Modellübersicht: Yamaha YZF 1000 R

Modellgeschichte
Mit der YZF 1000 R Thunderace demonstrierte Ya-
maha, wie man ohne Aufwand einen Supersportler in einen Sporttourer verwandelt. Als die ersten Exemplare im Frühjahr 1996 auf die Straße rollten, galt
die 1000er nämlich noch als ernsthafte Konkurrentin um den sportlichen Spitzenplatz, obwohl sie sich
in Deutschland serienmäßig mit 98 PS bescheiden musste. Aber auch mit der vollen Leistung von 145 PS hatte die etwas moppelige Thunderace gegen leichtgewichtige Modelle wie beispielsweise die
Honda CBR 900 RR auf abgesperrter Strecke keinen leichten Stand. Zwei Jahre später war die Zeit reif für einen Imagewandel. Grund war die in jeder Hinsicht extreme YZF-R1, welche ab 1998 die YZF 1000 R aus sportlicher Sicht ins zweite Glied verdrängte.
Dort, im Reigen der leistungsstarken Sporttourer, kann sich die Thunderace bis heute prima behaupten. Den Eindruck der durch nichts zu erschütternden Souveränität verdankt die YZF 1000 R ihrem dreh-momentstarken Vierzylinder, der mit seidenweichem Lauf sowie zurückhaltendem Verbrauch brilliert. Positiv auf Tour sind die zwar sportliche, aber zu-
mindest für Großgewachsene durchaus bequeme Sitzposition sowie der ordentliche Windschutz hinter der aerodynamisch ausgefeilten Verkleidung.
Das gleichermaßen handliche wie spurstabile Fahrwerk mit den voll einstellbaren Federelementen und den exzellenten Bremsen hat ebenfalls keine Mühe, den Ansprüchen an einen Allrounder gerecht zu werden. Vorausgesetzt, die nicht überzeugende Erstbereifung (Metzeler ME Z2) wird gegen aktuelle Gummis getauscht. Apropos Tauschen: Für Kilometerfresser, die es etwas bequemer haben möchte, empfiehlt sich der Wechsel der serienmäßigen Lenkstummel gegen den vier Zentimeter höheren Lenker-Kit namens Match, den LSL (Telefon 02151/55590) für 269 Euro offeriert.
Marktsituation
Obwohl die Thunderace bereits nach zwei Jahren
als sportliche Speerspitze von der YZF-R1 verdrängt wurde, hielt sie sich bis 2002 im offiziellen Yamaha-Programm. Insgesamt entschieden sich 5674 Käufer für die YZF 1000 R. Heute verzeichnet das Kraftfahrt-
Bundesamt einen Bestand von rund 4500 Stück. Wer eine Thunderace sucht, hat also gute Chancen, ein in Zustand und Preis passendes Exemplar zu ergattern.
Das Preisniveau ist moderat, weil die Yamaha im Vergleich zu anderen potenten Allroundern wie Kawasaki ZX-9R oder Honda CBR 1100 XX weniger gesucht ist. Mit der Folge, dass selbst die letzten Abverkaufsexemplare mit Laufleistungen bis 15000 Kilometer und einem Vorbesitzer bereits für 5500 bis 6000 Euro zu haben sind. Ältere Exemplare kosten zwischen 3000 Euro (Modelle ab 1996 mit rund 40000 Kilometern) und 5000 Euro (Baujahr 2000, um 20000 Kilometer).
Besichtigung
Interessenten für eine gebrauchte Thunderace soll-
ten gleich nach der gewünschten Leistungsvariante Ausschau halten, da beispielsweise die Entdros-
selung von 98 PS auf nominell 145 PS rund 350 Euro kostet. Die Technik der YZF 1000 R gilt als recht robust. Schwachpunkte gab es nur bei den Modellen des ersten Baujahrs – da bemängelten die Besitzer häufig einen hohen Ölverbrauch. Geänderte Kolben (ab Fahrgestellnummer 4VD-010219) sorgten für Abhilfe. Vereinzelten Motorschäden wegen mangelnder Ölversorgung des dritten Kurbelwellenhauptlagers begegnete Yamaha 1997 mit zwei zusätzlichen Ölbohrungen für die betroffene Gleitlagerschale. Wer auf Nummer sicher gehen will, wählt deshalb vor-
zugsweise eine Thunderace ab Modelljahr 1998.

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote

Alle Artikel