Tipps, Tricks und die wichtigten Spielregeln für den Gebrauchtkauf-Markt Gebrauchtberatung: Kauf- und Verkauftipps für Gebrauchtfahrzeuge

Gebrauchtkauf-Zeit ist immer. Damit am Ende Verkäufer und Käufer gleichermaßen zufrieden sind, gilt es, ein paar Spielregeln zu beachten.

Foto: Sdun
Gute Geschäfte: Tipps für den Gebrauchtkauf-Markt.
Gute Geschäfte: Tipps für den Gebrauchtkauf-Markt.

Jetzt geht es in den einschlägigen Internetbörsen und Print-Rubriken wieder rund. Das Gebrauchtmaschinenangebot ist üppig, die Schnäppchendichte vermeintlich hoch, und so mancher Glücksritter gerät in Kaufrausch. Oder aber in Verkaufsrausch, denn Gebrauchtgeschäfte bieten Lust- und Frustpotenzial für beide Seiten: Verkäufer müssen aufpassen, tatsächlich ihr Geld zu bekommen und vor Haftungsansprüchen sicher zu sein. Käufer erwarten zu Recht, für ihr Geld vernünftige Ware mit nachvollziehbarer Historie zu bekommen. Für beide Parteien stehen auf diesen Seiten ein paar grundsätzliche Tipps, die dabei helfen, Motorrad-Gebrauchtkaufgeschäfte als das zu genießen, was sie eigentlich sein sollen: als großen Spaß, der unser gemeinsames Hobby noch etwas reizvoller macht.

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Kaufen - So gibt's gute Ware für gutes Geld

Foto: Archiv
Kaufen: So gibt's gute Ware für gutes Geld.
Kaufen: So gibt's gute Ware für gutes Geld.
  1. Nicht auf ein bestimmtes Modell, eine bestimmte Farbe oder ein bestimmtes Baujahr versteifen. Damit setzt man sich nur unnötig unter Druck, und das Angebot ist zu begrenzt. Frühzeitig nach möglichen Alternativen erkundigen.
  2. Nie allein zum Besichtigungstermin fahren.
  3. Ausreichend Zeit einplanen. Termine, die man nicht einhalten will oder kann, fairerweise absagen.
  4. Finger weg von Maschinen, bei denen noch nicht mal die einfachsten Wartungsarbeiten gemacht worden sind (Ölstand, Kettenspannung etc.). Besondere Vorsicht bei warm gefahrenen Motoren.
  5. Vom Verkäufer nicht unter Druck setzen lassen („Ich habe noch mehrere Interessenten“). Kaum ein Angebot ist einmalig.
  6. Grundsätzlich eine Probefahrt machen oder von einem sachverständigen Bekannten machen lassen.
  7. Nicht auf lockere Zusagen („TÜV/Eintragung kein Problem“) vertrauen. Wenn es so einfach ist, hätte es der Verkäufer dochauch selbst machen können. Geld gibts grundsätzlich erst, wenn alle Versprechungen erfüllt worden sind.
  8. Nicht nur auf den Kopf, sondern auch auf den Bauch hören. Ein Motorrad gefällt einem auf Anhieb - oder es gefällt einem nie.
  9. Bargeld immer am Körper tragen, nicht in Jacken oder im Rucksack lassen.
  10. Immer einen schriftlichen Kaufvertrag machen. Alle zugesicherten Eigenschaften schriftlich festhalten.

Verkaufen - So gibt's gutes Geld für gute Ware

Foto: Archiv
So gibt's gutes Geld für gute Ware.
So gibt's gutes Geld für gute Ware.
  1. Man braucht nur einen einzigen Interessenten, der kauft. Also keine Panik, wenn das Telefon nicht ständig klingelt.
  2. Am Telefon werden grundsätzlich keine Preisgespräche geführt. Ernsthafte Interessenten machen das erst beim Besichtigungstermin.
  3. Offensichtliche Labertaschen und Dummschwätzer am Telefon kurzhalten und abwürgen. Es ist die Zeit des Verkäufers, die solche Typen stehlen.
  4. Jeden Euro, den man in die Aufbereitung der Maschine steckt, bekommt man doppelt und dreifach zurück. Also eine „Putz- und Flickstunde“ einplanen.
  5. Bei Interessenten, die einen festen Besichtigungstermin vereinbaren, nach genauem Namen und Telefonnummer fragen. Das schützt zwar nicht vor Nichtkommern, erhöht aber die Chance, dass die Typen absagen, wenn sie den Termin nicht einhalten wollen oder können.
  6. Vor einer Probefahrt unbedingt den Führerschein zeigen lassen.
  7. Während der Probefahrt Personalausweis als Sicherheit einbehalten.
  8. Immer einen schriftlichen Kaufvertrag machen. Keine Zusicherungen abgeben, die man nicht 100-prozentig belegen kann (zum Beispiel Unfallfreiheit, Kilometerleistung).
  9. Bargeld lacht. Alle anderen Zahlungsformen (Scheck, Überweisung etc.) sind tabu. Fahrzeugpapiere erst nach vollständiger Bezahlung aushändigen.
  10. Alle Übergaben (Fahrzeug, Papiere, Anzahl der Schlüssel, Geld) mit Ort, Datum und Uhrzeit schriftlich bestätigen lassen.

Richtig fürs Internet fotografieren

Foto: Herder
An die Maschine herantreten, auf Augenhöhe absenken und abdrücken.
An die Maschine herantreten, auf Augenhöhe absenken und abdrücken.

Das Internet ist das beliebteste Medium, um Gebrauchtmotorräder zu verkaufen. Doch die Internet-Gebrauchtbörsen von mobile.de, motoscout24.de und markt.motorradonline.de sind auch voll von lausigen Bildern, die eher abschrecken, als Appetit auf das angebotene Fahrzeug zu machen. Ob ein Foto anzeigentauglich ist, hat nichts mit Geld, Ort oder Kameratechnik zu tun. Die hier gezeigten Fotos wurden mit einer uralten Zwei-Millionen-Pixel-Digitalkamera im Umkreis von 50 Metern in der Stuttgarter Innenstadt gemacht. Was bei der Motivwahl zählt, sind etwas Zeit, Beweglichkeit, Fantasie und gesunder Menschenverstand.

Foto: Herder
Unwichtige Gegenstände im Hintergrund sind nur störend.
Unwichtige Gegenstände im Hintergrund sind nur störend.

Mülltonnen, Hinterhöfe, Durchfahrten, dunkle Tiefgaragen und Jägerzäune sind als Foto-Umfeld tödlich. Kein Interessent will wissen, wie der Vorgarten oder der Straßenrand aussieht.

Foto: Herder
Seitenansicht und neutraler Hintergrund sprechen immer für ein gutes Bild.
Seitenansicht und neutraler Hintergrund sprechen immer für ein gutes Bild.

Darum gilt: ganz nah ran ans Motorrad, formatfüllend fotografieren, einen möglichst neutralen Hintergrund wählen. Die Seitenansicht auf Augenhöhe passt immer.

Foto: Herder
Der Schatten des Fotografen und die schräge Perspektive senken die Bildqualität.
Der Schatten des Fotografen und die schräge Perspektive senken die Bildqualität.

Aus Bequemlichkeit wird gern schräg von oben geknipst. Mit der Sonne im Rücken zu fotografieren, ist prinzipiell richtig, aber Schattenspiele sind peinlich.

Foto: Herder
Keine Schattenspiele, die Sonne im Rücken, optimale Perspektive.
Keine Schattenspiele, die Sonne im Rücken, optimale Perspektive.

Gedanklich immer in die Situation eines Interessenten versetzen und sich fragen: „Was würde der sich genauer und aus welcher Perspektive anschauen?“ Konsequenz: in die Hocke gehen.

Foto: Herder
Wichtig sind keine Reflektionen vom Blitz oder unnötige Hintergrundgegenstände.
Wichtig sind keine Reflektionen vom Blitz oder unnötige Hintergrundgegenstände.

Sich immer fragen: „Was will ich eigentlich zeigen?“ Dass eine BMW K 75 ein paar Instrumente hat, ist nicht wirklich überraschend.

Foto: Herder
Was interessiert ist der Kilometerstand - das Motiv dabei immer im Fokus haben.
Was interessiert ist der Kilometerstand - das Motiv dabei immer im Fokus haben.

Was interessiert, ist zum Beispiel der Kilometerstand. Also bitte ran ans Motiv! Und immer auf Augenhöhe bleiben. Bei Blitzaufnahmen darauf achten, dass eventuelle Reflektionen nichts Wichtiges überstrahlen.

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