfiehlt, weil der Motor dann unrund läuft.

Was die Zuverlässigkeit angeht, gibt sich der flüssigkeitsgekühlte Vierventil-Reihenvierer wiederum als guter Kumpel. Offen läuft er vibrationsarm, geschmeidig und taugt bei guter Wartung für Laufleistungen deutlich über 50000 Kilometer. Hilfreich bei freizeitsportlichen Touren ist das handliche Fahrwerk, das nur geringe Körperkräfte beim Kurvenschwingen abverlangt. Die für heutige Sportlerverhältnisse eher schmale 16-Zoll-Bereifung (110 und 130 Millimeter Breite vorn und hinten) verhindert nerviges Aufstellen beim Hineinbremsen in Kurven. Außerdem bleibt die Maschine auch bei hohem Tempo spurstabil. Steht das „R“ also für „Roadsurfen“? Vielleicht, denn dazu eignet sich die 600er wunderbar. Die von 1987 bis 1990 und nach einer Pause wiederum von 1994 bis 1999 angebotene GPX war schon als Neufahrzeug recht günstig, heutzutage zählt sie zu den unauffälligen Secondhand-Offerten, bei der sich ein Besichtigungstermin immer lohnt.

Plus:
Versicherung bei Modellen ab 1994 (maximal 78 PS) günstig
Motor langlebig
Sitzhöhe zivil, auch für Fahrer unter 1,70 Meter geeignet

Minus:
Renommee gering
Ersatzteile wie etwa die Auspuffanlage teuer
Bremsleitungen bei älteren Gebrauchten häufig verrottet

Marktsitation
Das Angebot ist mittelhoch, gleichzeitig ist die GPX 600 R kein besonders gefragtes Modell. Daraus ergibt sich für Interessenten eine gute Basis für Preisverhandlungen: Selbst in der Preisklasse um 1000 Euro besteht ein Spielraum von rund 300 Euro. Bei den meisten Offerten muss man allerdings hohe Laufleistungen (über 40000 Kilometer) und Schönheitsfehler wie Kratzer an der Verkleidung akzeptieren. Unter 800 Euro finden sich meist nur Bastlerfahrzeuge, in die vermutlich einige hundert Euro investiert werden müssen. Ab 1300 Euro bieten Händler sehr passable Exemplare im Originalzustand mit weniger als 30000 Kilometern an.

Daten:
Wassergekühlter Vierzylinder-Viertaktmotor, 593 cm³, 57 kW (78 PS) bei 10500/min, Gewicht 208 kg, Zuladung 182 kg, Tank-inhalt/Reserve 18/2 Liter, Sitzhöhe 770 mm, Höchstgeschwindigkeit 209 km/h, Verbrauch von 4,0 bis 9,1 l/100 km, Normalbenzin

Fansites: http://kawasakiforum.de
Gebrauchtangebote: http://markt.motorradonline.de/bike2701.htm

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