Yamaha FJ 1100

Sag mir, wo die Teile sind, wo sind sie geblieben?«, hätte Nana Mouskouri geklagt, wäre sie mit der Revitalisierung der betagten FJ 1100 beauftragt gewesen. Fakt ist, dass sich der einst stolze Tourensportler pflegebedürftiger als erwartet erwiesen hat. Mit einer Ultraschallreinigung der Vergaserbatterie war es leider nicht getan, diverse Nadeln, Düsen und deren Stöcke hat der Zahn der Zeit irreparabel vergammeln lassen, Ersatz tat Not. Grundsätzlich ist die Teilebeschaffung kein Problem, allein die Preise der Originalteile drohen das Budget zu sprengen. Im Internet sind günstige Alternativen zwar schnell aufgetan, doch bis die Hardware den Weg aus den Tiefen des Netzes bis auf die Werkbank findet, sind Nerven und vor allem Zeit gefragt. Trotz Auftragsdrohung werden E-Mail-Anfragen mitunter erst nach mehreren Tagen beantwortet.
Mittlerweile sind fast alle Ersatzteile eingetroffen, und der Tiefpunkt der Operation FJ scheint überwunden. Erreicht war dieser, als im Scheinwerferglas ein Steinschlagschaden entdeckt wurde. Im Internet fand sich gebrauchter Ersatz, der Austausch erforderte nahezu eine Komplettzerlegung des Motorrads. Um die Wartezeit auf das Teil zu überbrücken, hatte sich der Wechsel des Gabelöls angeboten. Was als kleine Fingerübung für zwischendurch gedacht war, entwickelte sich zur tagesfüllenden Beschäftigung, denn zum Öffnen der Gabelstopfen ist ein 27-Millimeter-Inbusschlüssel vonnöten. Doch selbst dieses exotische Werkzeug konnte organisiert werden, und so befindet sich die FJ wieder auf dem Weg von der Baustelle zum Big Bike. Das Rennen um die schnellste Zulassung hat die FJ zwar verloren, aber wenn sie dann mal läuft, werden wir das Feld von hinten aufrollen. Versprochen. Sgl

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