Modellübersicht Honda CB 500

Modellgeschichte
Die CB 500 im Renneinsatz? Da lachen ja die Hühner! Deshalb besonderes Kuriosum innerhalb der Modellgeschichte: Honda bot diverse Cup-Veranstaltungen in Frankreich, Großbritannien und Italien an. 1999 gab es im französischen Le Mans sogar ein spezielles 24-Stunden-Rennen für CB 500. Von den 41 angetretenen Teams musste keines wegen technischer Defekte aufgeben. Mögen die Kritiker bezüglich
der Sporttalente dieses ausgesprochenen Brot-und-Butter-Motorrads lachen, in Sachen Langstreckentauglichkeit lässt sich die Honda nur wenig vormachen. Das wissen deutsche CB-Besitzer, auch ohne Rennen zu fahren. Seit Markteinführung der 500er hatten sie kaum Grund, an ihrer Maschine
zu mäkeln. Hondas Konzept, ein preisgünstiges und gleichzeitig besonders zuverlässiges Motorrad zu bauen, ging auf.
Viele kostenbewusste Alltagsfahrer wie etwa Berufspendler mit Motorradführerschein oder Kurierfahrer entschieden sich für die CB 500 als Sparmobil. Und um möglichst viele Einsteiger zu überzeugen, luden die Japaner zur Präsentation der 500er nicht nur ausgewählte Fachjournalisten ein, sondern auch eine Gruppe von Fahrlehrern. Denen gefiel die Maschine, dito den Presseleuten, später ebenso den vielen Motorrad-Novizen, die in der Fahrschule Erstkontakt mit der CB 500 hatten.
Das Mittelklasse-Bike verkaufte sich jedenfalls auf Anhieb sehr gut. In der Modellpflege tat sich nicht viel. Was die Kunden nicht störte, denn Anfang der Neunziger kam es aufgrund des hohen Yen-Kurses in dieser Kategorie Motorrad mehr auf einen attraktiven Preis als auf technische Highlights an. Der Twin
lief gut, das nur 8960 Mark teure Motorrad war schnörkellos und fuhr sich quasi idiotensicher.
Warum also etwas ändern? »Never change a running system«, lautete offensichtlich die Devise der Honda-Mannen. Beim Modellwechsel der intern als PC 26 bezeichneten Maschine zur PC 32, die seit dem Modelljahr 1997 in Italien vom Band rollte, spendierten die Ingenieure dem kleinen Naked Bike immerhin hinten eine Scheiben- statt Trommelbremse. 1998 kam mit der CB 500 S eine Variante mit Cockpitverkleidung hinzu, die sich technisch ansonsten aber nicht unterschied. Nach rund zehn Jahren Bauzeit verabschiedete sich die kleine Honda letztes Jahr vom Markt und ist heute trotz oder gerade wegen ihres fast schon bescheidenen Auftritts ein gefragtes Gebrauchtmotorrad.

Marktsituation
Das Angebot an gebrauchten CB 500 lässt kaum Wünsche offen, weil es schier unerschöpflich ist. Jungspunde mit schmalem Taschengeld werden ebenso fündig wie alte Hasen, die vielleicht ein
neuwertiges Zweit- oder Alltagsmotorrad suchen. Schließlich wurden nach Honda-Angaben ursprünglich mehr als 26000 Maschinen neu verkauft, von denen heute immer noch deutlich mehr als 20000 auf deutschen Straßen anzutreffen sind. Über
die Hälfte der Zulassungen sind 34-PS-Varianten. Ein Zeichen dafür, dass die CB 500 hauptsächlich im Visier von Einsteigern steht. Diese suchen häufig Offerten bis 2000 Euro. Angeboten bekommen sie dafür meist Modelle bis 1997, also die PC 26 mit Laufleistungen um die 30000 Kilometer.
Da der Motor viel wegsteckt, lohnt für Sparfüchse
die Jagd auf Schnäppchen mit höheren Laufleistungen. Vereinzelt finden sich ältere und gut
gepflegte CB 500 mit mehr als 50000 Kilometern
für 1000 bis 1500 Euro. Wer mehr Geld anlegt,
etwa 2500 Euro, bekommt auf dem Privatmarkt
eine große Auswahl von PC 32 bis Baujahr 1999
mit einem Tachostand zwischen 10000 und 20000 Kilometern. Noch mal 500 Euro draufgelegt, und
es gibt ein topgepflegtes Fahrzeug mit geringer Laufleistung, oft aus erster Hand. Die neu etwas teurere »S«-Version mit Cockpitverkleidung wird als Gebrauchte in der Regel nur für rund 100 Euro mehr verkauft.
Ab 3500 Euro in der Tasche kann sich der Käufer auf die Suche nach einer CB 500 oder CB 500 S im Fast-Neuzustand machen. In dieser Preisliga empfiehlt sich der Weg zu einem Händler. Gerade jüngere
Besitzer bekommen vom Händler teilweise attraktive Inzahlungnahme-Angebote, wenn sie nach zwei, drei Jahren von ihrer CB 500 auf eine größere Neumaschine wie etwa eine CBF 600, CBR 600 oder Hornet umsteigen. Der Händler seinerseits bringt eine CB 500 aus erster Hand vergleichsweise einfach an den Mann oder die Frau, denn Neu- oder Späteinsteiger mit Interesse an diesen Gebrauchtmaschinen gibt’s überall genug.
Natürlich werden manche Maschinen absolut überteuert ausgeschrieben. Tipp: Möglichst viele verschiedene Offerten vergleichen und dann in Ruhe eine Auswahl der Maschinen treffen, die man vor
Ort besichtigen und Probe fahren möchte. Keine Eile! Da das Angebot so groß ist, findet sich meist etwas
Vergleichbares, falls einem das Wunschobjekt vor der Nase weggeschnappt wird.

Besichtigung
Die Bilanz des MOTORRAD-50000-Kilometer-Langstreckentests fiel 1996 knapp und freundlich aus: Außer Spesen nichts gewesen. Während größere Maschinen am harten Testbetrieb gescheitert sind, konnte die CB 500 als Dauerläufer voll überzeugen. Das bestätigen auch viele Besitzer und Händler. Gebrauchtkäufer brauchen sich dementsprechend nicht um hinterhältige Tücken und Macken zu sorgen. Der 500er-Paralleltwin läuft und läuft und läuft, tadelloser Kaltstart sowie runder Motorlauf sind Standard.
Das insgesamt einfache und ehrliche Motorrad gab es in verschiedenen Leistungsvarianten: 34, 50 und 57 PS. Eine nachträgliche Leistungsänderung mittels Ansaugstutzen sowie Hauptdüsen ist bei dieser Honda vergleichweise günstig und schlägt inklusive Arbeitslohn und TÜV mit zirka 200 Euro zu Buche. Vor dem Kauf sollte man unbedingt nach Stürzen oder Unfällen fahnden. Auffällig ist eine Maschine mit vielen Kilometern, die keine Gebrauchspuren an den wenigen Verkleidungsteilen oder dem Tank aufweist. Eventuell will der Verkäufer durch neue Teile einen größeren Schaden verbergen. Negativ ist zudem, wenn viele Vorbesitzer im Brief eingetragen sind, das Motorrad aber nur wenige Kilometer auf dem Tacho hat. Dann nach einem lückenlosen Kundendienst-Heft fragen.
Neben der Fahndung nach Sturzschäden (beschädigter Lenkanschlag, Kratzer an Schwinge, Rahmen, Auspuff) sollte man bei der Besichtigung auf den Zustand von Verschleißteilen wie Lenkkopflager, Kettensatz, Reifen oder Bremsbeläge achten, um zusätzliche Kosten zu vermeiden. Achtung: Die ersten PC 32 ab Baujahr 1997 aus Italien korrodierten stärker als die Vorgängerinnen aus japanischer Produktion, deshalb unbedingt den Tank auch innen auf Rost untersuchen. Beliebt als Zugabe beim Kauf sind Schutzbügel und ein Koffersystem von Hepco & Becker.
Weitere Infos und gute Tipps finden sich im Internet unter www.cb500.de.

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