Yamaha YZF 750 R

Foto: Archiv
Als Nachfolgerin der betagten FZ 750 betrat die YZF, von ihren Anhängern Ypse genannt, 1993 die Bühne der Supersportwelt. Vom Konzept her unterscheidet sich die Yamaha deutlich von Suzukis extremer GSX-R. Mit dem für Sportlerverhältnisse sehr bequemen Arbeitsplatz macht sie ihrem Piloten das Leben angenehm. Straffe und dennoch komfortable Federelemente sowie gutmütige Fahrwerkseigenschaften bescheren der Ypse einen hohen Wohlfühl-Faktor, der von der kräftigen Bremse unterstützt wird. Allerdings litten die ersten beiden Baujahre unter einer unglücklichen Belag-Scheibe-Paarung, weshalb sich bei härterer Beanspruchung oft die Bremsscheiben verzogen.

Ab 1995 kamen andere Beläge zum Einsatz, die Verzugsgefahr war dahin, leider auch die exzellente Verzögerung. Bei der Besichtigung also die vordere Bremsanlage genau inspizieren. Die Mechanik der Yamaha ist robust, sie genehmigt sich aber bei hoher Belastung einen Extraschluck. Benzin genauso wie Öl. Bis zu zehn Liter muss man im Fast-forward-Modus einkalkulieren. Offiziell gab es die Yamaha nur mit 98 PS, bei offenen Versionen des Fünfventilers darauf achten, dass die Leistung eingetragen ist. Dessen 118 PS waren schon seinerzeit nicht mehr State of the art, für die Rennstrecke gibt es also geeigneteres Material. Für den sporttouristischen Einsatz auf der Landstraße dagegen ist die YZF wegen der gelungenen Ergonomie auch heute noch eine sehr gute Partie. Da die 90er Jahre in punkto Farbgebung mitunter sehr eigen waren, tragen viele Ypsen nachlackierte Verkleidungen.

Daten
Wassergekühlter Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor, 749 cm3, 85 kW (118 PS), Gewicht 230 kg, Zuladung 195 kg, Tankinhalt 19 Liter, Sitzhöhe 780 mm, Höchstgeschwindigkeit 238 km/h, Verbrauch 5,1 bis 10,1 l/100 km Normal. Marktsituation Nur etwas über 4000 Exemplare vermeldet das KBA im Bestand, da geht die Ypse schon fast als Exotin durch. Ein Angebot ist aber durchaus vorhanden. Bereits ab 1500 Euro gibt es verwohnte Exemplare, wer das Doppelte anlegt, kann gepflegte Bikes der zweiten Serien ab 1995 mit teils weniger als 20000 Kilometern erwerben. Auffällig ist der große Anteil an Sonderlackierungen, ebenso die Anzahl der Motorräder, die eine Rennstrecke nur vom Hörensagen kennen.Tests in MOTORRAD 6/1993 (T), 22/1993 (KV), 10/1995 (T), 1/1996 (VT) T=Test, KV=Konzeptvergleich, VT=Vergleichstest; Nachbestellungen unter Telefon 0711/182-1229Internet www.yzf-forum.dehttp://markt.motorradonline.de/bike870.htm

Fazit
Die Yamaha ist ein erstklassiger Landstraßensportler. Bei ungedrosselten Bikes darauf achten, dass die Leistung eingetra- gen ist. Modelle ab Baujahr 1995 sind wegen des voll einstellbaren Fahrwerks gefragter. Ein Schwach- punkt ist der hohe Verbrauch.

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