Suzuki GSX 1300 R Hayabusa Modellgeschichte, Marktsituation und Besichtigung

Modellgeschichte
Der Jagdfalke – so die Übersetzung von Hayabusa – bereichert seit 1999 den Motorradmarkt. Die Suzuki war die erste Großserienmaschine, die echte 300 km/h lief. Der Motor leistet gewaltige 175 PS, gibt seine Power jedoch erstaunlich unspektakulär ohne urplötzliche Leistungsexplosion ab. Die beeindruckende Kraftentfaltung beginnt bereits ab Leerlaufdrehzahl und scheint während des Hochdrehens nie enden zu wollen. Das superstabile Fahrwerk gerät dabei zu keiner Zeit in Verlegenheit, die Suzuki zieht wie auf Schienen ihre Bahn. Die einzigen Kinderkrankheiten des ersten Modelljahrs waren anfällige Steuerkettenspanner – die ab Fahrgestellnummer JS1A200103971 modifiziert und bei allen betroffenen älteren Fahrzeugen im Rahmen einer Rückrufaktion getauscht wurden – und die etwas anfällige Kupplung. Sie erhielt ab dem Modelljahr 2000 serienmäßig stärkere Federn. Ein weiteres Jahr später beschränkten die Japaner die Höchstgeschwindigkeit elektronisch auf 295 km/h, 2002
installierten sie einen geregelten Katalysator. Kräftemäßig könnte die 1300er theoretisch zwar locker drei oder vier Personen transportieren, doch vom Platzangebot wird’s bereits für einen Beifahrer knapp und wenig komfortabel. Letzteres gilt für den Fahrer beim Windschutz hinter der extrem lang gezogenen, flachen Scheibe. Nur flach über dem Tank zusammengefaltet, kann man dem Winddruck entgehen. Wer aufrecht sitzend Entlastung sucht, muss sich zwangsläufig eine Nachrüstscheibe aus dem Zu-
behör zulegen. Den besten Eindruck im großen MOTORRAD-Vergleichstest in Ausgabe 6/2004 hinterließ das 119,90 Euro teure Vario-Touren-Modell von MRA, Telefon 07663/93890. Damit arten auch längere Autobahnfahrten auf der Hayabusa nicht zum unfreiwilligen Fitnesstraining für den Oberkörper und den Nackenbereich aus.
Marktsituation
Das Kraftfahrt-Bundesamt verzeichnet rund 8000 Hayabusa auf deutschen Straßen – entsprechend viele sind auf dem Gebrauchtmarkt zu finden. Bei knapp 5000 Euro geht’s los. Wer echte 300 km/h erleben möchte, muss sich für ein Angebot der ersten beiden Baujahre entscheiden. Umweltbewusste Fahrer wählen eher die ab etwa 7000 Euro erhältlichen G-Kat-Modelle ab Baujahr 2002.
Besichtigung
Zunächst lohnt ein Blick auf die großflächigen Verkleidungsteile. Verräterische Kratzspuren und Risse an den Haltepunkten zeugen von Bodenkontakt. Auch hinter die Schale gucken um Ölundichtigkeiten des Motors aufzuspüren. Besonders stark belastet ist das Lenkkopflager, das auf die oft unfreiwilligen Beschleunigungs-Wheelies mit auffällig großem Lagerspiel reagiert. Knackende Geräusche bei Fahrbahnunebenheiten sind hingegen noch kein Grund zur Beunruhigung. Weiterer Prüfpunkt: die Bremsanlage. Pulsiert bei langsamer Fahrt und leichter Verzögerung der Bremshebel, sind die durch Vollbremsungen aus hohen Geschwindigkeiten stark belasteten Bremsscheiben verzogen. Wenn außerdem auf der Probefahrt das ohnehin schlecht schaltbare Getriebe fast gänzlich seinen Dienst verweigert, sind wahrscheinlich die Schaltklauen verschlissen. Die Reparatur ist teuer, darum besser Finger weg von diesbezüglich auffälligen Gebrauchtangeboten.
1999 Markteinführung
2000 Stärkere Kupplungsfedern
2001 Höchstgeschwindigkeit elektronisch
auf 295 km/h begrenzt; neue Instrumente
mit Digitaltacho
2002 Geregelter Katalysator
2004 Offizielle Schreibweise lautet jetzt
Hayabusa 1300 (statt GSX 1300 R Hayabusa)

12/2006 (VT), 9/2005 (VT), 22/2004 (KV), 16/2003 (VT), 19/2002 (GK), 9/2002 (VT), 8/2001 (VT), 15/2000 (LT), 9/2000 (VT),
8/1999 (VT), 5/1999 (FB)
Internet: www.hayabusa.de

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