Service Spezial Rucksäcke

Fast noch Kleidung und doch schon Gepäck - das körpernächste Utensil des Bikers sollte sorgsam ausgesucht werden.

Beim Rucksack scheiden sich die Geister: Was dem einen als praktischste Erfindung seit der Entdeckung des Motorrads gilt, erscheint dem andern als nervige, windgebeutelte Last, schädlich für den Rücken und gefährlich beim Unfall obendrein. Wie so oft ist beides richtig. Wer sich allerdings nicht gleich den erstbesten Tombola-Gewinn auf den Rücken zurrt, sondern bei der Wahl ein paar Kriterien beachtet, kann viel Nerverei vermeiden. Für Rückengeschädigte gilt jedoch: Sie sollte die Sache mit dem Arzt besprechen. Und Unfallfolgen hält man klein, in dem harte und scharfkantige Ladung wie Werkzeug, Kamera oder gar Flaschen auf dem Rücken tabu sind. Wenn`s gar nicht anders geht: Modelle mit fester Rückenplatte wählen oder einen Protektor tragen, Dainese bietet sogar Rucksäcke mit integriertem Protektor.
Die Lust am Rucksack beginnt beim Komfort. Breite, gepolsterte Riemen an den Schultern und um die Taille (Brustriemen beim Speed Master) sorgen für großflächige Lastverteilung sowie stabilen Sitz - Voraussetzung für hohes Tempo oder körperintensive Enduro-Touren. Denn je enger der Bagpack sitzt, desto besser bildet er eine störungsfreie Einheit mit dem Piloten statt lästiger Eigendynamik. (Ausnahme: besonders schwere Beutel mit lang eingestellten Riemen hinten auf der Sitzbank abstützen.) Doch ein Gurt muß nicht nur bequem sein, sondern auch den starken Beanspruchungen von Fahrtwind und ständigem Gezerre über sperrige Schulter- und Ellbogenprotektoren standhalten - leider der Hauptschwachpunkt vieler Billig-Modelle. Beim Kauf daher auf festes Material und stabile Nähte achten. Und auf die Reißverschlüsse. Um nicht bei Highspeed das Kreditkartenfach leergeblasen zu bekommen, Modelle mit zwei Zippern wählen (Deuter hat sogar Knopfsicherung) und diese nicht oben am Rucksack herumwehen lassen, sondern an den Enden verstauen.
Frust gibt es meist beim Thema Nässe - nur die wenigsten Exemplare halten einem längeren Regen stand. Und die wirklich wasserdichten Modelle (zum Beispiel von Ortlieb und Jack Wolfskin), die im Prinzip wie kleine Packsäcke plus Tragesystem funktionieren, sind oft schwer und unpraktisch zu bedienen. Abhilfe schafft eine einfache Plastiktüte, in die der Rucksackinhalt gepackt wird. Aus dem Outdoor-Bereich stammende Überzieher halten meist nur langsamem Tempo stand. Doch viele Impulse, die gerade die junge Mountain Bike-Gilde den Rucksack-Designern gegeben hat, sind auch für Motorradfahrer nützlich. Zum Beispiel die Helmfächer. Sofern mit stabilen Kompressionsgurten versehen, lassen sich darin sogar Überziehjacken und Regenkombis verstauen. Außerdem haben die Radsportler das Thema Rückenpolster bis zur High End-Stufe ausgebaut. Auch wenn der dick eingepackte Motorradler nur selten etwas von deren Belüftungssystemen zu spüren bekommt, die perfekte Paßform fühlt er wohl.
Rucksack-Käufer sollten daher Sport- und Outdoor-Läden beim Shopping einbeziehen. Und bereit sein, 80 bis 150 Mark zu investieren. Vielleicht ist Rucksack-Tragen dann gar ja nicht mehr so übel.

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