Technische Daten (Modell VS 51 B)

Daten (Modell VS 51 B)

Motor: wassergekühlter Zweizylinder-Viertakt-45-Grad-V-Motor, je eine oben
liegende, über Kette angetriebene Nockenwelle, vier Ventile pro Zylinder, Gabelkipphebel, Nasssumpfschmierung, zwei Gleichdruckvergaser, Ø 36 mm, keine
Abgasreinigung, Lichtmaschine 280 Watt, Batterie 12 V/16 Ah, mechanisch betätigte Mehrscheiben-Ölbadkupplung, Fünfganggetriebe, Kardan.
Bohrung x Hub 83 x 74,4 mm
Hubraum 805 cm3
Verdichtungsverhältnis 10:1

Nennleistung
45 kW (61 PS) bei 6800/min
Max. Drehmoment
72 Nm bei 5400/min

Fahrwerk: Doppelschleifenrahmen aus Stahl, Telegabel, Ø 41 mm, Zweiarmschwinge aus Stahl, zwei Federbeine, verstellbare Federbasis, Zug- und Druckstufendämpfung, Scheibenbremse vorn, Ø 310 mm, Doppelkolben-Schwimmsattel, Scheibenbremse hinten, Ø 250 mm, Reifengröße vorn 110/80 H 18, hinten 150/70 H 17.

Maße und Gewichte: Radstand 1555 mm, Lenkkopfwinkel 59 Grad, Nachlauf 142 mm, Federweg v/h 150/120 mm, Sitzhöhe 790 mm, Tankinhalt 19 Liter, Gewicht vollgetankt 238 kg, zulässiges Gesamtgewicht 450 kg.
Messungen
(MOTORRAD 17/1995)

Fahrleistungen
Höchstgeschwindigkeit 181 km/h
Beschleunigung
0–100 km/h 4,8 sek
Durchzug
60–140 km/h 12,9 sek
Verbrauch
3,9 bis 9,8 l/100 km, Normalbenzin

Modellgeschichte
Reisen, nicht rasen – wer sich das Motto der Cruiser-Szene zu Eigen macht, kommt auch bei der ab 1990 angebotenen Suzuki VX 800 auf seine Kosten. Schließlich hatte diese ihren Stammvater in der VS 750 Intruder. Vom Chopper erbte die VX nicht nur den bildhübschen, wassergekühlten V-Motor, sondern auch die Rahmengeometrie mit dem ellenlangen Nachlauf sowie dem flachen Lenkkopf. Während das dezent überarbeitete Triebwerk (Hubzapfenversatz auf 75 Grad geändert, drei Millimeter größere Bohrung) aufgrund seines gleichermaßen durchzugskräftigen wie drehfreudigen Wesens von Beginn an uneingeschränkten Beifall bekam, ist das Fahrverhalten mit dem in engen Kurven plötzlich einklappenden Vorderrad zumindest gewöhnungsbedürftig.
Den Dumpingpreis von anfänglich 9990 Mark konnte Suzuki allerdings nur aufgrund von Sparmaßnahmen realisieren, die zu einer bescheidenen Verarbeitungsqualität führten. Bei nachlässiger Pflege rostete eine VX nicht nur am stellenweise schlecht verchromten Auspuff im Zeitraffer, sondern auch an Rahmen, Schwinge und zahlreichen Anbauteilen. Außerdem musste die VX mit einer einzelnen Scheibenbremse im Vorderrad auskommen, die bei voller Beladung rasch an ihre Grenzen gerät. Bis zur Produktionseinstellung Ende 1997 änderte sich daran ebenso wenig wie an der viel zu soft abgestimmten Gabel. Die Technik der Suzuki gilt hingegen als robust und langlebig, weshalb Gebrauchtinteressenten eine gut erhaltene und regelmäßig gewartete VX 800 durchaus in die
engere Wahl ziehen dürfen.

Marktsituation
Beim Kraftfahrt-Bundesamt sind von der VX 800
derzeit noch zirka 7500 Stück registriert. Gebrauchtinteressenten haben somit reichlich Auswahl. Allerdings stammt eine beträchtliche Zahl dieser Maschinen aus den frühen Baujahren, die wegen der zu-
meist hohen Laufleistungen und unübersehbaren Gebrauchsspuren wenig gefragt sind. Relativ selten
geworden sind hingegen Exemplare mit wenigen
Kilometern auf dem Tacho, da das Produktionsende bereits sieben Jahre zurückliegt. Solche gut gepflegten Stücke – bevorzugt aus erster Hand – kosten schon mal über 3500 Euro, sofern der Tacho nicht mehr als 15000 Kilometer anzeigt.
Meist liegt das Preisniveau für gebrauchte VX 800
jedoch deutlich niedriger, weil die Nachfrage eher
verhalten ist. Schwacke taxiert beispielsweise den Händlerverkaufspreis eines 1994er-Modells (83000 Kilometer) auf rund 2000 Euro, was zu hoch gegriffen erscheint. Auch die genannten 2700 Euro für Maschinen des letzten Baujahrs mit knapp 60000 Kilometer Laufleistung dürften in der Praxis kaum zu erzielen sein. Zum Vergleich: Während des Recherche-Zeitraums bewegten sich die Preise für Maschinen mit rund 30000 Kilometern auf der Uhr zwischen 1800 und 2500 Euro, eine Perle aus erster Hand mit lediglich 5000 Kilometern wurde für 3500 Euro offeriert.

Besichtigung
Bei der Besichtigung einer gebrauchten VX kann man seine Aufmerksamkeit vorrangig dem allgemeinen
Zustand widmen, denn das Triebwerk gilt im im
Großen und Ganzen als unproblematisch. Einer schleifenden oder rupfenden Kupplung kommt man bei der obligatorischen Probefahrt ebenso rasch auf die Spur wie schabenden oder rumpelnden Geräuschen aus dem Antriebsstrang, die auf einen Defekt am Kardan hindeuten. Zeigt jener Ölnebel, ist ein Preisabschlag fällig, da die Abdichtung des Antriebs aufwendig ist. Selbiges gilt für die häufig undichten Gabeldichtringe. Ansonsten noch auf lose Prallbleche in den Schalldämpfern achten und bei Modellen
bis 1992 kontrollieren, ob der mechanische Benzinhahn tatsächlich gegen ein Exemplar mit Unterdrucksteuerung ausgetauscht wurde.
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