12 Paar Motorradhandschuhe im Test Allround-Handschuhe zwischen 80 und 120 Euro

12 Paar Motorrad-Allround-Handschuhe zwischen 80 und 120 Euro wurden in einem Test in MTOORRAD 14/2017 getestet, bewertet und miteinander vergleichen: Alpinestars SP Z Drystar, Büse ST Match, Dainese Freeland, Difi Progression, Hein Gericke Sill, Held Select Dry, IXS Timor, Reusch Tour 2.0, Rev'it Drifter 2 H2O, Scott Priority GT, Spidi Rainshield und Vanucci Touring IV.

Zusammenstellung des Testfelds

Die Anforderungen an Allround-Handschuhe fürs Motorrad lassen ich auf einen Sommerurlaub in den Bergen konzentrieren: Temperaturschwankungen um 25 Grad Celsius und abrupte Wechsel zwischen Sonne und Platzregen sollen die Handschuhe meistern. Man kann natürlich zwei Paar mitnehmen und bei Bedarf wechseln - aber das ist erstens nicht für jeden Motorradfahrer eine echte Option, zweitens sind allzu gut gepolsterte Handschuhe nichts für die Fahrdynamik.
In diesem Vergleichstest wurden zwölf Paar Handschuhe getestet und vergleichen, die mit Regen und Fahrdynamik gleichermaßen gut zurechtkommen wollen und die nicht mehr als 120 Euro kosten.

In dieser Liga liegt der Sicherheitsfokus leider oft nur auf einem optisch möglichst herausstechenden Handprotektor. Schön, wenn der Schützer beim Aufschlagen gut dämpft, lästig aber, wenn er während der Fahrt die ganze Zeit drückt. Denn Komfort und gute Sensibilität für die Hebel beim Bremsen und Kuppeln tragen erheblich zu sichererem Fahren bei. Verfrorene, unbewegliche Hände tun sich schwer, auf heikle Situationen zu reagieren.

Daher ist bei Motorradhandschuhen eine Klimamembran sinnvoll. Blöd nur, wenn die nicht funktioniert. Sobald aufgrund von Undichtigkeiten Wasser nach innen gelangen kann, kühlen empfindliche Hände schnell aus. Beim Test von Einsteiger-Allroundern bis 50 Euro (MOTORRAD 10/2016) jedenfalls fielen neun von elf Kandidaten durch die Nässeprüfung.

Nun war es also spannend zu sehen, wie sich die Mittelklasse-Allround-Handschuhe bewähren würden. Vier Handschuh-Modelle dieses Vergleichstests sind mit einer Gore-Tex-Membran ausgestattet. Bis auf eine kleine Undichtigkeit beim Reusch lieferten sie durchgehend gute Ergebnisse. Das mag an den auferlegten, recht strengen Gore-Qualitätsauflagen für die Weiterverarbeitung liegen. Denn meistens sind es Verarbeitungsfehler, die zu Undichtigkeiten führen.
Auffällig: Die schwächsten Ergebnisse beim Nässetest leisten sich Handschuhe mit hauseigener Membran. Haben die Hersteller da vielleicht etwas nicht im Griff?

Ebenfalls von Gore stammt die sogenannte x-trafit-Technologie. Dabei wird die Membran vollflächig mit Obermaterial und Futter verbunden und nicht nur eingehängt. Das sorgt für "bessere Taktilität", also für einen sehr direkten, sportlichen Griff. Ähnlich funktioniert auch die mcFit-Technologie von Zuliefer-Konkurrent Young Jin. Allerdings setzten in diesem Vergleich nur vier Handschuhpaare auf eine solche teure Technologie.

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So testet MOTORRAD Handschuhe

MOTORRAD testete die Handschuhe auf kurvenreichen Strecken auf Tragekomfort und Klimatisierung; Nässebeständigkeit und Verarbeitung wurden in der Redaktion geprüft.

Ein üppig dimensionierter Handrückenprotektor am Motorradhandschuh ist ein prima Unfallschutz, aber geht die Sicherheit eventuell zulasten des Tragekomforts beziehungsweise der Beweglichkeit? Das lässt sich am besten unter Realbedingungen klären. Denn selbst bei passenden Proportionen und gutem Sitz offenbaren sich oft erst in Fahrt Schwächen wie Druck- und Scheuerstellen.

Die Sicherheit beurteilten die Experten zusammen mit der Einschätzung der Verarbeitung und Ausstattung (Protektoren, Material sowie -doppelungen, Nähte etc.) während einer ausführlichen Begutachtung. Dabei wurden auch Abstreifschutz und Stabilität bewertet.

Ein weiteres wichtiges Kriterium für Touren-Allrounder stellte der Wetterschutz dar. Die Wasserdichtigkeit überprüften die Tester während eines Tauchbads (je zwei Testmus­ter zehn Minuten Finger und Hand bis Handgelenk unter Wasser) sowie bei einem mehrstündigen Befülltest.

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