Produkt-Test Sporthandschuhe um 100 Euro Heizer Griff

Leicht, griffig und vor allem sicher – das ist das Anforderungsprofil, das ein guter Sporthandschuh erfüllen soll. Doch mit welchem lässt sich wirklich am schnellsten zugreifen? MOTORRAD hat 13 Modelle der Preisklasse um 100 Euro getestet.

Foto: Gargolov
Karbon, wo man nur hinsieht: auf dem Handrücken, an den Fingerspitzen, am Gelenk, auf der Stulpe. Das Leichtbau-Wundermittel ist bei den Sporthandschuhen nicht mehr wegzudenken, kaum ein Hersteller will auf die nobel wirkende Dreingabe verzichten. Doch bietet der Karbondeckel wirklich den optimalen Schutz vor Verletzungen?

Mediziner kennen genügend Fälle, bei denen trotz der harten Schutzhaube die Knochen darunter splitterten. Manche Experten warnen sogar vor einem zu leicht-fertigen Einsatz der durchdringungsfesten Schalen. Vor allem, wenn sie nicht ausreichend mit Polstern hinterlegt sind, können sie beim Aufprall auf Asphalt die Kraft punktuell weiterleiten und damit das Verletzungsrisiko für Haut, Gewebe und Knochen erhöhen. Insbesondere bei günstigen Handschuhen sollte ganz genau abgetastet werden, ob die Kappe gut unterfüttert ist.
Gleiches gilt natürlich auch für Ober- und Mittelklasse-Sporthandschuhe. Wobei sich in diesem Test bei allen Anbietern dies-bezüglich keine Schwachpunkte gezeigt haben. Trotzdem können sich einige Modelle nochmals besonders absetzen, indem der Handschuh mittels eines Gelenks unter der Karbonkappe angenehm beweglich bleibt.

Weitaus mehr Probleme bereiten auf jeden Fall harte Einlagen aus Karbon oder Kunststoff im Bereich der Fingerknöchel. Zum einen leidet darunter meist die Passform, da die Kappen die Finger unnötig verbreitern, zum anderen nerven ob der ungenauen Positionierung mit zunehmender Fahrtdauer Druckstellen. Ein häufiges Verletzungsrisiko betrifft den kleinen Finger, der aufgrund seiner exponierten Lage beim Sturz häufig als erster Bodenkontakt hat und sich außerdem schnell verdrehen kann. Deshalb sollte die Handkante bis hoch zum kleinen Finger ent-sprechend verstärkt sein. Manche Hersteller koppeln Ring- und kleinen Finger. Allerdings funktioniert das nur gut, wenn der komplette Handschuh entsprechend vorgekrümmt ist. Ansonsten lässt sich der Lenker lediglich mit sehr viel Kraftaufwand umfassen. Welche Marke nun bei den Sporthandschuhen in der Preisregion um 100 Euro das beste Händchen bewiesen hat, steht auf den folgenden Seiten.

Alle 13 Paarungen wurden im Sporthandschuhtest von MOTORRAD nach einem einheitlichen Schema begutachtet und in folgenden Kategorien bepunktet: Tragekomfort/Passform (maximal 40 Punkte): Auf einer fest definierten Testrunde durch die französische Provence beurteilten die Fahrer das Trageverhalten der Handschuhe. Wirft die Innenhand beim Greifen störende Falten, reiben die Finger an Nahtwülsten, spannen die eingearbeiteten Protektoren und Sturzpolster?

Sicherheit (maximal 30 Punkte): Jedes Testexemplar musste sich einer genauen Begutachtung der Schutzfunktion unterziehen. Sind die Handkanten ausreichend verstärkt, Polsterungen an Ballen und Handrücken eingesetzt, lässt sich der Handschuh abstreifsicher verschließen? Verarbeitung/Ausstattung (maximal 20 Punkte): Zwischen 80 und 120 Euro kosten die Handschuhe aus diesem Test. Für diese Summe lässt sich nicht nur eine qualitativ hochwertige Verarbeitung erwarten. Weiterhin im Fokus: Art und Güte der verwendeten Materialien. Abfärbeverhalten (maximal 10 Punkte): Wie steht es um die Farbechtheit der Probanden? In einem warmen Wasserbad (30 Grad Celsius) wurde simuliert, wie stark die Handschuhe beim Schwitzen abfärben können.

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