Neue Rucksäcke Pack`s auf

Was gibt es praktischeres für Biker als einen Rucksack? Entsprechend boomt der Markt. MOTORRAD hat drei Konzepte unterwegs ausprobiert

Vielfahrer kennen es - die Schwachstelle bei langen Regenfahrten ist meist der Rucksack. Ungeschützt Regen und Spritzwasser ausgesetzt, meldet auch der beste Bag-Pack irgendwann Land unter. Dumm, dass ausgerechnet dort oft so wichtige und nässeempfindliche Utensilien wie Papiere, Geld, Karten oder warme Pullover untergebracht sind. Spezialisiert auf wasserdichte Gepäck-Transportlösungen aller Art haben sich die Produkt-Designer der Firma Ortlieb (Telefon 09872/8000) zwei unterschiedliche Ideen für wasserdichte Rucksäcke entwickelt. Einmal den Packman-Pro (169 Mark), der das bewährte Ortliebsche Rollverschlussprinzip aufgreift. Auch Material und Bauart des 20 Liter fassenden Rucksacks gleichen einem Mini-Packsack. Mittels acht Steckverschlüssen ist er mit einer massiven, gepolsterten Rückenplatte plus Tragegurten sowie einer Vortasche verbunden, kann dadurch also auch ohne Trageteil benutzt werden. Das Prinzip funktioniert durchaus - der Rucksack trotzt auch härtesten Regengüssen, und die ergonomisch allerdings nicht besonders ausgefeilte Rückenplatte bietet Schutz und Polster zugleich. Die Nachteile liegen in dem relativ hohen Gewicht und der durch den Rollverschluss etwas umständlichen Bedienbarkeit des Sacks. Wen das nicht stört, der hat ab jetzt bei Regen ausgesorgt.
Die erwähnten Nachteile versucht Ortlieb mit dem zweiten und teureren Modell X-Cursion (229 Mark) anzugehen. In Zusammenarbeit mit dem Rucksackhersteller Deuter entstand ein deutlich leichteres und komfortables Tragesystem, das mit einem 18 Liter fassenden, wasserdicht beschichteten Gepäckteil fest verbunden ist. Zwei breite, längs verlaufende Außenlaschen mit Kompressionsriemen sowie drei intergrierten Taschen für Kleinkram halten den Rucksack aerodynamisch und schlank. Die Öffnung verläuft beim X-Cursion längs und wird mit einem wasserdichten Reißverschluß verschlossen. Und hier liegt der Haken: Dieses ortliebsche Patent namens Tizip, was auch bei anderen Produkten zum Einsatz kommt, wäre eine prima Idee, wenn es sich leichter bedienen ließe. Aber an dem extrem schwer laufenden Zipper muss zum Öffnen und Schließen immer mit aller Kraft gezerrt werden, was die prinzipiell leichtere Bedienbarkeit wieder ins Gegenteil verkehrt. Schade um eine gute Idee, die so nur bedingt empfohlen werden kann.
Weniger den Regen- als den Schnellfahrern hat sich die Firma Bayer (Telefon 0751/22862) angenommen. Denn Tempomachen mit Gepäck ist auf dem Motorrad nicht immer die reine Freude, wenn der Fahrtwind an allen Gütern reißt und zerrt. Der 169 Mark teure Rucksack Speed Master erweist sich indessen auch jenseits von 200 km/h als perfekter, unauffälliger Reisebegleiter. Das liegt vor allem an seinem sogenannten Cross-Tragesystem: statt zweier herkömmlicher, um die Schultern geführter Träger kreuzen sich die des Speed Master vor der Brust und erlauben so, den 25 Liter fassenden Sack fest auf dem Rücken zu verzurren. Vier Schaumstoffpolster sorgen dafür, dass es trotz strammen Sitzes keine Druckstellen am Rücken gibt. Neben der sehr guten Hochgeschwindigkeitsstabilität bietet das sportärztlich getestete Trägersystem einen weiteren, im Zeitalter von Protektorenkombis nicht zu unterschätzenden Vorteil: Dank trennbarer Riemen lässt sich der Speed Master auch mit Textiljacke oder Regenkombi über dem Leder, bequem und ohne abenteuerliche Verrenkungen überstreifen. Einfach auf einer Seite einfädeln, den Rucksack mit Schwung über den Rücken werfen, zwei Schnellverschlüsse einrasten. Das war’s. Sitzt das gute Stück dann noch nicht richtig, wird es problemlos mittels Klettverschlüssen justiert. Innen bietet der Speed Master, der auch ohne die ausfaltbare Regenhülle im Bodenfach dem einen oder anderen Schauer standhält, zwei Fächer, dazu zwei zusätzliche Außentaschen. Alles in allem ein pfiffiges Produkt, das komplett überzeugt. Jo

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