Lesererfahrungen

Ein empfindlicher Ventiltrieb und laute Getriebe gehörten bei der ersten Serie dazu. Auch das Einarm-Fahrwerk blieb unruhig. Und trotzdem: Alle RS-Besitzer sind Kilometerfresser - und überzeugt Weißblau.

Im April 1993 habe ich eine BMW R 100 RS der letzten Serie Classic 200 neu gekauft und damit bis Oktober 1995 gut 70 000 Kilometer abgespult. Motor und Getriebe erwiesen sich als absolut zuverlässig und problemlos. Nicht jedoch das Fahrwerk. Als Tip können spielfreie Lagerbolzen für die Schwinge und ein Lenkkopflager der Firma Emil Schwarz gelten - damit liegt die Gummikuh ruhiger. Später montierte ich noch Gabelfedern und Federbein von White Power, nun waren auch Vollgas-Autobahnkurven mit Gepäck kein Problem mehr. Zündkabel von IOZ und Bosch Super 4-Zündkerzen vom Typ W 78 erhöhen die Laufruhe des Motors entscheidend.Bernd Schaller, MühlheimIm April 1991 kaufte ich meine R 100 RS, Baujahr 1979, mit 36 000 Kilometern für 6700 Mark. Reparaturen während der nächsten 35 000 Kilometer: defekte Diodenplatte in der Lichtmaschine, Getriebe überholt, Pleuellagerschaden und Zündkerzengewinde ausgerissen. Zu zweit mit Gepäck ist das Fahrwerk ganz passabel, im Solobetrieb ist der Gummikuh-Effekt des Kardans sehr gewöhnungsbedürftig.Stefan Fischer, DillingenMeine R 100 RS mit Einarmschwinnge habe ich 1990 gekauft. Aktueller Kilometerstand: 53 000. Folgende Probleme hat es gegeben: Tacho defekt, Chrom am Auspufftopf rissig, Lenkkopflager defekt, ölschwitzende Kopfdichtungen. Alle Mängel wurden auf Garantie oder Kulanz behoben. Was mich seit sieben Jahren ärgert: die teigige vordere Bremsanlage und die Vibrationen in den Fußrasten bei 120 km/h. Detlef Ahlborn, GroßalmerodeBei der ersten Inspektion meiner RS 1981 wurde der Drehzahlmesser wegen Beschlagen des Glases und das klackernde Getriebe getauscht. Eine kleine Bohrung an der Unterseite der Instrumente beendete ddas Beschlagen.. Um das Fahrwerk zu stabilisieren, wurden straffere Gabelfedern der RT und hinten progressiv arbeitende Koni-Federn installiert. Da ich bei langen Strecken bei einer Größe von 1,88 Meter immer wieder Probleme mit der Sitzhaltung hatte, montierte ich eine zurückverlegte Fußrastenanlage von Knoscher. Ein Ärgernis war die in das linke Ansaugrohr mündende Entlüftung, die an der Vergaser-Manschette immer Öl austreten ließ. Die Entlüftung wurde nach rechts aus dem Luftfiltergehäuse in ein unter dem rechten Vergaser plazierten Behälter mit Ablaßschraube geführt.Andreas Holweg, Jühnde Erstzulassung meiner R 100 RS im Mai 1977, Kilometerstand heute: 165 000. Die Maschine wurde fast ausschließlich für längere Fahrten eingesetzt, für das Kurvenräubern gibt es geeignetere Motorräder. Folgende Schäden traten bis heute auf: dreimal rutschende Kupplung, zweimal defekter Lima-Rotor und defektes Lager der Getriebeabtriebswelle, defektes Kipphebellager und undichter Ring der Schwungscheibe. Bei Kilometer 118 000 Umrüsten auf bleifreies Benzin, neue Ventile und -führungen, neue Steuerkette. Tip: Wer beim Wechsel der Steuerkette bei Motoren bis 1981 das nicht einfache Ab- und Aufziehen der Duplex-Steuerräder vermeiden will, kann auch problemlos die Simplexkette mit Schloß der neueren Modelle auflegen, alte Duplexkette einfach durchtrennen.Alle drei Jahre waren neue Auspufftöpfe fällig, nach der Umrüstung auf Bleifrei verdoppelte sich deren Lebensdauer. Der beinahe jährlich anfallende Austausch der sabbernden Gabeldichtringe entfällt nach Montage von 100/7-Faltenbälgen. Die Einhaltung des Inspektionsintervalls von 7500 Kilometern für das Ventilspiel ist nicht möglich. Nach 1000 Kilometern scharfer Fahrt ist absoluter Handlungsbedarf. Die von BMW angebotenen Ausgleichsscheiben für die Kipphebelwellen schaffen Ruhe im Kopf.Michael Ledder, Harpstedt

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