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Gebrauchtberatung Yamaha XT 660 R/X/Z Ténéré Worauf muss ich beim Kauf achten?

Yamahas XT Ténéré war einst das Fortbewegungsmittel für Globetrotter. Seit 2004 gibt es den Single mit Wasserkühlung, ab 2008 wieder im legendären Ténéré-Look. Steigert das seinen Gebrauchtwert?

Yamaha Ténéré

Von wegen Singles sind out. Noch immer gibt es genügend Motorradfahrer, die auf gut geschüttelte Eintopfkost schwören: Gewicht, überschaubare Technik und nicht zuletzt das kernige Ballern aus dem Endtopf lassen viele mit Überzeugung zugreifen. Noch besser sollte es laufen, wenn man bereits seit Jahrzehnten auf einen gut eingeführten Modellnamen bauen kann. So wie Yamaha mit der Ténéré.

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Überzeugende Vorstellung bei den Tests

Die erste XT erschien als 500er-Einzylinder bereits 1976. Fernweh, Abenteuer und echte Paris – Dakar-Kompetenz verströmte vor allem die 1983 eingeführte Yamaha XT 600 Ténéré, die stolz den Namen der Wüste aller Wüsten in der südlichen Sahara trägt. 2004 modernisierte Yamaha den Single grundlegend – der luftgekühlte Einzylinder der XT-Reihe wurde durch einen modernen, wassergekühlten Motor ersetzt. Zwei Modelle standen zunächst zur Auswahl: die Yamaha XT 660 R Ténéré im typischen Offroad-Kleid mit grobstolligem 21-Zoll-Vorderrad und die XT 660 X Ténéré als Supermoto mit für diese Gattung typischer 17-Zoll-Straßenbereifung.

Beide Typen bleiben optisch unscheinbar, obwohl sie in MOTORRAD-Tests stets eine überzeugende Vorstellung abgeben und sich bei Schotterwanderungen, auf der kurvenreichen Hausstrecke oder selbst im alltäglichen Pendelverkehr als echte Spaßbringer erweisen.

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Yamaha XT 660 Z Ténéré ab 2008

So richtig Leben kommt erst vier Jahre später in die Sache, als die Dritte im Bunde erscheint. Die Yamaha XT 660 Z Ténéré trägt wieder den klangvollen Namen von einst, sieht nicht nur aus wie ein echtes Rallyebike, sondern überzeugt trotz ihres behäbigen Motors mit reichlich Kompetenz im Gelände. Neu wollten trotzdem aber nur wenige zuschlagen. Doch gebraucht bleibt auch dieser Single nicht lange allein.

Besichtigung

Mittlerweile gilt selbst für kleine Alltagsmulis wie die Yamaha XT Ténéré der Grundsatz: Auf eine lückenlose Scheckheftpflege achten, denn auch die japanischen Hersteller sind dazu übergegangen, diverse Umrüstmaßnahmen oder technische Aktionen im Rahmen regulärer Inspektionen er­ledigen zu lassen. Gebrauchtkäufer sollten über den Vertragshändler klären, ob noch fällige Arbeiten anstehen.

Ténéré mit empfindlichem Lenkkopflager

Bei der Besichtigung sollte vor allem bei R- und Z-Typen nach härteren Geländespuren und nach Rost an versteckten Stellen gefahndet werden. Im MOTORRAD-Dauertest fiel auch bei der Supermoto (XT 660 X) starker Rostbefall an den Anbauteilen sowie die insgesamt dürftige Verarbeitungsqualität auf. Nervt die Yamaha XT Ténéré bei der Probefahrt durch Konstantfahr­ruckeln, wurde wahrscheinlich das Steuergerät noch nicht getauscht. Alle drei Typen fallen durch schnell verschleißende Dämpfergummis an den Kettenradträgern auf, die Ténéré hat ein empfindliches Lenkkopflager.

Marktsituation

Mit knapp 8.500 verkauften Einheiten seit Modellstart der wassergekühlten Motorgeneration bleibt die „neue“ XT immer noch weit von den Zahlen ihrer Ahnen entfernt. Vor allem die junge Yamaha XT Ténéré enttäuscht – sie ist, da sind sich die Händler einig, eindeutig zu spät gekommen, um sich gegen starke Konkurrenten wie zum Beispiel die KTM 690 R wirkungsvoll in Szene zu setzen.

Preisverhandlungen mit härteren Bandagen

Gebrauchtinteressenten finden dennoch ein reichhaltiges Angebot vor und können bei verhaltener Nachfrage vor allem bei den X- und R-Typen der Yamaha Ténéré Preisverhandlungen mit etwas härteren Bandagen führen. Die Z ist – auch aufgrund ihrer geringeren Verbreitung – weitaus gefragter. Viele XT-Anbieter machen mit einem überdurchschnittlichen Pflegezustand auf sich aufmerksam. Wenn Zubehör vorhanden ist, handelt es sich meist um Reisezubehör (Gepäckträger, Koffer) und Geländeausrüstung (Motorschutz, Sturzbügel) für die R oder einen Zubehörauspuff für die X.

Modellpflege

2004 Markteinführung der Yamaha XT 660 R (Enduro) und XT 660 X (Supermoto), beide mit wassergekühltem, 48 PS starkem Einzylindermotor. Preise R/X: 5855/6610 Euro.

2005 Beide Modelle mit neuen Farben. Preis Enduro steigt auf 6210 Euro, Supermoto bleibt unverändert.

2006 Rückruf zwecks Austausch eines ­defekten Drosselklappensensors, beide Typen mit neuen Farben und neuen Grafiken. Preissenkung R/X: 5855/6355 Euro.

2007 Umfangreichere Modellpflege: Motor erfüllt mit G-Kat Euro 3-Norm, Supermoto mit neuer Alu-Hinterradschwinge und geänderter Lampen-/Tankverkleidung. Enduro mit neuen Alu-Soziusrasten und geändertem Design der Soziushaltegriffe. Neue Farben und neue Grafiken für beide Typen. Preise R/X: 6063/6576 Euro.

2008 Markteinführung der Yamaha XT 660 Z Ténéré mit gleichem Motor, aber neuem Rahmen. Neue Grafik für Enduro und Supermoto. Preise R/X/Z: 6050/6595/6995 Euro.

2009 Alle Typen mit neuen Grafiken. Preise R/X/Z: 6595/6995/7595 Euro.

2011 Die Yamaha Ténéré wird optional mit ABS angeboten (7995 Euro), die Enduro verteuert sich auf 6695 Euro.

2012 Neue Preise R/X/Z (ABS): 6850/
7150/7750 (8195) Euro.

2013 Neue Preise R/X/Z (ABS): 6995/
7295/7895 (8395) Euro.

Technische Daten

Motor

Wassergekühlter Einzylinder-Viertaktmotor, eine obenliegende, kettengetriebene Nockenwelle, vier Ventile, Trockensumpfschmierung, Einspritzung, geregelter Ka­talysator mit Sekundärluftsystem, mechanisch betätigte Mehrscheiben-Ölbadkupplung, Fünfganggetriebe, O-Ring-Kette.

Bohrung x Hub 100,0 x 84,0 mm

Hubraum 660 cm³

Nennleistung
35,3 kW (48 PS) bei 6.000/min

Max. Drehmoment
58 Nm bei 5.500/min

Fahrwerk

Einschleifenrahmen aus Stahl, Telegabel, verstellbare Federbasis, Zweiarmschwinge aus Aluminium, Zentralfederbein mit Hebelsystem, verstellbare Federbasis, Doppelscheibenbremse vorn, Scheibenbremse hinten.

Drahtspeichenräder mit Alu-Felgen
1.85 x 21; 2.75 x 17

Reifen 90/90 R 21, 130/80 R 17

Maße + Gewicht

Radstand 150 mm, Lenkkopfwinkel 62 Grad, Nachlauf 117 mm, Federweg v/h 210/200 mm, Sitzhöhe* 860 mm, Gewicht vollgetankt* 209 kg, Tankinhalt** 23 Liter.

Messungen

(MOTORRAD 8/2012)

Höchstgeschwindigkeit**160 km/h

Beschleunigung

0–100 km/h 5,7 sek

Durchzug

60–140 km/h 14,7 sek

Verbrauch 4,2 l/100 km
(Normalbenzin, Landstraße)

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