Suzuki GSX-R 750

Zweifellos ist die GSX-R, von ihren Fans liebevoll Gixxer genannt, eines dieser Motorräder, die den Namen Meilenstein völlig zu Recht tragen. 1984 vorgestellt, legte sie die im Prinzip noch heute gültigen Maßstäbe für den Sportmotorradbau fest und definierte den Begriff Superbike neu. Die Modellbezeichnung gibt es bis heute, doch die einzigen austauschbaren Teile von 1985 und 2008 dürften die Ventilkäppchen und die Kennzeichenschrauben sein. Im Bereich von 2500 bis 3000 Euro tummeln sich mehrheitlich Exemplare der Baujahre 1992 bis 1995 (Modellcode GR 7 BB). Vereinzelt findet sich auch schon die ab 1996 produzierte, völlig neu entwickelte Nachfolgerin GR 7 DB.

Zu erkennen ist die Neuere an dem Aluminium-Brückenrahmen anstelle des bis dahin verbauten Doppelschleifen-Rohrwerks sowie dem unübersehbaren SRAD-Schriftzug auf dem Heckbürzel. Die Buchstaben stehen für Suzuki Ram Air Direct, meinen den in den Fahrtwind gereckten Ansaugschnorchel und verkünden somit den Beginn der Neuzeit des Sportbike-Baus bei Suzuki. Wer ernsthaft an Ausritte auf die Rennstrecke denkt, ist mit den 205 Kilogramm leichten SRAD-Modellen erheblich besser bedient als mit den je nach Jahrgang bis zu 240 Kilogramm schweren Vorgängerinnen. Auf der Landstraße hingegen zählen auch die älteren Jahrgänge noch lange nicht zum alten Eisen.

Wer sich mit der sportlich gebückten Sitzposition anfreunden kann und Beifahrer für überflüssigen Ballast hält, hat zwei wichtige Hürden genommen. Vernünftig warmgefahren und regelmäßig gewartet, erfreut der Vierzylinder mit langer Lebensdauer, bei ruppiger Behandlung fällt er schon mal mit hohem Ölverbrauch, hervorgerufen durch zu großes Kolbenspiel, oder Pleuellagerschäden auf. Die ersten Jahrgänge der SRAD, also genau die, um die es hier geht, leiden bei hohem Rennstreckenanteil gerne an fressenden Kolbenbolzen und an durch zu dünne Zylinderkopfdichtungen hervorgerufener Inkontinenz. Grundsätzlich ist bei artgerecht gehaltenen Sportbikes eine nachvollziehbare Historie von nicht zu unterschätzender Bedeutung, wird doch die Mechanik auf dem Track deutlich härter beansprucht als im normalen Leben. Und während sich Sturzschäden bei genauerer Betrachtung kaum kaschieren lassen, ist man bei der Beurteilung der Innereien doch sehr auf die Angaben des Vorbesitzers angewiesen.

Die Gixxer-Suzukis gehören zu den Motorrädern, an denen gern und viel geschraubt wird. Und längst nicht alles, was der Markt so hergibt, findet den Segen von TÜV oder Polizei. Ergo sollten bei Zubehörteilen die entsprechenden Gutachten vorliegen, und das Vorhandensein der Originalteile kann sehr beruhigend wirken. Vielfahrer verirren sich offenbar nur selten auf eine GSX-R, denn im Schnitt kommen die Angebote auf eine Jahresfahrleistung von gerade mal 2500 Kilometer.

Daten
Wassergekühlter Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor, 749 cm3, 82 kW (111 PS), Gewicht 228 kg, Zuladung 192 kg, Tankinhalt 21 Liter, Sitzhöhe 800 mm, Höchstgeschwindigkeit 232 km/h, Verbrauch 5,1 bis 9,1 l/100 km Normal. Marktsituation Bei einem Bestand von rund 20000 Exemplaren herrscht auf dem Gebrauchtmarkt kein Mangel an Angeboten. Im Bereich um 3000 Euro werden in erster Linie die Baujahre von 1992 bis 1996 gehandelt, die Laufleistungen schwanken ebenso stark wie die Erhaltungszustände. Die reichen von zahnbürstengepflegt bis kiesgebettet. Bei der Suche nicht unter Druck setzen lassen, es sind genug Gixxer für alle da.Tests in MOTORRAD 4/1995 (T), 26/1995 (T), 1/1996 (VT), 4/1996 (VT),4/1998 (LT) T=Test, VT=Vergleichstest, LT=Langstreckentest;

Nachbestellungen unter Telefon 0711/182-1229Internet www.gsxr.dehttp://markt.motorradonline.de/bike15.htm

Fazit
Wer nicht vorhat, auf den Rennpisten dieser Welt neue Rekorde aufzustellen, kann mit einer gut gepflegten Doppelschleifen-GSX-R glücklich werden. Für potenzielle Pokalsammler gilt: je jünger, desto besser, also SRAD. Das Angebot ist groß, ergo kann man sich in Ruhe umschauen.

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