LESERERFAHRUNGEN

Einstellungssache: RD 500-Besitzer scheuen den Griff zum Werkzeug nicht. Saubere Einstellung und regelmäßige Kontrolle erhöhen die Lebensdauer des Motors. Oder man stellt sich einen zweiten ins Regal.

((1))Im Juni 1986 kaufte ich meine zweite 500er, ein Montagsmotorrad. Ständig liefen die Vergaser über, bei 15000 Kilometern der erste Motorschaden. Auf Garantie wurden alle vier Zylinder erneuert. Bei Kilometerstand 19000 hatte ich Probleme mit dem rechten oberen Zylinder. Nach längerem erfolglosen Werkstattaufenthalt wurde die Kiste zu Yamaha nach Löhne verschickt, wo man auf Kulanz die Kurbelwelle und die beiden stehenden Zylinder wechselte. Nach vier Wochen bekam ich sie wieder, aber sie hatte höchstens 60 PS. Nachdem ich selber die 195er Hauptdüsen gegen 165er ausgetauscht hatte, lief sie wieder. Bis heute habe ich 70000 Kilometer zurückgelegt und dabei 12 bis 15 Kolben und zwei Kurbelwellen verbraucht. Das Fahrwerk zeigt vor allem bei den Dämpferelementen Schwächen. Die sportlichsten Reifen sind die ME 33 und ME99 CompK von Metzeler. Die Schräglagenfreiheit ist wegen der dicken Auspuffanlage sehr begrenzt. Die Unterhaltskosten sind im Vergleich zu meiner GPZ 900 immens, aber Spaß macht die RD wie die Sau. 1990 erwarb ich eine 500er mit Motorschaden, die ich komplett neu aufgebaut habe und die jetzt seit sechs Jahren konserviert in meiner Garage steht. Verkaufen werde ich mit Sicherheit keine der beiden.Helmut Baumgärtner, Weißenburg((2))Meine RD 500 kaufte ich im Frühjahr 1991 mit 4300 Kilometern. Noch im gleichen Jahr hatte ich den ersten Motorschaden an einem der hinteren Zylinder. Im Vergaser befanden sich Gummireste, vermutlich vom Benzinhahn, dadurch ist es zu einem Überhitzungsschaden gekommen. 1996 bei 13000 Kilometern war auf der Autobahn bei zirka 180 km/h der nächste Schaden an beiden hinteren Zylindern fällig. Bei der Reparatur wurden die Schwimmernadeln der hinteren Vergaser eine Kerbe höher gestellt. Nur kurze Zeit später der dritte Defekt an den beiden hinteren Zylindern. Inzwischen bin ich 19000 Kilometer gefahren, die RD macht mir viel Spaß, und die Sitzposition ist auch auf langen Strecken kein Problem. Nach guten Erfahrungen mit Michelin TX 11 und TX 23 fahre ich seit diesem Frühjahr Pirelli MTR 03 120/80 ZR 16 vorn und MTR 04 160/60 ZR 18 auf einer 4,75-Zoll-Felge von Deget hinten.Friedel Hemmer, Mettingen((3))Ich habe im April 1995 meine RD 500 LC mit angeblich 40000 Kilometern recht günstig für 4300 Mark gekauft. Der Motor stand gut im Futter, das lästige Hochgeschwindigkeitspendeln stellte sich erst bei abgefahrenen Reifen und jenseits von 200 km/h ein. Mit den Metzeler ME 33/ME1 CompK in 120/80 und 150/70 war dann auch die Kurvenhatz eine Freude. Für die Fahrleistungen sehr günstig fand ich Sprit- und Ölverbrauch, im Schnitt um die 6,5 Liter/100 Kilometer beziehungsweise 1 Liter/1000 Kilometer. Den Genuß trübt nur der eklig lange erste Gang, der zusammen mit den ewig verölten Kerzen Stadtfahrten zum Horror macht. Abhilfe schaffen eine stark verkürzte Übersetzung von 14/40 (Serie 15/38) sowie größere Leerlaufluftdüsen und 8er Kerzen. An einem Zylinder brach der Kolbenring, kurz nach der Reparatur wurde die RD zum Nebelwerfer, da der Simmerring der Kurbelwelle defekt war. Mein Fazit: Die RD 500 ist ein Tourensportler für erfahrene Zweitaktfreaks, die sich mit der Materie auskennen. Martin Kieltsch, Wolfenbüttel(Verfasser des RD-500-Werks)((100 MARK TIP-Logo bei Martin Kieltsch einklinken))

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