Produkttest: Rucksäcke 12 Rucksäcke für Motorradfahrer im Vergleich

Macropodidae, also die Kängurus unter den Beutelsäugern, haben ihn serienmäßig an Bord. Der Biker vulgaris muss ihn kaufen: den Beutel für alle Tage. Daypack-Test in der Klasse 30 bis 60 Euro.

Foto: MRD

Wer Marketing-Denglish bevorzugt, nennt das Ding Daypack, vereinzelt auch Daybag. Gemeint ist das Gleiche: ein noch halbwegs handlicher Rucksack, der den ganzen Krimskrams aufnimmt, den man täglich zur Schule, Uni oder Arbeit mitschleppt. Ein Tagesbeutel also, der für Spontaneinkäufe ausreichend Platz bietet, der aber ausdrücklich keinen Stauraum für Schlafsack, Isomatte oder Schweißgerät bieten muss. Die Alltags-Alleskönner fassen gewöhnlich 20 bis 40 Liter - alles darunter verhindert den Transport von Aktenordner und/oder Laptop. Größere Säcke tragen zu sehr auf, sind unhandlich und nerven mit der aerodynamischen Qualität einer Schrankwand. Was Wanderern und Radfahrern durchaus teuer ist - unter 80 Euro ist in dieser Szene kaum etwas zu bekommen - ist dem in Sachen Zubehör grundsätzlich geizigen Motorradfahrer extrem billig.

In Zahlen: Das Daypack-Hauptgeschäft spielt sich zumindest bei den führenden Zubehör-Discountern in der Liga bis 20 Euro ab. Die absoluten Billig-Beutel testete MOTORRAD in Heft 15/2005, was welt- und rucksackgeschichtlich betrachtet noch gar nicht so lange her ist, denn zumindest die gut beurteilten Modelle sind meist immer noch im Programm. Die Testergebnisse waren damals besser als befürchtet - riesengroße Stückzahlen und der eine knappe Kalkulation zulassende Einsatz als Türöffner erlauben nun mal Kampfpreise - doch für besonders leckere Details ist der U20-Bereich verständlicherweise wenig empfänglich. So darf man zum Beispiel bei der Polsterung von Schultergurten und Rückenteilen, der Qualität des Obermaterials oder der Ausführung der fürs zügige Motorradfahren unverzichtbaren Hüftgurte in der 20-Euro-Klasse keine Wunder erwarten.

Wer tatsächlich tagtäglich mit dem Kofferraum auf dem Rücken unterwegs ist, sollte lieber eine Klasse höher einkaufen, also 30 bis 60 Euro ausgeben. In dieser Preislage wird zwar nur noch in etwa die Hälfte der U20-Stückzahl, aber immer noch nennenswert verkauft. Über 60 Euro geben Motorradfahrer nur sehr, sehr selten für Rucksäcke aus. Müssen sie auch nicht, denn unter den hier versammelten zwölf Kandidaten findet eigentlich jeder Motorradfahrertyp einen Partner für alle Tage. Zwar gab es für keinen Testkandidaten das Urteil "sehr gut", denn Platz für Verbesserungen gibt es noch bei jedem Modell. Doch auch ein Totalausfall war nicht zu beklagen.

Vor dem Kauf sollte sich jeder potenzielle Beutelträger genau überlegen, was er tagtäglich eigentlich durch die Gegend schleppen möchte. Der Büromensch zum Beispiel wird ein gewisses Inter-esse daran haben, dass seine Papiere, Ordner oder Mobilcomputer einigermaßen unbeschadet am Bestimmungsort ankommen.

Rucksäcke mit klarer Facheinteilung und einem Mindestmaß von Eigenstabilität sind dann die erste Wahl. Wie zum Beispiel der Testsieger Speedmaster von Bags Connection. Wer als Handwerker vielleicht nur den Blaumann und Arbeitsschuhe oder als Feierabendsportler Handtuch und Trikot transportieren will, sollte sich die zu Rucksäcken aufgerüsteten Packsäcke von Drive, Kappa oder auch Ortlieb genauer anschauen - sicherer und vor allem wasserdichter lassen sich Weichteile nicht durch die Gegend kutschieren.

Stichwort Wasserdichtigkeit: MOTORRAD ging mit jedem Rucksack für zwei Minuten unter eine munter sprudelnde Dusche, zur Halbzeit wurde jeweils Zwischenbilanz gezogen. Von den Packsäcken abgesehen war kein Beutel hundertprozentig wasserdicht, was sich aber nur dann im Urteil negativ bemerkbar machte, wenn keine (natürlich wasserdichte) Regenhaube mitgeliefert wurde. Nach vielen Stunden unter der Dusche, auf dem Motorrad und im nicht zu vernachlässigenden Fußgängerbetrieb hatten die drei MOTORRAD-Tester ihre ganz persönlichen Favoriten gefunden. Neben dem Testsieger und dem Kauftipp war das ausgerechnet der am dürftigsten ausgestattete und im Urteil am schlechtesten benotete. Ein Sack der Herzen eben.

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Foto: mps-Fotostudio

Bags Connection Speedmaster - MOTORRAD-Testsieger

Anbieter: SW-Motech, Tel. 06425/816800, www.sw-motech.de
Preis: 59,95 Euro
Farbe: Schwarz
Material: 1200D Nylon
Gewicht: 1328 Gramm
Volumen*: 25 Liter
Herstellungsland: Vietnam

Ausstattung:
Zwei Hauptfächer mit Doppelreißverschlüssen; eine Außentasche mit Reißverschluss; eine geschlossene und eine offene, mit Klettriegel gesicherte Innentasche (Laptopfach) und Stiftfächern; eine Netz-Außentasche; ein Kompressionsriemen, zwei Kompressionsgurte, Hüftgurt; Tragegriff; Regenhaube; Handytasche am Schultergurt; Packsack; Helmnetz; Reflex-Besatz

Wasserdichtigkeit:
Nach einer Minute stärkere Durchfeuchtung am Reißverschluss des äußeren Hauptfachs; nach zwei Minuten Außentasche und mittleres Hauptfach am Reißverschluss leicht durchfeuchtet

Plus:
Gute Staufach-Zugänglichkeit; große, griffige Reißverschluss-Zipper; breite, gut gepolsterte Schultergurte; gute, Luftzirkulation zulassende Rückenpolsterung; Schulter- und Hüftgurtenden gegen Flattern gesichert; rechter Schultergurt mit Schnellverschluss trennbar (erleichtert Auf- und Absetzen); sehr gute Verarbeitung; umfangreiche Ausstattung

Minus:
Reißverschlüsse lassen sich nicht sichern; Brustgurt nicht abnehmbar; Schulter- und Hüftgurt nicht optimal angelenkt, Tragegriff etwas zu dünn, Regenhaube nur mit Gummizug

Fazit:
Praxisgerechter Aufbau, üppige, aber ohne überflüssigen Schnickschnack auskommende Ausstattung, sehr wertige Machart - der Speedmaster erlaubt sich nur kleine Schwächen und fährt den Testsieg ein.

MOTORRAD-Urteil: Gut

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Foto: mps-Fotostudio

Difi Tourist

Anbieter: Motoport, Tel. 04451/915200, www.motoport.de
Preis: 59,95 Euro
Farbe: Schwarz
Material: Oxford-Nylon
Gewicht: 934 Gramm
Volumen*: ca. 24 Liter
Herstellungsland: China

Ausstattung:
Ein Hauptfach mit Doppelreißverschluss; zwei Außentaschen mit Reißverschlüssen; eine geschlossene Innentasche; Kabeldurchfürung (für MP3-Player o. ä.); Hüftgurt; Tragegriff; Regenhaube; Reflex-Besatz

Wasserdichtigkeit:
Nach einer Minute stärkere Deuchfeuchtungen an den Reißverschlüssen aller Taschen; nach zwei Minuten komplett durchnässt

Plus:
Sehr gute Staufach-Zugänglichkeit; breite, praxisgerecht angelenkte Schultergurte; relativ leicht; liegt gut an, Schulter- und Hüftgurtenden gegen Flattern gesichert; gut gepolsterter, bei Nichtbenutzung in einer Tasche verschwindender Tragegriff; Regenhaube über Riemen mit Schnellverschlüssen zusätzlich gesichert

Minus:
Reißverschlüsse lassen sich nicht sichern und sind nicht abgedeckt; Brustgurt nicht abnehmbar; Schultergurte können sich relativ leicht lockern; Polsterung von Schultergurten und Rückenteil etwas dünn; kein extra Innenfach hinter der Kabeldurchführung; Außentaschen zwar lang, aber nur sehr schmal

Fazit:
Eher puristisch und ohne übertriebene Ausstattungs-Gimmicks. Die Passform überzeugt, nicht ganz ausgereifte Details (Außentaschen, Schultergurte) verhindern aber eine noch bessere Bewertung.

MOTORRAD-Urteil: Befriedigend

Foto: mps-Fotostudio

Drive Yellow Line - MOTORRAD-Kauftipp

Anbieter: Polo, Tel. 0180/5225785, www.polo-motorrad.de
Preis: 49,95 Euro
Farbe: Gelb/Schwarz
Material: PVC/Mesh
Gewicht: 1328 Gramm
Volumen*: ca. 40 Liter
Herstellungsland: China

Ausstattung:
Ein Hauptfach mit Rollverschluss und Klettriegel; zwei NetzAußentaschen; ein Kompressionsriemen; zwei Sicherungsgurte; Hüftgurt; Tragegriff

Wasserdichtigkeit:
Absolut wasserdicht

Plus:
Jede Menge gut nutzbarer Stauraum; genial einfacher, top gesicherter Verschluss; Zusatzgurte als Sicherungsalternative für den Rollverschluss (siehe Foto); breite, gut gepolsterte Schultergurte; ausreichend gepolstertes Rückenteil; sehr langer Hüftgurt (wichtig für XXL-Biker); sehr robust und gut verarbeitet

Minus:
Schulter- und Hüftgurtenden nicht gegen Flattern gesichert; Hüftgurt seitlich nicht gepolstert; Brustgurt nicht abnehmbar; keine Innenfächer; keine geschlossene und wasserdichte Außentasche

Fazit:
Was nicht dran ist, kann nicht kaputt gehen. Absolut wasserdicht, auch ohne Regenhaube. Dazu mit einem Tragesystem bestückt, das den Unterschied zum "Packsack mit Gurten" macht - rundum gut.

MOTORRAD-Urteil: Gut

Foto: mps-Fotostudio

Held Adventure

Anbieter: Held, Tel. 08321/66460, www.held.de
Preis: 59,95 Euro
Farben: Schwarz, Schwarz/Rot, Schwarz/Blau
Material: Ripstop-Nylon
Gewicht: 1194 Gramm
Volumen*: 22 Liter
Herstellungsland: Vietnam

Ausstattung:
Ein per Zwischenboden teilbares Hauptfach mit zwei Öffnungen und Doppelreißverschlüssen; zwei geschlossene und zwei offene Innentaschen; zwei Netz-Außentaschen; ein Kompressionsriemen, vier Kompressionsgurte; Hüftgurt; Tragegriff; Regenhaube; Reflex-Besatz

Wasserdichtigkeit:
Nach ein und zwei Minuten leichte Durchfeuchtungen am Reißverschluss

Plus:
Gute Staufach-Zugänglichkeit mit zweiter Beladungs-Alternative; breite, gut gepolsterte Schultergurte, zusammen mit seitlich gut gepolstertem Hüftgurt optimal angelenkt; sehr guter Sitz; trägt sich angenehm leicht; Hüftgurtenden gegen Flattern gesichert; Reißverschlüsse gut abgedeckt; sehr guter Tragegriff; Regenhaube mit Haken zusätzlich gesichert

Minus:
Reißverschlüsse lassen sich nicht sichern, Zipper etwas klein; Brustgurt nicht abnehmbar; Einsetzen des Zwischenbodens etwas fummelig, Verarbeitung an dieser Stelle recht durchwachsen (ansonsten aber okay); keine separate Außentasche; Schultergurtenden nicht gegen Flattern gesichert

Fazit:
Das Zwischenbodenprinzip wird in der Praxis eher selten genutzt; ein zweites Hauptfach und besonders eine Außentasche wären sinnvoller. Der doppelte Zugang überzeugt aber, und die Passform ist top.

MOTORRAD-Urteil: Gut

Foto: mps-Fotostudio

IXS Malix

Anbieter: Hostettler; Tel. 07631/18040, www.ixs.com
Preis: 59,95 Euro
Farbe: Schwarz
Material: 600D Polyester mit PVC
Gewicht: 1306 Gramm
Volumen*: ca. 20 Liter
Herstellungsland: Taiwan

Ausstattung:
Ein großes und ein kleines Hauptfach mit Doppelreißverschlüssen; vier Außentaschen mit Reißverschlüssen; drei offene Innentaschen, davon ein mit Klettriegel gesichertes Laptop-Fach; zwölf Stiftfächer; Kabeldurchführung; zwei Kompressionsgurte; Hüftgurt; zwei Tragegriffe; Reflex-Besatz

Wasserdichtigkeit:
Nach einer Minute sehr starke Durchfeuchtungen an allen Außentaschen, mittlere Durchfeuchtung am Hauptfach; nach zwei Minuten alles durchnässt

Plus:
Sehr gute Staufach-Zugänglichkeit; große, griffige Reißverschluss-Zipper; gute Innenfach-Aufteilung; breite, gut gepolsterte Schultergurte; gute, Luftzirkulation zulassende Rückenpolsterung; Brustgurt mit sehr weitem Verstellbereich; guter Tragekomfort, guter Sitz; Hüftgurtenden gegen Flattern gesichert; gute Verarbeitung; extra stabiles Bodenteil

Minus:
Reißverschlüsse lassen sich nicht sichern; Brustgurt nicht abnehmbar; Hüftgurt seitlich nicht gepolstert und ggf. etwas zu kurz; Schultergurt-enden nicht gegen Flattern gesichert; keine Regenhaube serienmäßig, dafür aber größere Schwächen bei der Wasserdichtigkeit

Fazit:
Praxisgerechte Staufächer, sehr solide Machart, guter Tragekomfort - der Malix hat wirklich alles für ein Urteil "gut". Wenn da die Sache mit der Wasserdichtigkeit und der fehlenden Regenhaube nicht wäre.

MOTORRAD-Urteil: Befriedigend

Foto: mps-Fotostudio

Kappa TKW 745

Anbieter: JF Motorsport; Tel. 06002/91030, www.jfmotorsport.de
Preis: 59,90 Euro
Farbe: Weiß/Schwarz
Material: Polyester
Gewicht: 1338 Gramm
Volumen*: 30 Liter
Herstellungsland: China

Ausstattung:
Ein Hauptfach mit Rollverschluss; ein Außenfach mit Reißverschluss; zwei Kompressionsriemen; Hüftgurt; Tragegriff

Wasserdichtigkeit:
Absolut dicht

Plus:
Sehr gut gesicherter Verschluss; breite, gut gepolsterte Schultergurte; abnehmbarer Hüftgurt seitlich sehr gut gepolstert, mit weitem Verstellbereich und gegen Flattern gesicherten Enden; gut gepolstertes und abnehmbares (Klett) Rückenteil; robust und gut verarbeitet; extra Außentasche mit wasserdichtem Reißverschluss (bei aufschnallbaren Packsäcken eher ungewöhnlich)

Minus:
Verschlusssystem nicht ganz so praktisch wie bei Drive und Ortlieb (Sackenden können nicht miteinander verbunden, sondern nur seitlich abgespannt werden); Brustgurt nicht abnehmbar; Schultergurtenden nicht gegen Flattern gesichert; keine Innenfächer

Fazit:
Ein Packsack mit einem hervorragenden Tragesystem - diese Kombination ist genial. Ein kleines Detail kann in der Praxis aber nerven: der etwas umständliche Verschluss. Ein Fall für die Mini-Modellpflege.

MOTORRAD-Urteil: Gut

Foto: mps-Fotostudio

Detlev Louis Neon

Anbieter: Louis, Tel. 040/73419360; www.louis.de
Preis: 29,95 Euro
Farbe: Neongelb
Material: 95 % Polyamid
Gewicht: 806 Gramm
Volumen*: ca. 20 Liter
Herstellungsland: Taiwan

Ausstattung:
Ein Hauptfach mit Doppelreißverschluss; acht Außentaschen mit Reißverschlüssen; zwei offene und eine geschlossene Innentaschen, zwei Stiftfächer und ein Schlüssel-Karabiner; zwei Kompressionsgurte; Hüftgurt; Tragegriff; Regenhaube; Reflex-Besatz

Wasserdichtigkeit:
Nach einer Minute starke Durchfeuchtungen an allen Außentaschen, Hauptfach nur leichter Wassereinbruch; nach zwei Minuten Hauptfach mitelstark durchfeuchtet

Plus:
Weit öffnendes Hauptfach; Doppelreißverschluss gut abgedeckt, Reißverschluss-Zipper gut zu fassen; gut gepolsterter Tragegriff; Regenhaube setzt oben an und ist mit Kordelzug gut zu sichern

Minus:
Reißverschlüsse lassen sich nicht sichern; Brustgurt nicht abnehmbar; Schultergurte können sich relativ leicht lockern; Polsterung von Schultergurten und Rückenteil zu dünn; Schulter- und Hüftgurtenden nicht gegen Flattern gesichert; Hüftgurt seitlich nicht gepolstert; mäßiger Tragekomfort; wenig Eigenstabilität, eine Grundform fehlt; Ausstattung (Zahl der Außentaschen) zu verspielt; Verarbeitung teilweise etwas durchwachsen

Fazit:
Kein wirklich schlechter Rucksack, für städtische Kurztrips mit wenig Beladung absolut okay. Nur merkt man dem Augenreizer an allen und Ecken an, dass er sich am unteren Ende der Preisskala tummelt.

MOTORRAD-Urteil: Ausreichend

Foto: mps-Fotostudio

Moto Detail Casual

Anbieter: Louis, Tel. 040/73419360; www.louis.de
Preis: 39,95 Euro
Farbe: Schwarz
Material: 90 % Polyamid
Gewicht: 826 Gramm
Volumen*: ca. 30 Liter
Herstellungsland: Taiwan

Ausstattung:
Ein Hauptfach mit Doppelreißverschluss; drei Außentaschen mit Reißverschlüssen; zwei offene und drei geschlossene Innentaschen, zwei Stiftfächer und ein Schlüssel-Karabiner; vier Kompressionsgurte; Rundumreißverschluss zur Volumenanpassung; Hüftgurt; Tragegriff; Regenhaube; Reflex-Besatz; Transporttasche

Wasserdichtigkeit:
Nach einer Minute starke Durchfeuchtungen an allen Außentaschen, Hauptfach mit mittlerem Wassereinbruch; nach zwei Minuten Hauptfach geflutet

Plus:
Sehr weit öffnendes Hauptfach; Doppelreißverschlüsse gut abgedeckt und abschließbar; alle Reißverschlüsse über gut zu greifende Kordeln zu sichern; Schulter- und Hüftgurtenden gegen Flattern gesichert; Volumenanpassung sehr einfach; Hüftgurt seitlich gut gepolstert; Regenhaube mit zusätzlicher Hakensicherung;

Minus:
Schultergurte und Rückenteil nur sehr mäßig gepolstert; kann bei sehr schwerer Beladung ggf. leicht einschnüren; Brustgurt nicht abnehmbar und nur umständlich zu verstellen; wenig formstabil, Festigkeit fehlt etwas

Fazit:
Kostet nur zehn Euro mehr als das Neon-Schwestermodell aus gleichem Haus, spielt aber in einer ganz anderen, deutlich höheren Liga. Mit etwas Modellpflege (Polsterung) wäre auch durchaus ein "gut" drin.

MOTORRAD-Urteil: Befriedigend

Foto: mps-Fotostudio

Ortlieb Explorer

Anbieter: Ortlieb, Tel. 09872/8000; www.ortlieb.com
Preis: 49,95 Euro
Farben: Rot, Blau
Material: Polyestergewebe, PVC-beschichtet
Gewicht: 628 Gramm
Volumen*: 35 Liter
Herstellungsland: Deutschland

Ausstattung:
Ein Hauptfach mit Rollverschluss; Tragegriff

Wasserdichtigkeit:
Absolut dicht

Plus:
Jede Menge gut nutzbarer Stauraum; genial einfacher, top gesicherter Verschluss; breite, gut gepolsterte Schultergurte; Brustgurt mit weitem Verstellbereich und abnehmbar; sehr robust und hervorragend verarbeitet; fünf Jahre Garantie

Minus:
Hüftgurt fehlt; Rücken komplett ungepolstert, kantige Beladung drückt sofort durch; praktisch keinerlei Ausstattung, keine Innen- oder Außentaschen; bei hohem Tempo eher wackliger Sitz, auf Dauer wenig Tragekomfort

Fazit:
Ein Punktesystem kann so ungerecht sein, denn mancher Purist gibt diesem Teil garantiert ein "sehr gut". Unterm Strich gibts aber keine Ausstattung, keinen stabilen Sitz und keinen Komfort. Sack der Herzen!

MOTORRAD-Urteil: Ausreichend

Foto: mps-Fotostudio

Oxford Aeropack Xpert

Anbieter: Hein Gericke, Tel. 0180/5229522, www.hein-gericke.de, www.oxprod.com
Preis: 49,99 Euro
Farbe: Schwarz
Material: Nylon
Gewicht: 1108 Gramm
Volumen*: ca. 30 Liter
Herstellungsland: China

Ausstattung:
Ein Hauptfach mit Doppelreißverschlüssen; vier Außentaschen mit Reißverschlüssen; eine offene Innentasche mit Kabeldurchführung; Rundumreißverschluss zur Volumenanpassung; Tragegriff; Reflex-Besatz; im Bodenteil integrierter Helmtragesack

Wasserdichtigkeit:
Nach einer Minute Hauptfach und beide seitlichen Außentaschennoch trocken, beide mittleren Außentaschen mit leichtem Wassereinbruch; nach zwei Minuten Hauptfach mit minimalem Wassereinbruch, beide seitliche Außentaschen trocken, mittlere Außentaschen durchnässt

Plus:
Weit öffnendes Hauptfach; durchdachte Raumaufteilung; Doppelreißverschluss mit Klettriegeln gesichert; große, gut zu fassende Zipper; guter Tragekomfort; seitliche Außentaschen absolut wasserdicht; gute Verarbeitung

Minus:
Schultergurte etwas dünn gepolstert, gewöhnungsbedürftiges Schultergurt-System, das sich bei hoher Beladung und hohem Tempo lockern kann; kein Hüftgurt; keine serienmäßige Regenhaube

Fazit:
Das Tragesystem liebt oder hasst man, ohne Probefahrt sollte nicht gekauft werden. Der durchdachten Raumaufteilung und guten Verarbeitung stehen das Fehlen von Hüftgurt und Regenhaube gegenüber.

MOTORRAD-Urteil: Befriedigend

Foto: mps-Fotostudio

Pharao Canvas

Anbieter: Polo, Tel. 0180/5225785, www.polo-motorrad.de
Preis: 49,95 Euro
Farbe: Oliv/Schwarz
Material: Baumwolle
Gewicht: 1718 Gramm
Volumen*: ca. 30 Liter
Herstellungsland: China

Ausstattung:
Ein Hauptfach mit Doppelreißverschluss und Karabiner; fünf Außentaschen mit Reißverschlüssen (2 x), Klick-Verschlüssen (2 x) und Klett; drei offene Innentaschen mit Klettriegel bzw. Gummizug; vier Kompressionsgurte; Tragegriff; Regenhaube; Trinkblase

Wasserdichtigkeit:
Nach einer Minute Außentaschen mit mittlerern Durchfeuchtungen, Hauptfach noch trocken; nach zwei Minuten Außentaschen komplett nass, Hauptfach mit mittlerem Wassereinbruch

Plus:
Sehr weit öffnendes Hauptfach; alle Reißverschlüsse mit Druckknöpfen gesichert; große, gut zu fassende Zipper; Schultergurte breit und gut gepolstert; Rückenbereich gut gepolstert; Hüftgurt mit sehr weitem Verstellbereich; angenehmer Griff des Obermaterials

Minus:
Schulter- und Hüftgurturtenden nicht gegen Flattern gesichert; Brustgurt nicht abnehmbar; Klickverschlüsse lassen sich nur etwas fummelig öffnen (besonders mit Handschuhen); Rückenpolsterung drückt im unteren Bereich (Regenhauben-Fach); Karabiner-Verschluss nicht verstellbar; Verarbeitung teilweise recht rustikal; flattert und zappelt bei hohem Tempo

Fazit:
Eher uriges (und durchaus praktisches) Designerstück für den Boulevard als echter Motorradrucksack für alle Tage. Über 60 km/h wird‘s unruhig, für den sehr coolen Auftritt in Stadt/Schule/Uni aber geeignet.

MOTORRAD-Urteil: Ausreichend

Foto: mps-Fotostudio

Tuareg Rucksack

Anbieter: Hein Gericke, Tel. 0180/5229522, www.hein-gericke.de
Preis: 34,99 Euro
Farbe: Schwarz
Material: 1620D Nylon
Gewicht: 1242 Gramm
Volumen*: 35 Liter
Herstellungsland: China

Ausstattung:
Ein Hauptfach mit Kordelzug und zwei Klickverschlüssen; fünf Außentaschen mit Reißverschlüssen; Tragegriff; abnehmbare Handytasche am Schultergurt; Reflex-Besatz

Wasserdichtigkeit:
Nach einer Minute vordere Außentasche durchfeuchtet, Rest trocken; nach zwei Minuten leichter Wassereinbruch an der unteren Naht des Hauptfachs, Außentaschen mit mittleren Durchfeuchtungen

Plus:
Sehr weit öffnendes Hauptfach; über Kordelzug und Klickverschlüsse sehr gut gesichert; alle Reißverschlüsse über Druckknöpfe zu sichern; verstärktes Bodenteil; Doppelreißverschlüsse mit Druckknöpfen gesichert; Schultergurte und Rückenteil noch ausreichend gepolstert; gute Verarbeitung

Minus:
Brustgurt nicht abnehmbar; Schulter- und Hüftgurtenden nicht gegen Flattern gesichert; Schultergurte können sich relativ leicht lockern; Hüftgurt seitlich nur einseitig gepolstert (durch kleine Tasche); keine Innenfächer; die laut Produktbeschreibung serienmäßige Regenhaube fehlt (nach Auskunft von Gericke ein "Katalogfehler")

Fazit:
Schnörkelloser und robuster Rucksack mit jeder Menge Stauraum. Die leichten Schwächen im Tragesystem lassen sich verschmerzen, wenn nicht regelmäßig sehr schwere Sachen an Bord sind.

MOTORRAD-Urteil: Befriedigend

Foto: fact

Rucksack und Sicherheit

Ein Motorradrucksack muss das Verletzungsrisiko nicht zwangsläufig erhöhen wenn man ein paar (Beladungs-)Tipps beherzigt: Kantige und harte Sachen haben im Rucksack nichts verloren. Dosen oder Glasflaschen, Fotoapparat und Werkzeug gehören in den Tankrucksack, nicht auf den Rücken. Regenkombi, Fleeceteil, Verpflegung (ggf. auch Getränkekartons) und (halbwegs loser) Papierkram sind dagegen gern gesehen. Der Laptop-Transport ist grenzwertig. Mann und Gerät ist mit einer besonders weichen Zusatzhülle für den Fall der Fälle zumindest etwas weitergeholfen. Mehr als maximal sieben bis zehn Kilogramm Beladung sollte man seinem Rücken auf Dauer nicht zumuten. Einige Anbieter (z. B. Louis) geben sogar fünf Kilo als Maximum an. Schwere Sachen gehören im Sack jedenfalls immer nach unten. Wer Glück und eine gestufte Sitzbank hat, kann den Rucksack etwas aufliegen lassen, was den Rücken mächtig entlastet. Dabei aber Schulter und Hüftgurt (immer schließen!) nicht zu locker anlegen, denn ein im Wind tanzender Rucksack kann ziemlich viel Unruhe in die ganze Fuhre bringen. Die offenen (Netz-)Außenfächer sind ausschließlich für den Fußgängerbetrieb gedacht. Nicht vergessen: die richtige Position der Reißverschlüsse. Die Zipper von Doppelreißverschlüssen gehören im Fahrbetrieb nach unten und an die Seite, nicht nach oben in die Mitte, denn dort können Verwirbelungen für ungewolltes Öffnen sorgen. Ein Rucksack gehört während der Fahrt IMMER auf den Rücken. Nicht auf den Soziusplatz, nicht auf den Gepäckträger und auch nicht auf den Tank, denn im Rad mitdrehende Gurte sind unheimlich doof.

Foto: Archiv

Sind teure Rucksäcke besser?

Der Vaudee Freerider 25:
25 Liter, 1278 Gramm, PU-beschichtetes 600D Polyester, 110 Euro; drei Jahre Garantie; www.vaude.com

Wanderer sind viel eher als Motorradfahrer bereit, für Ausrüstung sehr viel Geld zu zahlen. Auf den ersten Blick ähneln viele Wanderrucksäcke den getesteten Daypacks für Motorradfahrer, kosten aber oft das Doppelte bis Dreifache. Sind die Mehrpreise gerechtfertigt? Jein. Materialeinsatz und Herstellungsland (im Beispiel auch China) rechtfertigen keine deutlich höheren Preise, doch die Ausführung macht dann doch den Unterschied. So ist das Tragesystem bis ins letzte Detail ausgefeilt und sorgt im Fußgängerbetrieb für deutlich bessere Passform und spürbare Leichtigkeit. Nachteil: Das Anlegen ist etwas umständlicher. Die Reißverschlüsse und Nähte sind zudem wirklich wasserdicht. Ein Teil des üppigen Mehrpreises ist aber trotzdem ein klarer "Wanderhobby-Aufschlag". Tipp für sparsame Wanderer: Motorradrucksack kaufen.

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