Honda gibt im Pressetext selber zu, dass eine Überarbeitung der guten alten CB 500 längst anstand. Schwamm drüber, die neue CBF kommt immer noch zur rechten Zeit, ihr Gesamtkonzept verrät, dass sich das Warten gelohnt hat. Denn statt Gimmicks gibt Honda dem einsteigenden Motorradvolk mal wieder Wichtiges. So entstand ein ansehnliches, vor allem aber ergonomisch schlau gemachtes Bike. Die Sitzhöhe von 770 Millimetern lässt Kurzbeinige nicht hängen, die nach vorn gerückte Sitzposition kommt Kurzarmigen entgegen, fragt sich am Ende, was denn lange Kerls machen.

Man wird sehen, auf jeden Fall bekommen alle deutlich mehr Motorrad. Der von zwei Gleichdruck-Flachschiebervergasern gespeiste Parallel-Twin wurde zwar fast unverändert aus der CB übernommen, jedoch mittels zweier U-Kats und Sekundärluftsystem auf aktuelles Abgasverhalten umerzogen. Passt schon, denn der recht drehfreudige Vierventiler hat seine Sache bisher toll gemacht, vibriert dank Ausgleichswelle nur milde, gibt seine offen nunmehr 54 PS an ein gut gestuftes Sechsganggetriebe ab und war schon immer ein Wunder an Zuverlässigkeit sowie Wartungsarmut. Nur alle 24000 Kilometer müssen seine Ventile eingestellt werden. Er ist jetzt in einen Rahmen geschlüpft, der so ähnlich auch die viel potenteren Triebwerke von Hornet 600 und 900 beherbergt. Diese Backbone geheißene Konstruktion verbindet Steuerkopf und hintere Motorlagerung ziemlich geradlinig und sollte in Verbindung mit der 41er-Telegabel sowie der stabilen Kastenschwinge und ihrem Zentralfederbein stets alles im Griff behalten. Damit der Fahrer nichts falsch macht, kann er gegen moderaten Aufpreis ABS ordern, und allein dafür gebührt Honda größtes Lob. Was Großtaten wie die zielgerichtet geformten Soziusgriffe oder eine optionale Griffheizung etwas in den Hintergrund rückt. Tja, so ist das, wenn man beim Renovieren alles auf einmal macht.

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