Tourentip Odenwlad

Grüße von Siegfried

Stille Flußtäler, kurvige Sträßchen und jede Menge Historie - ein kleines Mittelgebirge in Südhessen bietet optimale Voraussetzungen für einen Wochenendtrip.

In nächster Umgebung der Ballungsräume von Frankfurt und Mannheim/Ludwigshafen plaziert, begleitet der Odenwald die meisten Norddeutschen ein Stück auf ihrer Urlaubsfahrt gen Süden. Zwischen Darmstadt und Heidelberg steigen seine bis zu 580 Meter hohen Bergrücken eindrucksvoll aus der Rheinebene empor und locken zu einem Abstecher von der tristen A 5 in kühle Höhen. Hier bietet sich auch der ideale Einstieg in die Tour an. Wer im Norden bei Seeheim-Jugenheim von der Autobahn abbiegt und gen Osten startet, wird direkt vom Melibokus empfangen, dem mit 517 Metern dritthöchsten Berg des Odenwalds. Was sich in Zahlen eher läppisch ließt, stellt sich in Natura geradezu monumental und serpentinenreich dar, da gute 400 Höhenmeter auf kurzer Distanz überwunden werden müssen. Der Ausblick ist entsprechend umwerfend. Glücklicherweise liefert hier gleich eine ganze Kette von Burgen und Schlössern mit Gartenwirtschaften und Cafés perfekte Pausenplätze mit Aussicht. Den Anfang macht das Auerbacher Schloß, das im Sommer zusätzlich mit Open air-Theater im Innenhof lockt. Im Süden empfiehlt sich unter anderem die Ruine der Strahlenburg bei Schriesheim für solche Genüsse. Überhaupt Burgen. Kaum eine Region in Deutschland, die in dieser Hinsicht mehr zu bieten hätte. Weithin sichtbar geben sie oftmals Gelegenheit für stilechtes Verweilen. Wer der Route nun gen Süden folgt und über Reichelsheim und Waldmichelbach nach Heiligkreuzsteinach und Hirschhorn fährt, erlebt Odenwald pur. Denn dessen Domäne sind keine Pässe und Höhenrekorde, sondern kleine, naturbelassene Bachtäler, die den Reisenden in steter Nordsüdrichtung begleiten. Bei Heiligkreuzsteinach wird über einen winzigen Paß - also doch! - vom Steinach- zum Ulfenbachtal gewechselt, und von diesem wiederum zum Laxbach. Hirschorn - ebenfalls mit einer Aussichtsburg gekrönt - bildet den südlichen Wendepunkt der Tour. Von hier geht es ein kleines Stück auf der Ferienstraße Alpen-Ostsee bis Beerfelden und von dort über Siegfried- und Nibelungenstraße gen Miltenberg. Was sich wie Dauerfeuer der Touristiker anhört, ist in Wirklichkeit stundenlanges herrliches Kurvengeschlängel, in dem meist ungestörtes Motorradvergnügen möglich ist. Miltenberg bietet schon etwas mehr Trubel, dafür aber Mittelalter pur und schöne Gasthöfe und Restaurants obendrein. Wem danach der Sinn nicht steht, der folge der Route durch den nördlichen Odenwald bis Höchst. Von dort führt ein kleiner Schlenker zum Ausganspunkt der Tour zurück.
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Infos

Anreise: Der Odenwald präsentiert sich ausgesprochen anreisefreundlich. Umrahmt von dem Karree der Autobahnen A3, A 5, A 6 und A 81 und zwischen Frankfurt, Heidelberg und Würzburg recht zentral in Deutschland angesiedelt, lohnt er nicht nur für einen Wochenendtrip, sondern bietet sich für viele Norddeutsche auch als Zwischenstop auf dem Urlaubsweg in den Süden an. Der Einstieg in das Roadbook des Tourentips beginnt bei Schriesheim, nördlich von Heidelberg. Die Strecke: Ob man nun der hier abgebildeten Strecke folgt, sich dem Roadbook des Tourentips anschließt oder selbst seinen Weg in den grün-gelben Schlangenlinien der Generalkarte sucht - der Spaß ist derselbe. Es kommt lediglich darauf an, dem beschrieben Rundbogen durch die Region in etwa zu folgen, um deren Vielfalt nicht zu verpassen. Übernachten: Da der Odenwald schon lange vom Tourismus lebt, finden sich in fast allen Ortschaften Gasthöfe und Pensionen für jeden Geschmack und Geldbeutel. Da das Roadbook des Tourentips in Schriesheim bei Heidelberg startet, haben wir dort zwei Übernachtungsmöglichkeiten ausgesucht: Das Gästehaus »Schauinsland« mit Restaurant und einer herrlichen Aussicht über die Rheinebene. EZ ab 45 Mark, DZ ab 80 Mark. Telefon 00000/00000. Außerdem das »Gästehaus Weinstuben Hauser«, ebenfalls mit Restaurant, für 55 Mark (EZ) beziehungsweise 90 Mark (DZ) pro Nacht. Telefon 06203/61445.Sehenswert: Der Odenwald bietet Geschichte pur. So tauchen mit dem Homo Heidelbergensis hier bereits Spuren aus der ersten Stunde der Menschheit auf, Germanen und Kelten lebten dort, die Römer bauten den Limes hindurch, Karl der Große war dort zu Gange und natürlich die Nibelungen aus Worms. Entsprechend reiht sich in der Region Burg an Burg. Viele sind zu besichtigen, meist läd ein kleiner Biergarten zur Pause. Im Hof des Auerbacher Schlosses finden an Sommerwochenenden Open air-Aufführungen statt. Außerdem gibt es viele bewirtschaftete Klöster, wie beispielsweise das Kloster Engelsberg bei Miltenberg, wo die Mönche herrliches dunkles Bier brauen. Naturliebhaber kommen in der Steinlandschaft des Felsenmeers bei Seeheim-Jugenheim (ausgeschildert) auf ihre Kosten. Motorradtreffs: In der kleinen Region gibt es gleich drei Lokale, wo meist schon ein paar Maschinen vor der Tür ausknistern: In Beerfurt ist Rasten in der »Waldklause« angesagt, in Kailbach im »Gasthaus zur Waldeslust« und in Untersensenbach beim »Buchlwirt«. Na denn, prost!Literatur: Lesestoff bietet der Goldstadt Verlag in Form des kleinen Reiseführers »Odenwald« für 16,80 Mark. Zur optimalen Orientierung verhilft die Generalkarte Blatt 16 für 8,80 Mark. ((PICTOGRAMKASTEN))300 Kilometer1 bis 2 TageTanken: problemlos, lediglich nach 19 Uhr schließen viele der kleinen TankstellenStreckenprofil: Wenig steile Anstiege mit Serpentinen, dafür kleine Flußtäler mit kurvigen Landsträßchen. Für Anfänger unproblematischKaffeepausen: Empfehlenswert in den Biergärten der Burgen. Besonders schön: Die Strahlenburg bei SchriesheimBademöglichkeiten: Herrlich in den vielen glasklaren Bächen im Südodenwald:Sehenswert: Das Felsenmeer bei Seeheim, der Wildschweinpark bei Kirchzell, Burgen und Schlösser an der gesamten Strecke

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