Yamaha FJ 1100

Erst im vorletzten Moment wurde die FJ für die Alpentour fertig, da die Instandsetzung der vergammelten Vergaserbatterie wesentlich (zeit)aufwendiger war als gedacht. Die im freien Handel gekauften Düsennadeln entsprachen offenbar nicht zu 100 Prozent den Originalteilen – der Vierzylinder lief viel zu mager. Als Folge sprang er extrem schlecht an und bockte auf den ersten vier bis fünf Kilometern wie ein störrischer Esel. Einmal auf Temperatur gebracht, ging es ruckfrei und vor allem sparsam voran. Mittlerweile hängen die Düsen auf der fettesten Stufe, was dem Verbrauch wenig geschadet, der Laufkultur und Alltagstauglichkeit jedoch erheblich auf die Sprünge geholfen hat.
Dass laut Tankuhr stets Ebbe im Behältnis herrsche, lag daran, dass der Zeiger unterhalb des Anschlags festhing. Kleine Ursache, die zu beheben die Demontage der Verkleidung notwendig machte. Dagegen war das Schweißen des Auspuffsammlers ein Kinderspiel. Dem Geschaukel des Fahrwerks, das insbesondere auf der langen Alpentour nervte, konnte Einhalt geboten werden, indem das Federbein voll vorgespannt und die Dämpfung komplett zugedreht wurde. Jetzt bergen auch längere Sonntagnachmittagstrips nicht mehr die Gefahr, seekrank zu werden. Wobei der große Tank locker 300 Kilometer und mehr Reichweite bietet. Bremsen und Federelemente der FJ können zwar mit neuem Gerät definitiv nicht mithalten, sind aber immer noch zu weit mehr gut, als die StVO zulässt. Was wirklich nervt, ist die geringe Schräglagenfreiheit, besonders im Soziusbetrieb. Diesbezüglich ist eine aktuelle FJR 1300 allerdings auch nicht viel besser. sgl

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