Lesererfahrungen Suzuki DR Big 800 S (GK)

Bei der DR 800 gilt: Auch wer nicht rastet, rostet. Doch ansonsten gilt: Trotz hoher Kilometerleistungen des großen Single ist die Stimmung unter den Big-Treibern auch nach sieben Jahren ausgezeichnet.

Gekauft habe ich den Entenschnabel 1992. Zwei Jahre später wurde die Big zum Winterfahrzeug befördert, was aber vollbepackt auf Eis und Schnee zu einigen Bruchlandungen führte. Jetzt mußte ein drittes Rad dran. Nach neun Monaten Umbau wurde sie zum Gespann befördert - sogar mit TÜV. Auf 40000 Kilometern hat die Ente bisher alles klaglos weggesteckt.Willi Häring, Ingolstadt1993 erwarb ich meine 1992er DR Big mit 3000 Kilometern. Nach anfänglicher Skepsis begeisterten mich der durchzugsstarke Motor und das Handling, vor allem auf kurvigen Bergstrecken. Leider hatten die Ingenieure den entscheidenden Vorteil des zweigeteilten Tanks (Modell 1990) nicht erkannt. Bei dem neuen kann es bei den weit heruntergezogenen Tankflächen an der unteren Befestigung zu Spannungsrissen kommen. Ich ließ in der Nähe des Benzinhahns und auf der gegenüberliegenden Tankspitze zwei Blechlaschen mit 11er Bohrungen anschweißen. Eine durchgeschobene Gewindestange vermeidet bis heute weitere Schäden. Bei Kilometerstand 52000: Sozia hochzufrieden, Kompression in Ordnung, Kupplung wie neu.Marius Scheffel, Sandra Menke, SolingenMeinen Doktor, Baujahr 1991, kaufte ich mit 17000 und fuhr ihn bis 48000 Kilometer. Der Plastikschutz an der vorderen Bremsscheibe wurde demontiert, da er die Kühlung merklich hemmt. Trotz dieser Maßnahme hat sich die Scheibe nach einer Paßabfahrt verzogen. Zweimal mußten die Kolben der Bremszange abgedichtet werden, weil Bremsflüssigkeit austrat. Der Schleifschutz an der Schwinge war nach 28000 Kilometern verschlissen. Das Originalteil sollte zirka 80 Mark kosten, deshalb wurde ein Ersatzteil aus Teflon für eine Kawasaki-Crossmaschine von der Firma Götz für 30 Mark passend gemacht. Da zur Kettenspannung der Ausgleichswellen alle 6000 Kilometer der linke Motordeckel demontiert werden muß und dabei eine neue Dichtung für 20 Mark anfällt, habe ich mir diese selbst geschnitzt. Zuerst aus Dichtungspapier gleicher Stärke und Dichtpaste, später aus einem halben Millimeter Gummimatte für Dichtungen (Temperaturfestigkeit beachten), weil man die mehrfach verwenden kann. Die Auspuffanlage der DR rostet nicht nur an, sondern auch mal durch, besonders der Sammler, der dem Steinschlag und Spritzwasser des Hinterradreifens ausgesetzt ist. Wer nicht gleich 800 Mark für eine Edelstahlanlage ausgeben möchte, sollte die Anlage sandstrahlen und flammspitzen und dann mit Auspufflack bearbeiten. Und noch vor den Sammler ein Blech aus Aluminium montieren. Bei mir hielt die Angelegenheit ohne Rostbefall drei Jahre.Markus Harraß, FrechenNach 70000 Kilometern, bei denen die Bezeichnung Dual Sport wie im Prospekt meist wörtlich genommen wurde, offenbarte die Big Tugenden, die in dieser Kombination kein anderes Motorrad bietet. Die Hauptschwächen sind eine schlechte Rahmenlackierung und das sehr hohe Gewicht. Zudem traten bei mir bereits zweimal Lichtmaschinenschäden auf, die aber für 250 und 350 Mark durch Neuwicklung der Geberspulen behoben werden konnten (Tausch-Lima 800 Mark). Etwas dickerer Wickeldraht bei Einhaltung der elektrischen Werte verhindert eine Wiederholung des Schadens. Für sportliche Fahrer empfiehlt sich eine Gußscheibe im Vorderrad (Mesa Motorsport: Behringer-Bremse) und 20 Millimeter längere Vorspannhülsen in Kombination mit 15er Gabelöl sowie Stahlflex-Bremsleitungen.Axel Schrooten, Dortmund

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