Lesererfahrungen Aprilia Moto 6.5

Seit 1995 hat die Moto 51000 Kilometer auf dem Tacho. Über dieJahre hat sich der Motor als Sahnestück herausgestellt, überaus komfortabel, leistungswillig und standfest. Mit überschaubarer Technikist sie für den Schrauber wartungsfreundlich. Konzeptionell jedoch hat die Moto 6.5 einige Macken, die aber in Eigenregie abzustellen sind. Wenig gefallen kann die Qualität aller Kunststoffteile wie Blinker,Ummantelungen der Züge et cetera. Das Sonnenlicht hat das Grau in Nato-Oliv verfärbt. Die Originalbereifung Dunlop Arrowmax taugt gar nichts. Empfehlung: vorn Metzeler ME 33 und hinten ME 99/ME 55/ME Z2 in der Dimension 130/80-17. Wen die rustikale Optik nichtverschreckt, greift zu Metzeler Enduro 3. Damit verbessern sich Einlenkverhalten und Haftung noch mal entscheidend. Die Vergaser-abstimmung ist ab Werk erheblich zu fett. Versuche mit kleinerer Hauptdüse und Tieferhängen der Düsennadel senken den Verbrauch von bis zu acht auf rund sechs Liter. Der Support des Importeurslässt sehr zu wünschen übrig.Michael Große Börger, SassenbergIch benutze die 6.5 als Alltagsmaschine und dann und wann zu Gelän-deausflügen sowie zum Pässeheizen. Gerade habe ich mir eine zweite gekauft. Momentan werden sie nagelneu für 7000 Mark verramscht. Es gibt Motos, die sind von Haus aus gesund, haben schon ordentlich Leistung im mittleren Drehzahlbereich und sind nicht klein zu kriegen. Meine hat ohne nennenswerte Schäden 70000 Kilometer überstanden und wurde eigentlich nur geprügelt. Andere haben heftige Abstimmungsprobleme. Sie knallen aus dem Auspuff, laufen im mittleren Bereich gegen Gummi und saufen wie ein Loch. Die Ersatzteilmisere: Auf einen Scheinwerfer wartet man sechs Wochen, für einen Pfennigartikel wie einen Seegering auf der Kupplungswelle verlangt Aprilia 13 Mark. Aber die 6.5 hat – natürlich – auch starke Seiten: unverwüstlich, selbst nach dieser Kilometerleistung sehr geringer Ölverbrauch. Die Stürze sind billig. Tank und Kühler sind gut geschützt, die Blinker preisgünstig. Absolute Vollgasfestigkeit: Es gibt Moto-Fahrer, die von Münster in einem Stück volle Lotte nach Italien knallen.Peter Grabo, BerlinUnsere Moto 6.5 hat 32000 Kilometer seit 1997 zurückgelegt. DieFederelemente, bei normaler Fahrweise und Einpersonenbetriebausreichend, gelangen bei schärferer Gangart und schlechten Straßenverhältnissen schnell an ihre Grenze, vor allem im Zweipersonen-betrieb. Die Ausstattung ist bis auf den fehlenden Drehzahlmesser und Hauptständer gut. Die optimal gestaltete Auspuffanlage sitzt schwerpunktmäßig genau da, wo sie hingehört und nutzt den Platzbestens aus. Außerdem verzichtete der Designer auf die heute sobeliebten Ofenrohre. Optisch für uns eines der schönsten Motorräder auf dem Markt. Super Sitzposition, toller Motor und gute Bremsen. Bis auf die fehlende Geländetauglichkeit eigentlich das, was mirals Über-XT immer vorgeschwebt hat. Bei engagierter Modellpflege hätte die Moto 6.5 das Zeug zum Klassiker gehabt.Evi und Alberto Mercanti, Fürth

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