Lesererfahrungen

Die Venture-Fahrer sind sich einig: Der Motor ist prima, das Fahrwerk ist wackelig - zum Schluchtenflitzen taugt die Venture nur bedingt. Um so erstaunlicher der hohe Anteil an Zuschriften aus der Schweiz.

Nach drei Jahren auf einer Honda GL 1100 entschloß ich mich 1988, auf eine XVZ 12 T zu wechseln. Sie war erst ein Jahr jung und 4000 Kilometer gelaufen - der Kaufpreis war im Vergleich zu den Gold Wing-Modellen sehr gering. Meine Erfahrungen, die ich bis 1991 während 38 000 gefahrenen Kilometern machte, sind sehr positiv. Allerdings mußte bei Kilometerstand 13 000 die Lichtmaschine gewechselt werden. Der starke Motor ließ keine Wünsche offen. Auch das Fahrwerk war, nachdem man den Luftdruck in Gabel und Stoßdämpfern mit Hilfe des Kompressors entsprechend einstellte, für einen Supertourer okay.Jürgen Feldmann, NeunkirchenIch habe 1992 eine XVZ 12 T mit 51 000 Kilometern gekauft, der Kilometerstand heute: 84 000. Das Motorrad ist sehr pflegeleicht und viel einfacher zu handhaben, als es aussieht. Selbst in überladenem Zustand (Ferien mit der Frau) sind keine wesentlichen Probleme aufgetreten. Das einzige echte Übel sind die Bremsen: Wegen der starken Aufstellneigung ist es sehr gefährlich, mit der Fußbremse auch nur in geringen Schräglagen zu bremsen. Ich habe daher die Bremsanlage so umgebaut, daß die Fußbremse nur noch auf das Hinterrad wirkt.Heinz Wenger, CH-BernMitte 1993 erstand ich meine zweite Venture (XVZ 12 T). Nun sind mittlerweile 55 000 Kilometer auf dem Tacho. Der Motor erwies sich bisher als sehr robust und glänzt durch Elastizität. Das große Manko der Venture ist jedoch das Fahrwerk: Bei Geschwindigkeiten über 140 km/h und in welligen Kurven fühlt man sich in die Zeit der Kirmes-Schiffschaukel zurückversetzt. Hier hilft nur: der Einbau besserer Gabelfedern, einfach Gas geben und nicht versuchen, mittels Kraft die Pendelbewegung zu stoppen. Bei voller Beladung wird das Fahrverhalten deutlich besser. Ich bin mit dem durchzugsstarken Motor, dem Wind- und Wetterschutz, dem großen Stauraum und dem sehr bequemen Soziusplatz sehr zufrieden.Nils Gessinger, HamburgIch habe meine XVZ 1300 Venture Royal 1988 mit Freude neu gekauft und 1993 ohne Trauer wieder verkauft und bin dazwischen zirka 80 000 Kilometer mit ihr gefahren. Fahrstil: Immer zu schnell bis Vollgas, inklusive Kurvenräubereien, Burnouts und Wheelis. Die guten Seiten: Die XVZ ist das bequemste Schiff mit einer optimalen Motorcharakteristik. Das Getriebe ist ohne Macken, die Schräglagenfreiheit groß. Die schlechten Seiten: Mit 20 Litern ist der Tank viel zu klein. Nur durch viel Aufwand kann man dem Fahrwerk Manieren beibringen - Federelemente ersetzen und auf die härteste Einstellung fixieren, Lenkkopflager regelmäßig kontrollieren, Schwinge und Federbeinhebel jährlich neu lagern, die richtigen Reifen montieren (Michelin Hi-Tour vorn, Conti-Tour hinten) und nie ohne Sozia fahren. Zwischen 50 und 90 km/h flattert der Lenker. Bisher hatte ich drei verzogene Bremsscheiben und zwei demolierte Bremszangen zu beklagen. Der schlechte Zugang zu den Seitenkoffern nervt, außerdem hat die Venture das schlechteste Radio im Vergleich zur Konkurrenz. Die Schiebermembranen der Vergaser halten nur zirka 10 000 bis 15 000 Kilometer, bevor sie undicht werden. Das Resultat dieses teuren Schadens: keine Leistung mehr ab 6500/min. Die Lösung: Die undichten Stellen mit Sekundenkleber reparieren, das hält weitere 15 000 Kilometer. Zwei Wasserpumpen mußten auch ersetzt werden. Bilanz aus meinen Erfahrungen: Es leuchtet mir ein, daß mein Fahrstil maßgebend für den Verschleiß war. Erstaunlich nur die Tatsache, daß mein Fahrstil immer derselbe ist und daß sich nur bei der Venture andauernd die gleichen Teile vernichten lassen.Xavier Hall, CH-Zollikofen100-Mark-Tip

Artikel teilen

Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote