Yamaha XJ 600 N (Kaufberatung) Zehntausend

Es ist kein allzu schlechtes Gefühl, bei einem ausverkauften Guns ’n’ Roses-Konzert in der 127sten Reihe zu stehen und, ohne an Erstickungsgefahr zu leiden, trotzdem noch den Überblick zu behalten. Meinen 190 Zentimetern sei Dank. Beim Mopedfahren sieht es dagegen nicht ganz so rosig aus, sind doch sehr viele, vor allem in den unteren Preissegmenten angesiedelte Maschinen eher auf den etwas kleiner gebauten Homo Sapiens zugeschnitten. Ein Grund für mich, warum ich, zumindest für Leute meiner Statur, die Yamaha XJ 600 N empfehle. Ein Zwei-Meter-Mensch auf einer GS 500 E oder einer LS 650 - Kollege Schwarz macht da mit 170 Zentimetern eine gute Figur - wirkt doch irgendwie albern. Neben dem prima Platzangebot für den Fahrer bietet die XJ 600 N auch für eine Sozia (wenn’s sein muß auch Sozius) ein wohliges Plätzchen. Und da geteilte Freude ja bekanntlich doppelte Freude ist...
10 000 Mark waren die knallharte Vorgabe für diese Empfehlung, und da schlägt natürlich der Schwabe in mir voll durch. 33 Jahre in der Landeshauptstadt Stuttgart gehen schließlich nicht ganz spurlos an einem vorüber. Und wo gibt es denn sonst für deutlich unter 10 000 Mark vier Zylinder? Über den grauen Markt wollen wir an dieser Stelle nicht laut reden. Dazu kommt noch, daß die XJ mit 61 PS nicht schlecht motorisiert ist und selbst beim Bummeln in unteren Drehzahlregionen noch überzeugt. Zugegeben, in puncto Fahrwerk und Bremsen gibt es heute sicherlich Besseres. Doch wenn man sich an die Eigenheiten der XJ gewöhnt hat, läßt es sich mit ihr sehr entspannt und komfortabel durchs Leben gleiten. Hör ich da jemand lachen? Nur weil ich Rennen fahre, heißt das noch lange nicht, daß ich in meiner freien Zeit nicht gern mal zwanglos und vor allem so bequem wie möglich durch die Landschaft tuckere. Denn nur wer bequem fährt, fährt entspannt. Und wer entspannt fährt, fährt auch sicher.

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