Ende der 60er Jahre brachte ein Film der Welt nahe, was man auf einer Harley so alles erleben kann. Der Film hieß Easy Rider, die Motorräder der Stars Peter Fonda und Dennis Hopper sahen allerdings irgendwie anders aus als die V-Twins beim Händler. Es hatte auch vorher schon Filme mit gechoppten Bikes gegeben. Überhaupt waren gechoppte Bikes eigentlich an der Westküste schon 20 Jahre angesagt, aber Harley hatte es noch nicht nötig, sich um diesen Trend zu kümmern. 1971 war das anders, denn die Japaner machten allen die Hölle heiß. Warum also nicht ab Werk bauen, was die Jungs haben wollen, dachte sich Willie G. Davidson, wer sonst?, und stellte ihnen die erste Super Glide hin. Heute nennen die Amis sie das erste Factory Custom Bike – und irgendwie bauen sie mittlerweile kaum was anderes. Voller Freude übrigens, was die diesjährige Neuerscheinung belegt. Geheißen Dyna Super Glide Custom. Sie ersetzt die alte Dyna Super Glide, und jeder wird einsehen, dass letztere einen schweren Stand gehabt hätte, denn bei der Neuen ist die Sitzbank anders. Ganz anders, klar, so schlank und sich nach hinten verjüngend. Die alte sah zwar soziustauglicher aus, aber. Eben. Wir beschließen diesen oberflächlichen Vergleich, denn natürlich hat die Neue auch Klarglas und so. Das alte Motorrad hatte übrigens vier PS mehr Nennleistung, was nicht an der Sitzbank gelegen haben kann und auch nicht am Steuergerät. Denn das war das alte, und das neue – haben ab sofort alle Big Twins – ist viel schneller und transportiert mehr Daten in derselben Zeit. Dieses Gerät bedient wie in allen Dyna den puren Twin-Cam-88-Motor, also den ohne Ausgleichswelle, der aber dafür auch elastisch im Rahmen hängt. Übrigens: Trotz langsameren Datenflusses war die elektronische Einspritzung schon bisher sehr gut abgestimmt, der Zweiventiler nimmt stets sauber und brav Gas an, kennt kein Konstantfahrruckeln und geht mit seinem Super maßvoll um.

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