Suzuki GSX-R 600

Erstaunlicherweise stieg Suzuki mit der GSX-R 600 erst als letzte Japan-Marke in die Supersportklasse ein. Wer meinte, das lange Warten habe sich gelohnt, wurde bitter enttäuscht. Denn die 1997er-Urversion der Mini-Gixxer konnte sich weder auf der Rennstrecke noch auf der Landstraße richtig in Szene setzen. Dem Motor fehlte es für den sportlichen Strich auf der Piste einfach an Power, und im Alltag nervte die ungleichmäßige Leistungsentfaltung. An das 1998er-Modell legten die Ingenieure in Hamamatsu deshalb noch einmal kräftig Hand an. Motorenseitig mit größerer Airbox, längeren Lufttrichtern bei den Vergasern und überarbeiteten Nockenwellen wirkte der GSX-R-Motor nun deutlich kräftiger. Der Schalldämpfer gewann an Volumen, die Übersetzung wurde mit einem 15er- statt eines 16er-Ritzels nun kürzer.

Das Gesamtpaket an Überarbeitungen machte der Suzuki richtig Beine. Ab sofort brillierte sie auf der Rennstrecke – wo sie auch von ihrem Fahrwerk profitiert, das sich durch eine exzellente Stabilität auszeichnet, ohne zu straff zu sein. Weiterer Pluspunkt: das geringe Gewicht von 199 Kilogramm. Ein Handicap ist allerdings die unkomfortable Sitzposition mit zu hoch montierten Rasten und zu tief positionierten Lenkerenden. Wer entspannt über Landstraßen flitzen will, wird auf der Suzuki regelrecht gefoltert. Von den Soziusqualitäten wollen wir an dieser Stelle erst gar nicht anfangen. Zudem haben kleinere Fahrer auf der vergleichsweise breiten Sitzbank das Problem, sicheren Bodenkontakt mit den Füßen zu erreichen.


Plus
+ Motor zuverlässig und nach Modellpflege druckvoll
+ Fahrleistung unter sportlichem Aspekt erstklassig
+ Ausstattung hochwertig und ansehnlich

Minus
- 1997er-Modelle mit sehr unelastischer Leistungsabgabe
- Im Alltag äußerst unbequem


Fazit
Die Suzuki GSX-R ist ab Modelljahr 1998 auf eines ausgelegt: Tempo machen. Deshalb bleibt sie lediglich für sportlich ambitionierte Piloten erste Wahl, während Touren- oder Reisefans lieber in Richtung Honda-Konkurrenz CBR 600 F schielen sollten. Das Angebot ist insgesamt sehr mau.


Marktsituation
Das Gebrauchtangebot an kleinen Gixxern aus den ersten Baujahren ist unter 3000 Euro sehr überschaubar. Der ernsthafte Handel mit der 600er-Suzuki beginnt bei rund 2500 Euro. Die wenigen Offerten umfassen nach Verkäuferangaben aber immer ein äußerst gepflegtes Bikes ohne Un- oder Umfallschäden. Die Laufleistung schwankt beträchtlich: Es gibt Angebote mit weit unter 25000 und weit über 40000 Kilometern. Da die Suzuki äußerst gern bei Renntrainings eingesetzt wird, sollte man die Wunschmaschine genaustens nach möglichen Sturzschäden absuchen.


Daten
Wassergekühlter Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor, 600 cm³, 81 kW (110 PS) bei 11800/min, Gewicht 199 kg, Sitzhöhe 810 mm, Tankinhalt 18 Liter; Höchst-geschwindigkeit 252 km/h; 0–100 km/h: 2,8 sek, Verbrauch 6,3 Liter/100 km, Normalbenzin


Tests in MOTORRAD
1/1997 (T), 2/1997 (VT), 9/2000 (VT), 25/2000 (VT), 23/2001 (GK)

T=Test, VT=Vergleichstest, GK=Gebrauchtkauf; Nachbestellungen unter Telefon 0711/1821229


Internet
Fansites: www.kurvenjaeger.org
Gebrauchtangebote: http://markt.motorradonline.de/bike14.htm

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