Beratung Biker-Rucksäcke Buckel-Wahl

Vielen Bikern sind Koffersysteme ein Greuel. Sie transportieren leichteres Gepäck lieber mit einem Rucksack. MOTORRAD hat zwölf aktuelle Modelle ausprobiert und zeigt, worauf man beim Kauf achten sollte.

Wer bei der Wahl des Rucksacks auf den falschen setzt, bekommt dies unweigerlich am eigenen Leib zu spüren. Dies gilt besonders für Motorradfahrer, die ihre Lasten nicht nur über lange Strecken transportieren, sondern häufig auch mit hohen Geschwindigkeiten fahren. Beim Biker-Rucksack sind daher neben gutem Tragekomfort auch robustes Material sowie sicherer und möglichst flatterfreier Sitz am Körper gefragt.
Von Komfort kann bei Rucksäcken nur dann gesprochen werden, wenn eine großflächige Lastenverteilung gelingt. Garanten hierfür sind breite, stark gepolsterte Schulter- und Bauchgurte sowie ein Rückenpolster, das im Idealfall parallel zur Wirbelsäule verläuft, damit der beladene Rucksack in Sitzhaltung nicht auf diesem empfindlichen Körperteil anliegt. Im Bereich der Achseln sollten die Schultergurte schmaler geführt sein, damit sie nicht drücken und die Bewegungsfreiheit über Gebühr einschränken. Maximaler Beweglichkeit speziell für Fahrer von Supersportlern mit relativ eng beieinander angeklemmten Lenkstummeln versprechen Rucksäcke mit x-förmig zusammengeführten Schultergurten in Brusthöhe. Sie liegen sehr gut am Körper an und stören nicht bei hohen Geschwindigkeiten. Was man von Transportbeuteln ohne den stabilisierenden und stützenden Bauch- oder Taillengurt nicht behaupten kann. Diese Modelle taugen meist nur für die Fahrt in der City. Längere Touren mit voller Beladung sind mit solchen Rucksäcken nur bedingt zu empfehlen, weil sie mangels Befestigungsmöglichkeit leicht verrutschen und so das Fahrvergnügen beim flotten Kurvenschwingen beeinträchtigen.
Ein Gurt kann seine Aufgabe allerdings nur dann auf Dauer erfüllen, wenn er fest mit dem Sack verankert ist. Dabei kommt es nicht nur auf stabile Nähte an, sondern auch auf die Reißfestigkeit des Materials. Je größer das Packvolumen, desto höher sind in dieser Hinsicht die Ansprüche zu stellen. Beim Kauf ferner darauf achten, dass sich die Schultergurte leicht verstellen lassen und lang genug sind, damit das Überstreifen über eine protektorenbewehrte Lederkombi oder Textiljacke problemlos gelingt. Leider fehlt vielen so genannten Biker-Rucksäcken eine Befestigungsmöglichkeit der Riemenenden. Wer sich nicht dem Trommelfeuer der im Fahrtwind flatternden Gurte aussetzen möchte, muss deshalb oft in Eigenregie Abhilfe schaffen.
Die Frage nach der richtigen Größe und Ausstattung lässt sich nicht pauschal beantworten. Doch sollte man Stauvolumen und Gewicht um so kleiner wählen, je länger die geplanten Fahrtstrecken sind. Den besten Kompromiss für Alltag und Reise bieten in den meisten Fällen Rucksäcke mit einem Volumen um 25 Liter, die mit mehreren Kompressionsgurten an verschiedene Beladungszustände angepasst werden können. Ob der Stauraum aus einem Hauptfach oder mehreren Fächern besteht, ist Geschmacksache. Empfehlenswert sind jedoch neben einem wasserdichten Dokumentenfach ein bis zwei gut zugängliche Außenfächer für Kleinzeug sowie Reißverschlüsse mit jeweils zwei Zippern.
Das Thema Nässeschutz wird unterschiedlich gehandhabt. Während einige Hersteller auf die wasserdichte Beschichtung des Außenmaterials verweisen, legen andere ihren Produkten eine Regenhaube oder einen wasserdichten Innenbeutel bei. Wer auf Nummer Sicher gehen will, wählt letztere Variante.
So viel zur Theorie. Wie sich aktuelle Biker-Rucksäcke in der Praxis bewähren, überprüfte MOTORRAD in kurzen Fahrtests mit Voll- und Teilbeladung. Von den zwölf Exemplaren zwischen 50 und 189 Euro hinterließ letztlich der preisgünstige und pfiffig gemachte Held Epco mit seinem prima Trageverhalten und der hervorragenden Handhabung den besten Eindruck.

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