Technische Daten (Modell RC 33)

Daten (Modell RC 33)

Motor: wassergekühlter Zweizylinder-Viertakt-52-Grad-V-Motor, je eine oben
liegende, über Kette angetriebene Nockenwelle, drei Ventile pro Zylinder, Kipphebel, Nasssumpfschmierung, zwei Keihin-Gleichdruckvergaser, Ø 36,5 mm, keine
Abgasreinigung, Lichtmaschine 445 Watt, Batterie 12 V/8 Ah, mechanisch betätigte Mehrscheiben-Ölbadkupplung, Fünfganggetriebe, Kardan.
Bohrung x Hub 79 x 66 mm
Hubraum 647 cm3
Verdichtungsverhältnis 9,2:1

Nennleistung
39 kW (53 PS) bei 7500/min
Max. Drehmoment
53 Nm bei 6500/min

Fahrwerk: Brückenrahmen aus Stahl, Motor mittragend, Telegabel, Ø 41 mm,
Alu-Einarmschwinge, direkt angelenktes
Federbein, verstellbare Federbasis und Zugstufendämpfung, Scheibenbremse vorn,
Ø 316 mm, Doppelkolben-Schwimmsattel, Scheibenbremse hinten, Ø 276 mm, Einkolben-Schwimmsattel, Reifengröße vorn 110/80 H 178, hinten 150/70 H 17.

Maße und Gewichte: Radstand 1465 mm, Lenkkopfwinkel 62 Grad, Nachlauf 119 mm, Federweg v/h 130/120 mm, Sitzhöhe 785 mm, Tankinhalt 19 Liter, Gewicht vollgetankt 212 kg, zulässiges Gesamtgewicht 400 kg.
Messungen
(MOTORRAD 14/1995)

Fahrleistungen
Höchstgeschwindigkeit 175 km/h
Beschleunigung
0–100 km/h 5,3 sek
Durchzug
60–140 km/h 17,9 sek
Verbrauch
3,4 bis 9,1 l/100 km, Normalbenzin

Modellgeschichte
Es kommt nicht von ungefähr, dass vor allem
Motorradkuriere auf die Honda NTV 650 schwören. Tatsächlich gilt das V2-Triebwerk des unscheinbaren Kardan-Tourers als unverwüstlich, es steckt selbst Laufleistungen von weit über 100000 Kilometern
locker weg. Bei ihrem Debüt 1988 wusste die Tourer-Klientel natürlich noch nicht um die sagenhafte Zuverlässigkeit der NTV. Dafür meckerte sie umso lauter über die schwammige Fahrwerksabstimmung, über zu viel Spiel in der Kraftübertragung, die zu lange Übersetzung der unteren Gänge sowie die nach kurzer Zeit durchgesessene Sitzbank.
Honda reagierte rasch und spendierte der NTV 650
– damals noch mit der Bezeichnung Revere – bereits im darauf folgenden Jahr verlängerte Gabelstandrohre, straffer abgestimmte Federelemente, ein geändertes Getriebe mit Ruckdämpfer und eine besser gepolsterte Sitzbank. Damit waren die wesentlichen Kritikpunkte aus der Welt. Nichts geändert hatte sich hingegen am spitzen Kniewinkel für große Fahrer, dem etwas kippeligen Fahrverhalten in engen Kurven sowie am hohen Preis. Letzteren korrigierte Honda zum Modelljahr 1993, als die NTV in einer leicht abgespeckten Version (Hauptständer als Zubehör, geändertes Cockpit, Stahlrohrlenker statt Alu-Stummel, keine Metallic-Lackierung mehr) um satte 1600 Mark günstiger angeboten wurde.
Deutlich anziehende Verkaufszahlen waren die Belohnung für diese Sparmaßnahmen, obwohl die ungedrosselte Spitzenleistung von einstmals 61 PS
auf 57 PS sank. Ab 1994 bis zum Auslaufen der NTV 650 Ende 1998 blieben wegen strengerer Geräusch- und Abgasgrenzwerte sogar nur noch 53 PS übrig, womit sich eine Entdrosselung endgültig erübrigte. Wer mit dem Leistungsangebot der Honda leben kann und nicht allzu groß gewachsen ist, erhält mit einer gebrauchten NTV ein absolut zuverlässiges und gut verarbeitetes Motorrad, welches auch heute noch
mit seinem unproblematischen Fahrverhalten, den
ordentlich zupackenden Bremsen und dem geringen Benzinverbrauch im Alltag wie auf Touren zu überzeugen weiß.

Marktsituation
An gebrauchten NTV 650 herrscht kein Mangel. Das Kraftfahrt-Bundesamt meldet einen Bestand von rund 13000 zugelassenen Exemplaren, wobei der Löwenanteil auf die Variante mit 50 PS entfällt (7800 Stück). Dem großen Angebot steht eine konstante, jedoch eher verhaltene Nachfrage gegenüber. Als typische Zielgruppe für eine NTV gelten vor allem Wiedereinsteiger, die an der Honda den Kardan sowie die hochwertige Verarbeitung schätzen und den Preiszuschlag für eine vergleichbare BMW scheuen.
Billig ist eine NTV allerdings nicht zu bekommen. Laut Schwacke liegt der Händler-Verkaufspreis des letzten Modelljahrs 1998 bei etwa 2700 Euro (50000 Kilometer), ein Exemplar von 1994 mit über 80000 Kilometern soll danach immerhin noch 1700 Euro bringen. In der Realität hält jedoch die nicht gerade überschäumende Nachfrage das Preisniveau in einem erträglichen Rahmen. Von Privat gibt es nämlich durchaus gepflegte Stücke mit Laufleistungen um 20000 Kilometer, die zum Teil deutlich unter 3000 Euro liegen. Wer also ein Schnäppchen machen will, sollte gründlich vergleichen und nicht beim erstbesten Angebot zuschlagen – die Auswahl ist schließlich groß genug.

Besichtigung
Abgesehen von den Macken des ersten Modelljahrs kennt die NTV 650 keine konstruktiven Schwächen. Deshalb birgt selbst der Kauf eines Exemplars mit
hoher Laufleistung wenig Risiken, sofern die regelmäßigen Wartungsintervalle eingehalten wurden. Gebrauchtinteressenten können sich deshalb vorrangig auf die Kontrolle des Pflegezustands sowie der
üblichen Verschleißteile konzentrieren.

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