Abschlussbericht der IDM 2017 in Zolder (Belgien)

Basis für den Titel gelegt

Die zweite IDM-Runde des Jahres bot Motorsport wie ihn sich die Zuschauer wünschen. Ein straffes Programm hielt die Fans im belgischen Zolder stundenlang ohne Unterbrechung in Atem. In allen Klassen der IDM wurden hochkarätige Wettkämpfe gezeigt, garniert von drei Markencups im Rahmenprogramm.

„In der Superbike 1000-Klasse waren Fahrer aus elf Ländern am Start“, macht Henning Putzke die Internationalität von Deutschlands höchster Serie im Motorrad-Straßenrennsport deutlich. Der Leiter von BMW Motorrad Deutschland ist zugleich Sprecher der Arbeitsgruppe „Motorsport“ unter dem Dach des Industrieverbands Motorrad (IVM). In ihr sind BMW, Honda, Kawasaki, Suzuki und Yamaha vereint. Die Marken treten seit 2017 als neuer Promoter der IDM auf, um die Serie gemeinsam auf die Ideallinie zurückzuführen.

Kein Vorbeikommen an Markus Reiterberger

In der Superbike 1000-Klasse hatte Markus Reiterberger (VanZon Remeha BMW) die Zeit, während der Rennen einen Blick auf die Tribünen am Streckenrand zu werfen. „Ich habe die Fans gesehen und jubeln hören. In den ersten Kurven war ganz schön viel los.“ Dem 23-jährigen Bayern gelang in Zolder unter glühender Sonne ein Doppelsieg in der Top-Klasse. „Reiti“ ist bereits zweifacher Superbike-Meister. Er nutzt das vertraute Umfeld, um sich auf seine erhoffte Rückkehr in die Superbike-Weltmeisterschaft vorzubereiten. In Zolder spielte ihm in beiden Rennen alles in die Karten auf der Strecke, auf der er seit 2015 den Rundenrekord hält. Sein Teamkollege Danny de Boer aus den Niederlanden wurde Zweiter und Yamaha-Fahrer Stefan Kerschbaumer (MPB Racing) aus Österreich jeweils Dritter. Beide Rennen wurden wegen Stürzen vorzeitig abgebrochen, lebensbedrohlich verletzt wurde nach den ärztlichen Checks niemand.

Mit 30 Punkten Vorsprung auf de Boer hat sich Reiterberger als Führender in der Meisterschaftsgesamtwertung bereits ein kleines Polster auf dem Weg in Richtung Titel Nummer drei geschaffen. In den Top Ten der Serie befinden sich mit Dominik Schmitter (CH/HPC Power Racing) und Luca Grünwald (D/Suzuki Mayer) auch zwei Suzuki-Fahrer sowie mit Jan Halbich (CZ, Holzhauer Racing Promotion) ein Honda-Pilot.

Doppelspitze in der IDM Supersport 600

In der Klasse IDM Supersport 600 gibt eine Doppelspitze. Kevin Wahr (Yamaha-Romero) und Thomas Gradinger (MPB Racing) haben jeweils 60 Punkte auf dem Konto. Während Wahr beim Saisonauftakt noch ein Doppelsieg gelang, wurde er in Zolder ein Opfer der Technik. Nachdem die Kupplung bereits in der Aufwärmrunde streikte, musste der 28-Jährige das erste von zwei Rennen sausen lassen. Dafür triumphierte der Österreicher Thomas Gradinger in Belgien doppelt. Er hatte zum Saisonauftakt auf dem Nürburgring eine Nullrunde geschoben. Auf den dritten Platz rutschte Max Enderlein (Freudenberg Racing Team). Der Yamaha-Pilot, welcher nur einen Steinwurf entfernt vom Sachsenring wohnt, hatte auch abseits der Strecke ein volles Programm zu bewältigen. Der Student flog kurzzeitig noch nach Leipzig, um in der Universitätsstadt seine Englischprüfung absolvieren zu können.

Jähnig 48 Sekunden zu spät im Ziel

In der kleinen IDM Supersport 300-Klasse war das Feld sehr übersichtlich. Drei der sieben eingeschriebenen Teilnehmer fehlten. Troy Bude und Lukas Franke durften in Zolder nicht fahren, weil die belgischen Vorschriften ein Mindestalter von 16 Jahren verlangen. Und Max Graichen ist verletzt. Was aber durch die Anwesenheit der niederländischen Fahrer, die bei getrennter Wertung im Feld mitfahren, keineswegs die Spannung schmälerte. Die Teamkollegen Max Kappler und Jan-Ole Jähnig teilten sich auf ihren Yamahas die Siege. Vorr allem für Jähnig war der Erfolg ein versöhnlicher Abschluss des Wochenendes. Im ersten Rennen war er ohne Punkte geblieben. In der letzten Runde war die Kette an seiner Yamaha gerissen. Der 16-Jährige versuchte das Motorrad noch ins Ziel zu schieben, erreichte aber die Linie schweißgebadet 48 Sekunden zu spät. Fünf Minuten sind maximal erlaubt.

Duo aus der Schweiz dominiert in der IDM Sidecar

In der IDM Sidecar lief wieder alles nach Plan für Markus Schlosser/Thomas Hofer (LCR-Suzuki). Das Duo aus der Schweiz war erneut eine Klasse für sich und hat bereits die Maximalpunktzahl von 100 Zählern in der Meisterschaft angehäuft. Nicht einmal die großen Verfolger und Titelverteidiger Bennie Streuer/Gerhard Daalhuizen, die bei der ersten IDM-Runde in der Eifel gefehlt hatten, konnten in Zolder etwas gegen die Schweizer ausrichten.

Bei den öffentlichen Pressekonferenzen auf dem Siegerpodest konnten Teams und Fans in Zolder hautnah und aus erster Hand erfahren, was in den einzelnen Rennen los war und was die Konkurrenten bewegte.

Vom 28. bis 30. Juli geht es in Schleiz in die nächste Runde, dann auch wieder mit vollem Programm inklusive dem Marktplatz für die Fans und den Probefahrten auf den Motorrädern der IDM-beteiligten Hersteller.

Bilder der Grid Girls in Zolder

Bilder aus den Rennen (Sonntag)

Bilder aus den Qualifyings und Rennen (Samstag)

Bilder aus den Trainings und Qualifyings (Freitag)

Bilder aus den Trainings-Sessions (Donnerstag)

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