Modellgeschichte: YAMAHA XT 600

Modellgeschichte
Alle XT-600-Modelle zusammengenommen, fahren in Deutschland knapp 30000 Stück herum – damit ist die 600er von Yamaha die zahlenmäßig erfolgreichste Einzylinder-Enduro auf dem Markt. 1983 begann diese Ära mit der Ur-Ténéré, 2003 endete sie mit der XT 600 E. Sämtliche Modellvarianten und Typkürzel der 20-jährigen Bauzeit aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. Deshalb beschränken wir uns auf die »Grundversion« der XT, der Jahre 1984 bis 1989.
Viele Yamaha-Kenner halten diese Modellreihe (Typ 43F von 1984 bis 1986 und Typ 2KF/2NF von 1987 bis 1989) ohnehin für die beste während der langen Marktpräsenz. Durch die ständig neuen Lärm- und Abgasvorschriften blieben bei späteren XT immer mehr PS
auf der Strecke, und zusätzliche Ausstattung
wie E-Starter ließen die Pfunde in die Höhe schnellen. Aus der leichten, hochbeinigen und wendigen Hard-Enduro der Anfangsjahre wurde so eine im Vergleich fast schon fettleibige, weich gespülte Ausgabe.
Doch zurück zur ersten XT 600 von 1984 (Typ 43F). Sie wiegt vollgetankt 154 Kilogramm und kommt mit einem kleinen 11,5-Liter-Tank und einer Trommelbremse im Hinterrad daher. Die fünf Kilogramm schwereren Nachfolgerinnen 2KF (mit 45 PS) und 2NF (mit 27 PS) bekamen ab 1987 hinten eine Scheibenbremse verordnet, außerdem wurden Vergaser, Schalldämpfer und Schwinge modifiziert. Durch die riesigen Federwege von 255 Millimeter vorn und 235 hinten bieten diese Modelle reichlich Reserven für derbe Ausflüge ins Gelände. Dass diese gewaltigen Federreserven auch Nachteile mit sich bringen, zeigt sich spätestens bei Hochgeschwindigkeitsfahrten auf der Autobahn, wo
die XT gern mal heftig zu pendeln beginnt.
Besonders stark tritt dieser Effekt mit extrem grobstolliger Bereifung zutage. Stark verkürzte Federwege beim darauffolgenden XT-Modell vom Typ 3TB (ab 1990), das auch einen
E-Starter bekam, verringerten die Pendelneigung spürbar.

Kaufempfehlung
Yamahas XT 600 der Baujahre 1984 bis 1989 genießt einen guten Ruf und ist als Gebrauchte im Vergleich mit späteren Modellen in puncto Preis-Leistungs-Verhältnis kaum zu schlagen. Die etwas modernere Variante 2KF ab 1987
besitzt hinten eine Scheibenbremse. Allerdings stellt die Trommelbremse der Vorgängerin 43F keinen Kaufhinderungsgrund dar. Wichtiger ist viel eher der Allgemeinzustand von Motor und Fahrwerk. Und der offenbart sich am besten
bei einer Besichtigung vor Ort und einer ausgiebigen Probefahrt. XT 600 für unter 1500 Euro weisen zumeist Laufleistungen von über 50000 Kilometern auf. Kilometerangaben von deutlich unter 30000 sind aufgrund des Fahrzeugalters fast schon ein wenig verdächtig, diese sollten sich Käufer vom Vorbesitzer entsprechend nachweisen lassen.

Tipps
Auch bei der XT gilt, wie bei allen Gebrauchtkäufen, immer einen Blick auf den Zustand der Verschleißteile wie Reifen, Bremsbeläge und Bremsscheiben sowie Kettensatz zu werfen. Sind die bereits am Ende, kommen gleich zu Anfang einige hundert Euro Zusatzkosten auf den neuen Besitzer zu. Sehr zu empfehlen ist die XT-Homepage im Internet unter www.xt600.de, auf der sich nicht nur XT-Besitzer austauschen. Hier finden sich zahlreiche Tipps zu Motordaten, Einstellwerten, Reparaturen, Reifenfreigaben, Zubehör, Verbesserungen und sinnvoller Literatur.

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