Modellgeschichte Yamaha FZ 750

Mit einem wahren Feuerwerk technischer Innovationen startete die Yamaha FZ 750 im Frühjahr 1985 ihre Karriere. Einen wassergekühlten Vierzylinder mit fünf Ventilen pro Zylinder und der Vergaserbatterie in Fallstromanordnung hatte die Motorradwelt – zumindest in Großserie – bis dato noch nicht gesehen. Das Triebwerk mit der auffällig um 45 Grad nach vorn geneigten Zylinderbank überzeugte auf Anhieb: Leistung, Durchzugsvermögen und Laufkultur lagen seinerzeit auf höchstem Niveau. Weil auch das gleichermaßen handliche wie stabile Fahrwerk mit dem kleinen 16-Zoll-Vorderrad keine Schwäche zeigte, hatte die Konkurrenz – darunter die hoch gehandelte, ultraleichte Suzuki GSX-R 750 – beim ersten MOTORRAD-Vergleichstest deutlich das Nachsehen. Eine fast makellose Vorstellung gab die FZ 750 auch beim folgenden Langstreckentest. Abgesehen vom Defekt am Getriebeausgangslager, einem häufiger auftretenden Schaden der ersten Baureihe, der nicht besonders standfesten Kupplung sowie dem in der Dämpfung nachlassenden Federbein überstand die Yamaha den 40000-Kilometer-Marathon mit Bravour. Kein Einzelfall übrigens, wie viele Leserzuschriften zu diesem Thema belegen. Weniger zufriedenstellend hingegen verlief der Verkauf der Hightech-Yamaha. Einer der Hauptgründe für die Zurückhaltung der Käufer war sicherlich das etwas biedere Styling der ersten Baujahre. Als Yamaha 1987 der FZ 750 im Rahmen einer umfangreichen Überarbeitung auch eine sportliche Vollverkleidung spendierte, war der Zug für die FZ jedoch bereits abgefahren. Die neuen Supersportler vom Schlag einer Kawasaki ZXR 750 beschritten 1989 mit Alurahmen sowie breiten Schlappen einen Weg, dem die FZ 750 mit ihren schmalen Reifen und dem mittlerweile altbacken wirkenden Vierkant-Stahlrohrrahmen nicht mehr folgen konnte. Auf der anderen Seite zog die Yamaha mangels Hauptständer und bequemem Soziusplatz im Rennen der Allrounder gegen die mittlerweile etablierte Honda VFR 750 und deren famosen V-Vierzylinder ebenso den Kürzeren. All dies braucht Gebrauchtkäufer heute nicht mehr zu kümmern. Wer keine supersportlichen Ambitionen hegt, meist alleine unterwegs ist und dabei auch noch seine Finanzen im Auge behalten muss, macht mit einer gepflegten FZ 750 nichts falsch. Das im Vergleich zu den höher gehandelten Klassenkonkurrenten wie der VFR eingesparte Geld kann man dann in ein hochwertiges Zubehörfederbein und progressive Gabelfedern investieren, die der Yamaha zu einem auch aus aktueller Sicht passablen Fahrverhalten verhelfen.

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