Produkttest Motorrad-Handschuhe Sporthandschuhe der Oberklasse

Hochpreisige Racing-Handschuhe sind nicht nur was für motorradbegeisterte Blaublüter oder zahlungskräftige Rennfahrer. Der hohe Sicherheitsstandard kommt auch Hobby-Bikern entgegen. 13 Modelle stellen sich einem Vergleich.

Foto: Sdun
Für die Crème de la Crème im Sporthandschuhbereich verlangen die Hersteller teilweise weit über 150 Euro pro Paar. Dafür versprechen sie den Kunden so einiges: top Material, top Verarbeitung, top Schutz, top Passform. Ob’s stimmt? MOTORRAD hat alle derzeit im Handel angebotenen Racing-Handschuhe ab 159 Euro zu einem großen Vergleichstest geladen, um der Frage nachzu-gehen. Insgesamt 13 Modelle der Marken Alpinestars, BMW, Dainese, Held, Ixs, KTM, Kushitani und M-Tech haben sich schließlich eingefunden. Ein weiterer Kandidat, das Modell Jerez von Rev’it war zum Testtermin noch nicht lieferbar, und die beiden Spidi-Modelle CarboSix und Penta schafften es trotz mehrfacher Redaktionsanfrage nicht, rechtzeitig und in den geforderten Größen den Weg nach Stuttgart zu finden. Bei ausgiebigen Praxistests auf dem Motorrad, der Überprüfung von Passform und Trageverhalten (mit mehreren Testern und unterschiedlichen Handschuhgrößen), der Beurteilung von Verarbeitung sowie Ausstattung konnten die Probanden Punkte sammeln, außerdem wurden Sicherheit und Farbechtheit geprüft.

Zur Bewertung der Sicherheitseigenschaften ging es unter anderem ins Labor, um das Stoßdämpfungsverhalten der Knöchelschützer zu ermitteln. Weiterhin wurden Art, Anzahl und Ausführung der Protektoren, Lederdopplungen an sturzgefährdeten Stellen, Handkantenschutz, Nahtausführung, abriebfeste Kevlar-Verstärkungen, Abstreifschutz sowie weitere sicherheitsrelevante Eigenschaften bewertet. Unter dem Begriff Farbechtheit beurteilt MOTORRAD das Abfärbeverhalten der zum Großteil aus Leder gefertigten Fingerlinge. Dazu wurde pro Modell ein Handschuhpaar in rund 30 Grad warmem Wasser über mehrere Stunden eingeweicht und anschließend mittels weißer Baumwoll-Innenhandschuhe und kräftiger Greifbewegungen geprüft, ob das durchnässte Leder abfärbt. In der Praxis kann dies nicht nur bei Regen, sondern auch durch schwitzende, feuchte Hände passieren. Lediglich das Modell Extreme von M-Tech hinterließ deutliche Spuren auf den ehemals weißen Innenhandschuhen. Wer nach einem Regenschauer mit komplett eingefärbten Händen aus den Handschuhen schlüpft, wird bestimmt nicht darüber lachen, vor allem in Anbetracht der Preisklasse. Immerhin schaffen es die anderen Kandidaten, bis auf ganz wenige, kaum sichtbare Spuren, ihre „weiße Weste“ zu bewahren.

Fazit: Über 150 Euro sind wahrlich viel Geld für ein Paar Racing-Handschuhe. Wer bereit ist, diese Summe zu investieren, erhält als Gegenwert in den meisten Fällen absolute Top-Qualität und bestmögliche Sicherheit für die bei einem Sturz besonders gefährdeten Hände und Finger – dem nicht nur beim Motorradfahren wichtigsten „Werkzeug“ des Menschen.

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