Gepäcktransport auf Sportmotorrädern Rücksitzlos

Fahrer von Supersportlern transportieren ihr Gepäck mit Vorliebe auf dem Soziusplatz in Taschen aus textilem Material. MOTORRAD hat zehn dieser Ballast-Stoffe ausprobiert.

Nicht nur bei der Konzeption eines Supersportlers steht die Konzentration der Massen im Mittelpunkt, sondern auch bei jenen Bikern, die es beim Reisen gerne mal fliegen lassen. Logisch, dass Koffersysteme mit ihren ausladenden Rohrträgern in diesen Kreisen tabu sind. Weit abstehende Satteltaschen sind ebenfalls nicht nach dem Geschmack vieler Supersport-Piloten. Sie verstauen ihr Gepäck lieber auf dem Rücksitz – sehr zum Leidwesen so mancher Sozia.
Die Zubehörindustrie hat sich mittlerweile auf diesen Trend eingestellt und bietet zahlreiche Gepäcksysteme für den sportlichen Solo-Trip an. Aus dem großen Angebot wählte MOTORRAD zehn Exemplare mit unterschiedlichem Stauvolumen zwischen 49,95 und 299 Euro, die auf dem Soziusplatz einer Suzuki GSX-R 750 Halt und Haltung selbst bei hoher Zuladung und Geschwindigkeiten bis 200 km/h bewahren mussten. Eine Übung, die alle Teilnehmer ungeachtet der großen Preisdifferenz im Großen und Ganzen problemlos bewältigten (siehe Einzelbewertungen). Einen besonders Vertrauen erweckenden Eindruck hinterlassen dabei jene Gepäcksysteme mit unnachgiebigen Zurrgurten sowie stabilen Gurtschlössern aus Metall, so beispielsweise die Taschen von B-Bags, Givi oder Hepco & Becker.
Darüber hinaus sollte man beim Kauf darauf achten, dass das in Frage kommende Exemplar über Kompressionsgurte verfügt, die auch bei Teilbeladung für Stabilität sorgen. Weiterhin empfehlenswert sind ausreichend lange Gurte, die eine Befestigung über Kreuz ermöglichen. Sehr praktisch bei fehlenden serienmäßigen Gepäckhaken sind Zurrgurte mit einer Schlaufe wie bei Givi oder Held: einfach den Gurt um ein Rahmenrohr legen, durch die Schlaufe führen und anziehen. Leider gehören Gurtklemmer oder Klettriegel, die überstehende Gurtenden sicher fixieren, in den seltensten Fällen zum Standard. Wer überlange Nylonriemen kürzen will, sollte diese schräg abschneiden und die Schnittstelle mit einem Feuerzeug versiegeln. Auf diese Weise lassen sich die Riemen leicht wieder einfädeln.
Weitere sinnvolle Ausstattungsdetails sind Bodenplatten mit rutschfester Beschichtung, eine Regenhaube oder ein wasserdichter Innenbeutel, mindestens eine gut zugängliche Außentasche für Kleinzeug sowie belastbare Reißverschlüsse aus Metall. Des Weiteren darauf achten, dass sämtliche Schnallen oder Gurtschlösser mit einer Unterlage versehen sind, um Kratzer auf dem Lack zu vermeiden. Sehr nützlich sind überdies Metallösen, an denen sich zur Stabilisierung der Tasche zusätzliche Gurte einhängen lassen.
Sind die Hecktaschen sicher befestigt, gilt es, die Ladung – besonders bei solch voluminösen Gepäcksystemen wie jenen von Hepco & Becker und B-Bags – so zu verteilen, dass das Fahrverhalten nicht beeinträchtigt wird. Dies bedeutet, dass schwere Gegenstände möglichst tief und nicht einseitig platziert werden. Mehr als rund zehn Kilogramm sollte man den Taschen aus Sicherheitsgründen nicht aufbürden.

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