Kawasaki ZX -10R

Anders als die ZX-9R macht die ZX-10R keine Kompromisse. Ihr Motto: Gelobt sei, was schnell macht. 175 PS bei 198 Kilogramm vollgetankt sind schon mal beste Voraussetzungen dafür.

Selbst der sonst um detailreiche Ausführungen nie verlegene Testredakteur Ralf Schneider rang um Worte, als er von der ersten ­Begegnung mit der ZX-10R zurückkam. »Grimmig«, entfuhr es ihm nur. Beschönigender hätte man das Aufeinandertreffen von 175 PS und ­198 Kilogramm kaum beschreiben können. Denn bei aller Gutmütigkeit, zu der die Zehner-Ninja durchaus bereit ist, dürfte klar sein, dass sie ­bei ungestümem Gasaufziehen zum ungelenkten Boden-Boden-Geschoß mutiert. Beim ersten Modell kam es des Öfteren zu Motorschäden, hervorgerufen durch verendende Lichtmaschinenlager. Freunde der forcierten Gangart verzweifelten mitunter am wandernden Druckpunkt der vorderen Bremse. Bei betroffenen Maschinen wurde zusammen mit Kawasaki Deutschland über den Händler mit individuellen Maßnahmen für Abhilfe gesorgt. Den MOTORRAD-Dauertest über 50000 Kilometer überstand die ZX-10R weitestgehend unbeschadet. Kein Wunder, gibt ­es doch nur selten Gelegenheit, den Motor richtig zu fordern. Auf der Landstraße genügt schon der bis 150 km/h reichende erste Gang, um auf Lebenszeit zum Fußgänger zu werden, und selbst auf der Rennstrecke ist Vollgas eher die Ausnahme. Dessen ungeachtet gab es schon nach zwei Jahren Bauzeit einen komplett neu konstruierten Nachfolger.

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