Lesererfahrungen Kawasaki KLX 650 C

Die Fertigungsqualitäten des KLX 650 C-Modells sind unterschiedlich. Es gibt Kunden fast ohne Probleme - beim Rest kommt’s dicke.

Das sehr weiche und durchschlagende Fahrwerk der KLX 650 läßt sich kostengünstig durch den Einbau von White Power-Federn vorn und hinten in Verbindung mit dickerem Gabelöl verbessern. Über mangelnde Motorleistung kann ich mich nicht beklagen, die KLX läuft gut 160 km/h ohne abenteuerliches Schlingern. Als beste Reifenpaarung kann ich den Conti Twinduro TKC 80 empfehlen. Hauptsächlich bewege ich die KLX im Gelände, wo sie technisch zuverlässig funktioniert. Mit kleinen KTM-Blinkern und hochgelegtem Nummmernschild mit geändertem Rücklicht (Acerbis) sieht sie besser aus. Der Endtopf der KLX 650 R läßt sich ohne Probleme montieren und hat ‘nen super Sound.Dirk Jansen, Lehrte-ArpkeZwischen 1994 und Ende 1997 legte ich mit meiner KLX 650 mehr als 56000 Kilometer zurück. Da ich auch große Touren vorhatte, rüstete ich auf: WP-Federbein und Gabelfedern,18-Liter-Tank, Handprotektoren und Alu-Lenker von Acerbis, Tanksturzbügel und Kofferträger im Eigenbau. Die Verarbeitungsqualität des Rahmens war auch nach drei durchgefahrenen Wintern in Ordnung. Lediglich die Kabelverbindungen, der Seitenständerschalter und der Anlassermagnet ziehen durch unzureichende Abdeckung bei Regen häufig Wasser. Bei 39000 Kilometern streikte die Zündung mehrmals, deshalb wurde die Lichtmaschine, der Zündgeber, die CDI-Box, sowie Zündspule und Kabelbaum ausgewechselt. Die schlechte Regulierbarkeit der Leerlaufdrehzahl, die durch Änderung der Vergaserbedüsung und Verstellen der Gemischregulierschraube nicht in den Griff zu bekommen war, habe ich durch den Einbau des Keihin CVK 40-Vergasers von der KLR Tengai gelöst. Nur die Hauptdüse und der Gasschieber der KLX müssen übernommen werden. Die beispiellose Startunwilligkeit liegt an der Deko-Automatik, die beim Startvorgang das rechte Auslaßventil zu lange und vor allem zu weit öffnet. Abhilfe schafft ein Abfeilen des Dekompressionsnockens um zirka 0,8 Millimeter. Durch diese Maßnahme springt der Motor immer sofort an. Fazit: Wer mit der KLX 650 C viel fährt, muß gut schrauben können, braucht gute Nerven und muß bereit sein, viel Geld zu einem gutsortierten Gebrauchtteilehändler zu schleppen.Michael Konrad, AdelshofenVon 1993 bis 1998 habe ich 66500 Kilometer zurückgelegt. Davon wurden zirka 30000 im Gelände zurückgelegt. Leider war der Anfang alles andere als angenehm. Im ersten Jahr war die Maschine häufiger in der Werkstatt als auf der Straße. Daß es bei einer Neukonstruktion Kinderkrankheiten gibt, war mir klar, daß das aber den Kunden zum Testfahrer degradiert, weniger. Nach Montage der von Kawasaki als Originalzubehör angebotenen Topcase-Halterplatte riß die Querstrebe am Rahmen. Der Rahmen wurde auf Garantie ausgetauscht. Ärger gab es auch mit dem von Kawasaki vertriebenen Motorschutz, dessen Befestigungslaschen bald eingerissen waren. Auf den modifizierten Schutz wartete ich nur neun Monate. Der Knüller dabei: Das neue Teil wies im Bereich der Lüftungsschlitze noch stärkere Verwerfungen auf als der erste. Schon im Neuzustand befanden sich an der gleichen Stelle wieder Risse. Weitere Schäden in Kurzform: defekte Schwinge trotz neu montierten Kettenschleifers, Austausch auf Garantie. Verlust von Kennzeichenträger, Abhilfe schafft hier nur der Umbau mit dem Halter von Acerbis samt Rücklicht. Außer extremen Startschwierigkeiten bei Temperaturen um null Grad litt der Motor unter Leistungsschwund. Erst der Wechsel zur Firma Popko brachte Abhilfe. Ärgerlich dabei war, daß das Problem bei Kawasaki bekannt war, aber nur Händler mit eigenem Prüfstand und entsprechend qualifiziertem Personal den chronischen Leistungsschwund beheben konnten. Der Rahmen wurde zum zweiten Mal getauscht - diesmal nur auf Kulanz. Nach 20 000 Kilometern waren die Lager von Vorderrad und Hinterrad hinüber, bei 30000 mußte nach einem Defekt des Spanners die Steuerketten gewechselt werden. Im Juli 1998 habe ich meine alte KLX 650 C durch die R ersetzt.Dirk Drosdatis, Magdeburg

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