Modellgeschichte: HONDA CB 250 TWO-FIFTY

Modellgeschichte
Gerade mal von 1996 bis 1999 war die in Spanien bei Montesa gefertigte CB 250 Two-Fifty in Deutschland erhältlich. Kein Erfolgsmodell also. Anzumerken ist, dass Motorräder wie die Two-Fifty nicht für den deutschen Markt konzipiert wurden, sondern eher für Südeuropa, wo viele Menschen Motorräder nicht als Freizeitgeräte, sondern als möglichst ökonomische Transportmittel einsetzen. Dagegen beschränkte sich hier zu Lande der 250er-Markt schon vor rund zehn Jahren auf eine geringe, aber nicht unbedeutende Zahl von Vernunft-
menschen, die kein Statussymbol, sondern schlicht
ein preisgünstiges Motorrad suchten. Mit der nur 6990 Mark teuren Honda wurden sie fündig.
Der technisch bereits 1996 etwas angestaubte, in seiner Urform seit den Siebzigern aus der CM 185 bekannte Paralleltwin leistet 17 PS. Er brennt kein Feuerwerk ab, doch die Leistung ist ausreichend, um außerhalb geschlossener Ortschaften und auf der Autobahn nicht die rote Laterne tragen zu müssen. Das Fünfganggetriebe lässt sich Honda-typisch leicht und präzise schalten. Fahrwerk sowie Bremsen gehen voll in Ordnung, so dass die lediglich 144 Kilogramm schwere und sehr handliche Honda auch bei flotterer Gangart Spaß macht.
Obwohl die Sitzbank der Two-Fifty ausreichend Platz für einen Mitfahrer bietet, bereiten längere Ausflüge zu zweit keine große Freude. Für den Soziusbetrieb ist das Fahrwerk der 250er einfach
zu soft, verwindet sich, und die Federelemente schlagen durch.
In der kurzen Zeit auf dem deutschen Markt ging die Two-Fifty technisch unverändert in den Handel. Vernunftkäufer von heute, die sich auf dem Gebrauchtmarkt nach ihr umsehen, stört das Fehlen modischen Schnickschnacks oder erwähnenswerter technischer Gimmicks weniger. Als Brot-und-Butter-Bike par excellence punktet die kleine Honda ohnehin eher mit ihren niedrigen Unterhaltskosten und einem verhaltenen Benzinkonsum.

MArktsituation
Auch wenn die Angebote nur dünn gesät sind,
werden geduldige Schnäppchenjäger fündig. Das Gute: Die meist sehr gepflegten Fahrzeuge mit geringen Laufleistungen um die 10000 Kilometer kosten selten über 1500 Euro, das Gros liegt im Schnitt knapp über 1000 Euro. Two-Fiftys mit mehr als 20000 Kilometern können sogar unter 1000 Euro erstanden werden. Da die Fahrzeuge noch keine zehn Jahre alt sind, lohnt die Suche beim Händler. Diese bieten zwar etwas teurer als Private an, unterliegen bei Mängeln jedoch der Gewähr-
leistungspflicht – ein echter Bonus für den Käufer.

Tipps
Scheckheft, kratzerfrei, Verschleißteile in gutem
Zustand – speziell Privatverkäufer werden häufig trotz guter Eckdaten ihr Fahrzeug aufgrund der mangelnden Popularität der Two-Fifty nicht auf Anhieb los, inserieren dann noch einmal. Steht
bei diesen Anbietern das Motorrad im Idealfall in der Garage und dort eigentlich nur im Weg herum, zeigen sich die Verkäufer in der Regel in Sachen Preis verhandlungsbereit. Die Suche nach fast neuwertigen Exemplaren zum Discounter-Preis lohnt auf jeden Fall und führt auch zum Erfolg. Voraussetzung: regelmäßige Gebrauchtmarktbeobachtung im Internet und in Anzeigenblättern sowie unter Umständen ein längerer Anfahrtsweg zur Probefahrt, weil die anvisierte Wunschmaschine nur mit sehr viel Glück in der Nähe steht.

Test in MOtorrad*
9/1996 (VT), 8/1996 (FB)
VT=Vergleichstest, FB=Fahrbericht;
*Nachbestellungen unter Telefon 0711/182-1229

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