Marktsituation Kawasaki Z 1000

marktSITUATION
Harter Winter für Verkäufer einer gebrauchten
Z 1000: Seit Herbst 2005 kalkuliert Kawasaki im wahrsten Sinne eiskalte Preise für Neufahrzeuge. Bis zum 28. Februar 2006 gibt’s bei den Vertragspartnern zehn Prozent Rabatt – eine 2006er, frei wählbar in den Farben Schwarz, Blau oder Silber, kostet jetzt knapp unter 9000 Euro. Wer nicht
bar zahlen kann oder möchte, bekommt einen niedrigen Finanzierungs-Zins von 1,99 Prozent. Außerdem bieten manche Händler jungfräuliche Tageszulassungen des Baujahrs 2005, ebenfalls günstig finanzierbar, um die 8000 Euro an. Vor-
führer mit sehr wenigen Kilometern (unter 1000) werden für rund 7500 Euro losgeschlagen.

Gebrauchtmaschinen in der Preisliga ab 7000 Euro lassen sich folglich sehr schwer verkaufen. Ein Vertragshändler aus Franken drückt die
vertrackte Situation so aus: »Da nimmst du eine Maschine vom Kunden für einen guten Preis in Zahlung, machst noch den Service und investierst in neue Reifen, dann kommt da so eine Aktion
von Kawasaki, und du bist angeschmiert.« Die
Gebrauchte mit diversem Zubehör hat er schon auf seinen eigenen Einkaufspreis heruntergesetzt, um sie loszukriegen. Andere Händler indes lässt die Winterzeit kalt. Sie wissen, dass die Z 1000 eigentlich eine gesuchte Gebrauchtmaschine ist und warten bis zum Frühjahr, wenn die Nachfrage steigt und die Preisaktionen vorbei sind. Gewinn bringend ist diese Strategie jedoch nicht, denn lange Standzeiten drücken ebenfalls den Preis.

Bei markenübergreifenden Gebrauchthändlern ist die junge Tausender selten im Angebot: »Die meisten gebrauchten Z 1000 liegen preislich noch über dem Budget unserer Barkauf-Interessenten. Und das Rechenmodell einer Gebrauchtfinanzierung geht nur dann auf, wenn die Raten deutlich unter denen bei einem Neukauf mit wesentlich günstigeren Möglichkeiten liegen«, erklärt ein Hamburger Händler. Um selbst ein gutes Geschäft zu machen, muss er privaten Verkäufern einer Z 1000 so wenig bieten, dass diese in der Regel ihr Motorrad lieber direkt in die Zeitung setzen.

Die Inserenten merken dann schnell, dass es nicht so einfach ist, die Maschine zu veräußern. Anders als die Händler haben sie keine Gewährleistungspflicht. Ihre einzige Chance: Preis-Dumping oder den
potenziellen Käufer regelrecht mit Zubehör über-schütten. Wer allerdings auf massig Billigangebote hofft, täuscht sich. Viele Anbieter versuchen es zunächst mit etwas naiven Preisvorstellungen, verkaufen letztlich aber lieber gar nicht als verlustreich. Dennoch, die Suche nach Schnäppchen lohnt, weil der eine oder andere sich aus finanziellen Sachzwängen von seiner Maschine trennen muss und sie zum Discount-Preis feil bietet.

Offerten mit realen Verkaufschancen liegen selten über der 7000-Euro-Grenze. Auf der anderen Seite sind für das maximal drei Jahre alte Motorrad mindestens 6000 Euro fällig. Trotz dieses schmalen Preisfensters ergeben sich allerhand Unterschiede bei den Angeboten. Schwacke-Liste und DAT-Bewertung etwa empfehlen für ein 2004er-Modell mit rund 15000 Kilometern einen Verkaufspreis von etwas über 7000 Euro. In der Realität liegen bei diesen Eckdaten viele inserierte Z1000 jedoch rund 500 Euro darunter, oder es stehen für das Geld vereinzelt 2005er-Maschinen mit rund 10000 Kilometer Laufleistung zum Verkauf. Für 6000 Euro sollte man sich auf ein 2003er-Modell mit mindestens 15000 Kilometern einstellen. Fahrzeuge mit hohen Laufleistungen über 30000 Kilometer werden so gut wie gar nicht inseriert.

Besonders beliebt sind Exemplare in Schwarz und Orange, auch das Kawa-Grün ist für Markenfans interessant, Rot geht weniger gut. Genügend spannende Offerten gibt es – wer nicht unbedingt das allergünstigste Angebot sucht, wird bei der großen Auswahl an gebrauchten Z 1000 jedenfalls leicht fündig.

besichtigung
MOTORRAD-Bilanz nach 50000 Kilometern: kein
Defekt, der die Z 1000 lahm legte, keine großen Schwächen. Doch kleinere Kritikpunkte. Am häufigsten beanstanden die Fahrer einen heulenden sechsten Gang. Kawasaki verbuchte das zunächst als Schönheitsfehler, modifizierte aber für das Modell 2005 die Getrieberäder, um das Problem zu beheben. Mehr als nur ein Schönheitsfehler ist die schwere Schaltbarkeit des Getriebes mancher Exemplare. Bei allzu großer Schwergängigkeit tauscht Kawasaki auf Garantie die Schaltwalze und die Gabeln. Bei der Probefahrt also unbedingt auf entsprechende Signale aus dem Getriebe achten!

Speziell an den Schweißnähten im Lenkkopfbereich entsteht manchmal aufgrund schlechter Lackqualität hässlicher Rost. Außerdem verzerren die starken »good Vibes« der Kawasaki die Sicht in den Rückspiegeln, führten an der MOTORRAD-Dauertest-
maschine sogar zum Bruch eines Zapfen der Heckverkleidung. Neben des obligatorischen Checks von Reifen und Kette sollte man bei Maschinen mit mehr als 25000 Kilometern auch das Lenkkopf- und die Radlager auf Verschleiß überprüfen.

Vorausgesetzt, die Z 1000 wurde ordnungsgemäß gepflegt und gewartet (durch Serviceheft und Rechnungen belegen lassen, auch etwaige Garantie-Restzeit überprüfen!), empfiehlt sie sich als zuverlässige Gebrauchtmaschine. Dem klasse Resultat des MOTORRAD-Langstreckentests haben bisher jedenfalls nur wenige »Zett«-Treiber widersprochen.

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