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Test: wasserdichte Rucksäcke.

Elf wasserdichte Alltags-Rucksäcke im Vergleichstest Sack, die Wahrheit

Die ganz große Zeit der absoluten Billigbeutel ist vorbei. Der gestandene Motorradfahrer ist mittlerweile bereit, etwas mehr Geld für einen Rucksack zu investieren. Elf Alltags-Alleskönner von 60 bis 170 Euro mussten zeigen, was sie drauf- und drin haben.

Zu Rucksacktest-Zeiten tun sich in den heiligen Hallen der MOTORRAD-Redaktion immer erstaunliche Dinge. Urplötzlich stellt ein beträchtlicher Teil der Kollegen fest, dass man eigentlich mal wieder einen neuen Rucksack brauchen könnte, und wird bei den Beutel-Begutachtern meist etwas devot vorstellig: „Also, falls ihr nach der Geschichte nicht wisst, wohin damit …“ Womit eine Tester-Einschätzung bestätigt wird: Der mobile Kofferraum auf dem Rücken ist immer noch einer der beliebtesten Motorradzubehör-Artikel, entsprechend prall gefüllte Seiten der einschlägigen Kataloge stützen diese These.

Doch der Rucksack-Markt ist im Wandel. Während noch vor fünf, sechs Jahren kaum ein Motorradfahrer bereit war, über 60 Euro für einen Rucksack auszugeben, und sich das Hauptgeschäft – zumindest das der einschlägigen Discounter – meist im Bereich um 20 bis 30 Euro abspielte, gelten mittlerweile Tarife im hohen zweistelligen Euro-Bereich als völlig normal. Und auch über 100 Euro bewegt sich etwas. Woran liegt das, womöglich am gestiegenen Qualitätsbewusstsein? Vermutlich, und ein wesentlicher Wegbereiter dafür dürfte der seit Jahren boomende Qutdoor-Markt sein.

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Tagesrucksack hat sich zum Lifestyleprodukt gemausert

Hardcore-durch-die-Gegend-Latscher haben immer schon für vernünftige Ausrüstung richtig viel Geld ausgegeben, und das färbt auf die mittlerweile alters- und finanzkraftmäßig verwandte Motorradszene ab. Außerdem hat sich der Tagesrucksack – und nur um den geht es in dieser Geschichte – zum schicken Lifestyleprodukt gemausert. Vom Girlie bis zum Opa läuft mittlerweile jeder damit herum, und so ist es nicht verwunderlich, dass sich auch der Motorradfahrer dem Trend zum gut gemachten und damit etwas teureren Rucksack nicht verschließen kann.

Durch die Bank gut gemacht ist auch das Testfeld dieser Geschichte. Zumindest, wenn es um Ausstattungsdetails geht, die in länger zurückliegenden Rucksacktests immer wieder für Verdruss sorgten. Solide Klickverschlüsse, gut zu greifende Reißverschluss-Zipper, sauber abgedichtete Nähte, flatterfreie Gurte, gesicherte Gurtenden und stabile Oberstoffe sind in dieser Klasse selbstverständlich. Der geneigte Leser wird daher in den Plus/Minus-Bewertungen keine größeren Aussagen dazu finden, die Unterschiede sind marginal.

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Wasserdicht oder wasserabweisend?

Ob ein Rucksack wasserdicht oder nur wasserabweisend sein soll, ist eine Grundsatzfrage. Wer die immer etwas planen- und gummiartige Anmutung der wasserdichten Säcke nicht mag und einen etwas textileren Griff bevorzugt, kommt kaum umhin, bei stärkerem Regen eine lose beiliegende oder integrierte Regenhaube zu montieren. Fast ebenso philosophisch ist die Frage nach dem Verschluss des Hauptfachs. Hier heißen die Hauptkonkurrenten Roll- und Reißverschluss.

Wobei beim Rollverschluss noch die Varianten „Quer-und-nach-unten-Schließer“ existieren. Alle Systeme haben Vor- und Nachteile, und selbst eher ungewöhnliche Lösungen wie im konkreten Fall beim Touratech (quer eingesetzter Reißverschluss im Rückenteil) und beim QBag (doppelter Kordelzug) haben ihren Reiz. Letztlich kann der Rat nur lauten: am besten selbst ausprobieren. Das Risiko, voll danebenzuliegen, ist zumindest bei den getesteten Modellen gering.

Foto: mps-Fotostudio
Alpinestars Orbit Back Pack 35: Trägt sich prima, aber ziemlich teuer. MOTORRAD-Urteil: gut.
Alpinestars Orbit Back Pack 35: Trägt sich prima, aber ziemlich teuer. MOTORRAD-Urteil: gut.

Alpinestars Orbit Back Pack 35

Anbieter: Alpinestars, Tel. 00 39/0/4 23/52 86 (Italien), www.alpinestars.com;

Preis: 169,95 Euro;

Volumen: 28 bis 35 Liter;

Gewicht: 1496 Gramm;

Material: 420D Polyester, 420D Nylon, Cordura;

Herstellungsland: China;

Besonderheiten: Hauptfach mit Rollverschluss, herausnehmbare Laptoptasche, integrierte Helmtasche, Bauchgurt abnehmbar

Plus:

  • Anpassen des Tragesystems sehr einfach
  • Schultergurte gut angelenkt und gut gepolstert, Rückenteil gut bis sehr gut gepolstert
  • viele praxisgerecht dimensionierte Taschen, gute Ausstattung

Minus:

  • Zugang zum dunklen Hauptfach sehr eng, Organizer-Fächer schlecht zugänglich, insgesamt eher wenig Stauraum (mit Normgepäck randvoll)
  • schwer
  • ambitionierter Preis

Fazit: Was sollen die Kompressionsgurte komprimieren? Dieser Rucksack sieht nach deutlich mehr Platz aus, als er zu bieten hat. Trägt sich dafür allerdings prima, ist nur ziemlich teuer.

MOTORRAD-Urteil: gut

Foto: mps-Fotostudio
BMW Rucksack Function 4: Um die ganzen Features nutzen zu können, braucht man eine Bedienungsanleitung. MOTORRAD-Urteil: sehr gut.
BMW Rucksack Function 4: Um die ganzen Features nutzen zu können, braucht man eine Bedienungsanleitung. MOTORRAD-Urteil: sehr gut.

BMW Rucksack Function 4

Anbieter: BMW Motorrad, Tel. 0 89/38 26 10 01, www.bmw-motorrad.de;

Preis: 135,00 Euro;

Volumen: 30 bis 35 Liter;

Gewicht: 1724 Gramm;

Material: 90% Polyester, 10% Polyurethan, Futter 100% Polyester;

Herstellungsland: Vietnam (bis Ende 2015 China);

Besonderheiten: Hauptfach mit Roll- und Reißverschluss, Gurte für Befestigung auf dem Motorrad, Verstaufach für Schultergurte, Laptopfach, Helmfach, Bauchgurt abnehmbar

Plus:

  • Anpassen des Tragesystems sehr einfach
  • Schultergurte perfekt angelenkt und sehr gut gepolstert, Rückenteil sehr gut gepolstert
  • sehr durchdachte Aufteilung, extrem praxisgerecht, üppige Ausstattung
  • sehr einfaches Beladen, viel Platz (mit Normgepäck halb voll)

Minus:

  • sehr schwer (liegt aber ggf. auf Sitzbank auf)

Fazit: Die K 1600 GTL in Rucksackform – mehr geht fast nicht. Um alle Features nutzen zu können, braucht man etwas Eingewöhnungszeit. Und die buchdicke Bedienungsanleitung.

MOTORRAD-Urteil: sehr gut

Foto: mps-Fotostudio
Büse Rucksack wasserdicht: Nichts für Orga-Freaks, sondern einfach nur ein purer Sack. MOTORRAD-Urteil: gut.
Büse Rucksack wasserdicht: Nichts für Orga-Freaks, sondern einfach nur ein purer Sack. MOTORRAD-Urteil: gut.

Büse Rucksack wasserdicht

Anbieter: Büse, Tel. 0 24 71/1 26 90, www.buese.com;

Preis: 59,95 Euro, auch in Schwarz/Weiß und Schwarz/Neongelb lieferbar;

Volumen: 30 Liter;

Gewicht: 898 Gramm;

Material: 95% Polyurethan, 5% Sonstiges;

Herstellungsland: China;

Besonderheiten: Hauptfach mit Rollverschluss

Plus:

  • Gurteinstellung einfach, Schultergurte und Rückenteil befriedigend bis gut gepolstert
  • Hauptfach gut zugänglich und praxisgerecht geschnitten (mit Normgepäck zu zwei Dritteln gefüllt)
  • relativ leicht
  • attraktiver Preis

Minus:

  • Sehr magere Ausstattung, keine zusätzliche Innentasche
  • Schultergurte nicht ganz optimal angelenkt, können nach längerer Zeit ggf. etwas an den Achseln drücken

Fazit: Ein purer Sack, nicht mehr und nicht weniger. Nichts für Orga-Freaks, aber prima für den unkomplizierten Kleintransport etwas sperrigerer Dinge. Prima als Schlechtwetter-Zweitsack.

MOTORRAD-Urteil: gut

Foto: mps-Fotostudio
Dainese D-Elements: Stammt von einem der namhaftesten Hersteller und hat es faustdick hinter der wasserdichten Hülle. MOTORRAD-Urteil: sehr gut.
Dainese D-Elements: Stammt von einem der namhaftesten Hersteller und hat es faustdick hinter der wasserdichten Hülle. MOTORRAD-Urteil: sehr gut.

Dainese D-Elements

Anbieter: Dainese, Tel. 00 39/0/4 44/22 41 00 (Italien), www.dainese.com;

Preis: 149,95 Euro;

Volumen: 26,2 Liter;

Gewicht: 1098 Gramm;

Material: 420D Nylon, 210D Polyester;

Herstellungsland: China (Ogio);

Besonderheiten: Hauptfach mit Rollverschluss, Laptopfach, komplett herausnehmbare Innenausstattung, Bauchgurt abnehmbar

Plus:

  • Anpassen des Tragesystems sehr einfach
  • Schultergurte sehr gut angelenkt und sehr gut gepolstert, Rückenteil gut bis sehr gut gepolstert
  • durchdachte Aufteilung, sehr praxisgerecht, gute bis sehr gute Ausstattung
  • sehr einfaches Beladen, praxisgerecht geschnitten (mit Normgepäck zu zwei Dritteln gefüllt)

Minus:

  • Bauchgurt etwas zu schmal; Preis

Fazit: Sieht etwas unscheinbar und nach typischem Nur-Sack aus, hat es aber faustdick hinter der wasserdichten Hülle. Stammt ja auch von Ogio, einem der namhaftesten Hersteller.

MOTORRAD-Urteil: sehr gut

Foto: mps-Fotostudio
Dane Profi Neon: Spielt im unspektakulären Mittelfeld, preislich fast darüber. MOTORRAD-Urteil: gut.
Dane Profi Neon: Spielt im unspektakulären Mittelfeld, preislich fast darüber. MOTORRAD-Urteil: gut.

Dane Profi Neon

Anbieter: Motoport, Tel. 0 44 56/89 95 71 00, www.motoport.de;

Preis: 119,00 Euro;

Volumen: 27 Liter;

Gewicht: 1368 Gramm;

Material: 1680D Ballistic Polyester, 420D Ripstop;

Herstellungsland: China;

Besonderheiten: Hauptfach mit Reißverschluss, Laptopfach, Helmfach, Bauchgurt abnehmbar, Platz für Sas-Tec-Rückenprotektor (24,95 Euro), separate Regenhaube

Plus:

  • Anpassen des Tragesystems einfach
  • Schultergurte gut angelenkt und befriedigend gepolstert, Rückenteil gut gepolstert
  • nahezu perfekter Bauchgurt in Stretch-Nierengurtform (über sehr dicken Jacken ggf. etwas zu kurz)
  • gute Ausstattung
  • sehr einfaches Beladen, relativ viel Platz (mit Normgepäck zu zwei Dritteln gefüllt)

Minus:

  • Ohne Regenhaube nicht wasserdicht
  • Zipper wirken nicht sehr vertrauenerweckend
  • schwer

Fazit: Die (ohne mitgelieferte Regenhaube) fehlende Wasserdichtigkeit kostet Punkte, ansonsten spielt der unspektakuläre Dane im soliden Mittelfeld, preislich aber fast schon darüber.

MOTORRAD-Urteil: gut

Foto: mps-Fotostudio
Givi Gravel-T: Rucksack-Purismus auf die Spitze getrieben für immerhin knapp 100 Euro. MOTORRAD-Urteil: gut.
Givi Gravel-T: Rucksack-Purismus auf die Spitze getrieben für immerhin knapp 100 Euro. MOTORRAD-Urteil: gut.

Givi Gravel-T

Anbieter: Givi, Tel. 09 11/95 51 00), www.givimoto.com;

Preis: 99,90 Euro;

Volumen: 25 Liter;

Gewicht: 560 Gramm;

Material: 50 % Nylon, 50% TPU (Polyurethan);

Herstellungsland: China;

Besonderheiten: Hauptfach mit Rollverschluss

Plus:

  • Anpassen des Tragesystems einfach
  • Schultergurte gut angelenkt, Rückenteil befriedigend gepolstert
  • extrem leicht

Minus:

  • Schultergurte zu wenig gepolstert und für dicke Jacken/Oberkörper ggf. zu kurz, Bauchgurt etwas zu schmal
  • extrem magere Ausstattung, keinerlei Extra-Taschen
  • Zugang zum Staufach relativ eng (mit Normgepäck fast komplett gefüllt)
  • Klett am Rollverschluss gut gemeint, zieht bei sensibler Ladung aber ggf. Fäden
  • Preis für das Gebotene deutlich zu hoch

Fazit: Rucksack-Purismus auf die Spitze getrieben – weniger geht eigentlich nicht. Das muss kein Nachteil sein, doch für einen mit Gurten versehenen Packsack sind fast 100 Euro heftig.

MOTORRAD-Urteil: gut

Foto: mps-Fotostudio
Held Zaino Tourenrucksack: Noch ein Purist, allerdings mit Komfort-Schwächen. MOTORRAD-Urteil: gut.
Held Zaino Tourenrucksack: Noch ein Purist, allerdings mit Komfort-Schwächen. MOTORRAD-Urteil: gut.

Held Zaino Tourenrucksack

Anbieter: Held, Tel. 0 83 21/6 64 60, www.held.de;

Preis: 69,95 Euro;

Volumen: 20 bis 30 Liter;

Gewicht: 926 Gramm;

Material: Nylongewebe, 100% Tarpaulin;

Herstellungsland: China;

Besonderheiten: Hauptfach mit Rollverschluss, kleine herausnehmbare Tasche mit Reißverschluss

Plus:

  • Anpassen des Tragesystems relativ einfach
  • stabile Klickverschlüsse
  • sehr praktische, herausnehmbare Zusatztasche im Hauptfach

Minus:

  • Schultergurte nicht optimal angelenkt und zu wenig gepolstert, Rückenpolster etwas zu dünn, Bauchgurt etwas zu schmal und ggf. zu kurz (ab Konfektionsgröße 56)
  • Zugang zum Hauptfach relativ schmal (mit Normgepäck randvoll gefüllt)
  • Seitentaschen haben praktisch nur Alibifunktion

Fazit: Ein weiterer Vertreter der Puristen-Klasse. Deutliche (Komfort-)Schwächen im Alltagsbetrieb, besonders auf längeren Touren. Für den wasserdichten Kurztransport aber durchaus okay.

MOTORRAD-Urteil: gut

Foto: mps-Fotostudio
QBag Vaude Rucksack 11: Der MOTORRAD-Testsieger ist als Begleiter für alle Tage schwer zu übertreffen. MOTORRAD-Urteil: sehr gut.
QBag Vaude Rucksack 11: Der MOTORRAD-Testsieger ist als Begleiter für alle Tage schwer zu übertreffen. MOTORRAD-Urteil: sehr gut.

QBag Vaude Rucksack 11

Anbieter: Polo, Tel. 0 21 65/8 44 04 00, www.polo-motorrad.de;

Preis: 109,95 Euro;

Volumen: 25 Liter;

Gewicht: 884 Gramm;

Material: 100% Polyamid;

Herstellungsland: Vietnam (Vaude);

Besonderheiten: Hauptfach mit doppeltem Kordelzug und Klickverschluss, Bauchgurt abnehmbar

Plus:

  • Anpassen des Tragesystems sehr einfach
  • Schultergurte sehr gut angelenkt und befriedigend gepolstert, Rückenteil gut bis sehr gut gepolstert
  • perfekter Bauchgurt in Nierengurt-Form
  • wenige, dafür aber absolut praxis­gerecht gestaltete Zusatztaschen
  • extrem einfaches Beladen (mit Normgepäck zu drei Vierteln gefüllt)
  • relativ leicht
  • hervorragende Verarbeitungsqualität
  • Preis-Leistung stimmt

Minus:

  • Schultergurte dürften noch etwas stärker gepolstert sein

Fazit: Absolut gelungene Kombination aus Nur-Sack und detailverliebtem Über-Sack. Das Vaude-Know-how macht’s. Kein Raumwunder, aber als Begleiter für alle Tage schwer zu übertreffen.

MOTORRAD-Urteil: sehr gut

Foto: mps-Fotostudio
SW-Motech Drybag 300: Üppiges Platzangebot und Persenning-Qualität machen diesen Rucksack zum MOTORRAD-Kauftipp. MOTORRAD-Urteil: gut.
SW-Motech Drybag 300: Üppiges Platzangebot und Persenning-Qualität machen diesen Rucksack zum MOTORRAD-Kauftipp. MOTORRAD-Urteil: gut.

SW-Motech Drybag 300

Anbieter: SW-Motech, Tel. 0 64 25/8 16 80 50, www.sw-motech.com;

Preis: 69,95 Euro, auch in Signalgelb lieferbar;

Volumen: 30 Liter;

Gewicht: 1158 Gramm;

Material: Tarpaulin (Polyurethan);

Herstellungsland: China;

Besonderheiten: Hauptfach mit Rollverschluss

Plus:

  • Anpassen des Tragesystems sehr einfach
  • Schultergurte perfekt angelenkt und gut bis sehr gut gepolstert, Rückenteil gut bis sehr gut gepolstert
  • Bauchgurt ausreichend breit
  • extrem einfaches Beladen, sehr viel Platz (mit Normgepäck halb voll)
  • attraktiver Preis

Minus:

  • Magere Ausstattung, kein zusätzliches Innenfach; relativ schwer; Außenfach leider nicht ganz wasserdicht

Fazit: Da waren absolute Praktiker am Werk. Wer das üppige Platzangebot eines Seesacks zu schätzen weiß und auf schwere Persenning-Qualität steht, kauft hier richtig. Kauftipp!

MOTORRAD-Urteil: gut

Foto: mps-Fotostudio
Touratech Moto D-Fender: Absolutes No-Go: Fehlender Bauchgut. MOTORRAD-Urteil: gut.
Touratech Moto D-Fender: Absolutes No-Go: Fehlender Bauchgut. MOTORRAD-Urteil: gut.

Touratech Moto D-Fender

Anbieter: Touratech, Tel. 0 77 28/9 27 90, www.touratech.de;

Preis: 119,95 Euro (Größe M; für 129,95 Euro in Größe L mit 38 Liter);

Volumen: 29 Liter;

Gewicht: 680 Gramm;

Material: PU-beschichtetes Nylongewebe in zwei Materialgewichten;

Herstellungsland: Deutschland (Ortlieb);

Besonderheiten: Hauptfach mit Reißverschluss, auch als Gepäckrolle nutzbar

Plus:

  • Anpassen des Tragesystems sehr einfach
  • Schultergurte perfekt angelenkt und gut bis sehr gut gepolstert, Rückenteil gut gepolstert
  • extrem einfaches Beladen (großer Reißverschluss über die gesamte Längsseite des Rückenteils, mit Normgepäck halb voll)
  • sehr leicht

Minus:

  • Statt Brust- und Bauchgurt gibt es nur einen höhenverstellbaren Quergurt – nachteilig bei hohem Tempo
  • magere Ausstattung
  • Preis

Fazit: Der ungewöhnliche Beladeweg des robusten Puristen hat sicher seine Liebhaber, ist fürs Mal-eben-oben-Reinladen aber eher unpraktisch. Der fehlende Bauchgurt ist ein No-Go.

MOTORRAD-Urteil: gut

Foto: mps-Fotostudio
Vanucci Rucksack VST06: Sehr üppige Ausstattung. Etwas weniger wäre wohl etwas mehr gewesen. MOTORRAD-Urteil: gut.
Vanucci Rucksack VST06: Sehr üppige Ausstattung. Etwas weniger wäre wohl etwas mehr gewesen. MOTORRAD-Urteil: gut.

Vanucci Rucksack VST06

Anbieter: Louis, Tel. 0 40/73 41 93 60, www.louis.de;

Preis: 119,99 Euro;

Volumen: 27 Liter;

Gewicht: 1446 Gramm;

Material: „wasserabweisend beschichtetes Textilmaterial“;

Herstellungsland: Indonesien;

Besonderheiten: Hauptfach mit Reißverschluss, Laptopfach, Fronttasche für Schlafsack, Isomatte o. Ä., Bauchgurt abnehmbar; Extratasche für Schmutzwäsche/Schuhe, integrierte Regenhaube

Plus:

  • Anpassen des Tragesystems sehr einfach
  • Schultergurte sehr gut angelenkt und noch gut gepolstert, Rückenteil gut gepolstert
  • sehr üppige Ausstattung
  • relativ einfaches Beladen (mit Normgepäck zu ca. 90 % gefüllt)

Minus:

  • Etwas zu verspielt
  • Bauchgurt zu schmal
  • schwer
  • ohne Regenhaube nicht wasserdicht

Fazit: Hier ein Zusatztäschchen, dort ein extra Reißverschluss – da haben sich die Entwickler aber mal richtig ausgetobt. Etwas weniger wäre vermutlich etwas mehr gewesen. Auch beim Preis.

MOTORRAD-Urteil: gut

Foto: Klaus Herder
Mann und Gerät: Nach jeder Testrunde landeten die Fahreindrücke direkt im Testprotokoll.
Mann und Gerät: Nach jeder Testrunde landeten die Fahreindrücke direkt im Testprotokoll.

So testet MOTORRAD

Die Vorgabe in der Test-Einladung lautete: „Rucksack für den Alltagsgebrauch (Daypack), Volumen zirka 20 bis 35 Liter, Motorradeignung, d. h. wasserdicht oder zumindest wasserabweisend (Wasserdichtigkeit nicht ausschließlich über separate Regenhaube), Autobahntauglichkeit bis rund 150 km/h.“ Von jedem Testmuster gingen zwei Exemplare ins Rennen, um ggf. Ausreißer erkennen zu können. Bei den Volumen- und Materialangaben verließ sich MOTORRAD auf die Herstellerangaben, das angegebene Gewicht ist ein MOTORRAD-Messwert. Die Fahrversuche erfolgten mit einem fünf Kilogramm schweren „Normgepäck“, bestehend aus 15,6-Zoll-Laptop, Ein-Liter-Wasserflasche, Motorradjacken-Thermofutter, Pullover, einem Paar Handschuhe und einer Brieftasche. Mit jedem beladenen Rucksack ging es mit der MOTORRAD-Dauertest-Yamaha MT-07 auf eine ausgedehnte Testrunde rund um Stuttgart, die neben Stadt- und Landstraßenverkehr auch einen Teil Autobahn zu bieten hatte.

Die Wasserdichtigkeitsprüfung erfolgte im Sanitärbereich der Redaktion, in dem es jeder Rucksack via Hochdruck-Wassersprüher mit jeweils 1,5 Liter Wasser kräftig besorgt bekam. Beim abschließenden „Trockentest“ im MOTORRAD-Konferenzraum wurden die bisherigen Testerfahrungen verifiziert. Ergänzend mussten sich unter anderem alle Reißverschlüsse, Kompressionsgurte, die Tragesysteme und sämtliche Ausstattungs-Features dem neugierigen Fummeltrieb weiterer Kollegen stellen. Final sammelten die Tester Aussagen zur Verarbeitungsqualität und Praxistauglichkeit. Die abschließende Endwertung basiert ausschließlich auf der Punktvergabe in den einzelnen Test-Kategorien. Daneben gibt es auch wieder die absolut subjektive „Hitliste der Tester“, die aber keinerlei Einfluss auf die Testurteile hat und dem geneigten Leser nur aufzeigen soll, dass der offizielle Testsieger durchaus der persönliche Favorit sein kann – aber nicht zwangsläufig sein muss.

Foto: Klaus Herder
Jörg Lohses Favorit ist der Rucksack von QBag.
Jörg Lohses Favorit ist der Rucksack von QBag.

Hitliste der Tester

Jörg Lohse (46)
    1.    QBag
    2.    BMW
    3.    Dainese
    …
    10.  Givi
    11.  Alpinestars

Klaus Herder (53)
    1.    BMW
    2.    QBag
    3.    SW-Motech
    …
    10.   Held
    11.   Alpinestars

So haben die Rucksäcke gepunktet.
So haben die Rucksäcke gepunktet.

MOTORRAD-Endwertung

Und wieder ist bewiesen: BMW gewinnt nicht jeden MOTORRAD-Vergleichstest! Den Sieg holt sich ein Polo-Hausmarkenprodukt, das von einem renommierten Outdoor-Ausrüster gefertigt wird. Aber auch auf den übrigen Plätzen ist durchweg solide Ware zu finden. Selbst das Schlusslicht fährt noch ein ungefährdetes Testurteil „gut“ ein.

Das macht die Auswahl für den potenziellen Rucksack-Käufer allerdings nicht einfacher; denn die Bandbreite reicht vom ultrapuristischen „Nur-Sack“ (wie z. B. von Büse, Givi, Held und Touratech) bis zur fast schon überkomplett ausgestatteten „Reißverschluss-Orgie“ à la Alpinestars, BMW und Vanucci. Das genaue Studium der Datenkästen lohnt sich diesmal ganz besonders. Damit sollte sich dann der ganz persönliche Sackfavorit finden lassen.

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