Lesererfahrungen Aprilia Pegaso 650

Aprilia-Pegaso-Fahrer sind selbstbewußt, weil sie das Original fahren. Und bei Schwachpunkten wie Scheinwerfer und Kette wissen sie sich mit preiswerten Alternativen zu helfen.

1995 kaufte ich mir eine neue Pegaso. Seitdem bin ich knapp 12000 Kilometer damit gefahren. Eigentlich stören mich lediglich der schlecht erreichbare Benzinhahn, der sich nur im Stand drehen läßt, sowie eigenartige Motorgeräusche im Drehzahlbereich von etwa 4000/min. Das gewöhnungsbedürftige Einlenkverhalten ist wohl auf die Reifen (Michelin T 66) zurückzuführen. Diese sind zwar Dauerläufer, bei Nässe aber mit Vorsicht zu genießen. Der Tank könnte für die Urlaubsfahrten größer sein, ansonsten bin ich aber sehr zufrieden. Problemloses Starten, sicheres Fahrverhalten, kräftiger Motor (auch mit 25 kW). Auch wenn der Service zu wünschen übrig läßt, kann ich die Pegaso weiter empfehlen.Susanne Golditz, HamburgMeine erste Pegaso, Baujahr 1994, kaufte ich Anfang 1996 mit Tachostand 12000 Kilometer. Kaufentscheidend war vor allem die tolle Optik und der bärenstarke Motor. Die Originalkette war total fertig, die dann montierte DID-X-Ring-Kette ist heute bei Kilometerstand 34000 noch fast neuwertig. Ansonsten fiel in negativer Hinsicht vor allem die starke Verwindung der Gabel beim Bremsen sowie ausgeprägtes Pendeln um die Längsachse ab zirka 140 km/h auf. Letzteres verschwand gänzlich nach Tieferlegung der Heckpartie. Nach einer weiteren Tieferlegung um vier Zentimeter über längere Federbein-Umlenkhebel gab ich sie an meine Freundin weiter. Wie es der Zufal wollte, geriet ich im Frühjahr 1997 an die nächste Pegaso, ebenfalls Baujahr 1994, seitdem fahren wir Zwíllinge. Als Idealbereifung stellte sich nach mehreren Versuchen der Pirelli MT 80 heraus, der gute Haftung auf der Straße mit extremer Langlebigkeit verbindet, auch akzeptable Geländeeigenschaften besitzt, allerdings zu einem stolzen Preis.Karl-Heinz Sprich, BollschweilIm Sommer 1974 haben meine Frau und ich uns eine Aprilia Pegaso neu gekauft. Mitentscheidend für die Wahl war auch die Zweipersonen-Tauglichkeit. Das Preis/Leistunsgverhältnis stimmt: kerniger, durchzugsstarker Motor, Upside-down-Gabel, Alu-Felgen, Kunsttofftank, gute Verarbeitung, Topoptik und italienisch. Im Winter auf 1995 wurden dann von mit einige Veränderungen vorgenommen.Chromspiegel, Gabelbrücke, Polieren von Auspuffblenden und Ölfilterdeckel, Kettenschutz und Auspuffkümmer-Abdeckung aus poliertem Alu, Anbau von Stahflexleitungen bis hin zur Änderung der Bereifung (vorn Pirelli MT 69 Strada 100/90/19 und hinten MT 75 140/70/17). Wie ich finde, eine optimale Straßenbereifung mit ordentlich Grip in allen Lagen und verträglicher Lebensdauer (vorn 8000 Kilometer, hinten die Hälfte). Etwas gewöhnungsbedürftig ist allerdings die Sitzbank. Nach zirka 100 Kilometern fängt das Hinterteil zu schmerzen an.Herbert Leser, SaarlouisIm Spätsommer 1996 kaufte ich mir nach dem Diebstahl meiner Pegaso 600 eine gebrauchte 650, Baujahr 1992, Kilometerstand zur Zeit 63000. Erster Eindruck: alles ist besser, das Konzept, die Bauteile, die Verarbeitung. Im Nachhinein bleibt davon nur das Drehmoment im mittleren Bereich, oder anders gesagt: unter 3000/min nur Gehacke, über 6000/min nur noch zäh. Also mußte erst einmal Hand angelegt werden. Original waren in der Gabel 550 cm³ SAE 20-Öl, dies tauschte ich gegen 420 cm³ mit der Viskosität SAE 5. Damit haben das schlechte Ansprechen der Gabel und das Springen des Vorderrads ein Ende. Außerdem steckte ich die Standrohre durch die Gabelbrücke bis nah an den Lenker. Das verbesserte die Handlichkeit und verringerte das kipplige Verhalten in Kurven. Durch das Tieferhängen der Düsennadeln in die unterste Kerbe konnte ich den Benzinverbrauch von zirka 6,5 fast eineinhalb Liter senken, allerdings mit Einbuße an der Durchzugskraft. Ein Tip für die Fahrer, die lange Freude am Anlasserfreilauf haben wollen: etwa alle zwei Jahre den Rollenfreilauf demontieren und die umlaufende Spannfeder auf ausreichende Spannung kontrollieren. Auf keinen Fall mit hakendem Freilauf weiterfahren. Reparaturkosten rund 1200 Mark. Der in den ersten beiden Jahren miserable Scheinwerfer läßt sich für gut 100 Mark gegen einen neuen ersetzen (andere Artikelnummer).Bernhard Linnemann, Gütersloh

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