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Volle Brause: Fünf Minuten müssen die Testanzüge die Wasserattacke aus der Hochdruckpistole überstehen.

10 Allwetter-Textilkombis bis 750 Euro im Test Gibt es die Kombi für alle Wetterlagen?

MOTORRAD hat zehn Textilkombis mit herausnehmbarer Klima-Membran bei Wind und Wetter getestet. Gibt es die ideale Textilkombi für launische Apriltage, laue Sommernächte und lausig-kalte Herbstwochen?

Ohne eine allwettertaugliche Klimamembran traut sich heute kein Textilkombi-Anbieter mehr auf die Straße. Der Volksmund spricht hier gerne pauschal von Gore-Tex, obwohl nur eine Handvoll Hersteller im Motorradsegment auf die US-Marke setzen. In diesem Testfeld, bei dem wir Anzüge bis maximal 750 Euro zusammengestellt haben, ist Gore-Tex als Klima-Insert erst einmal gar nicht vertreten. Wer auf das bewährte Label steht, muss im Schnitt noch einmal 150 bis 200 Euro drauflegen. Aber auch die Mitbewerber funktionieren schon sehr ordentlich, wie unser Testprozedere beweist. Im Nässetest, bei dem die Textilanzüge der Wasserflut aus der Düse eines mit über 100 Bar arbeitenden Hochdruckreinigers standhalten müssen, gibt sich kaum einer eine echte Blöße.

Allerdings sind die Kunstgewebe, wenn sie frisch aus der Fabrik kommen, mit diversen Imprägniermittelchen förmlich zugejaucht. Das erkennt man daran, dass der Wasserfilm an der Außenhaut regelrecht abperlt und kaum bis zur darunterliegenden, wasserdichten Klimamembran vordringt. Aber dieser Zustand hält nicht ewig, und Pflegemuffel werden das deutlich spüren, wenn sie fröstelnd in einer klammen, feuchten Kombi stecken.

Weshalb man sich nicht scheuen sollte, die Ausrüstung ohne Protektoren regelmäßig in Muttis Waschtrommel zu packen. Absolut tabu bei dieser Pflege: Weichspüler, die sich auf der Membranhaut ablagern können und die Funktion nachhaltig beeinträchtigen – bis hin zum Wasserdurchlauf. Eher sollte man einen Extra-Spülgang einlegen, der alle Rückstände ausschwemmt.

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Handelsüblicher Imprägnierer aus der Sprühdose

Der Blick auf das jeweilige Pflegeetikett verrät, ob die Kombi in den Trockner wandern oder gebügelt werden darf. Wo es erlaubt ist, sollte man es auch machen: Denn die Imprägnierung der Fasern lässt sich durch die Hitzezufuhr wieder auffrischen. Wenn das aber irgendwann nicht mehr hilft, muss handelsüblicher Imprägnierer aus der Sprühdose aufgetragen werden.

Normalerweise wird die Klimamembran in der Motorradbekleidung entweder auf einer Trägerschicht mit dem Textilgewebe verklebt („Dreilagenlaminat“) oder zwischen Außengewebe und Futterstoff gehängt („Z-Liner“). Diese beiden festen Aufbauarten haben gerade an heißen Tagen den Nachteil, dass durch die wind- und wasserdichten Membranfolien kein frisches Lüftchen weht. Deutlich mehr Komfort im Sommer können die Anzüge aus diesem Test bieten, bei denen die Klimamembran wie auch das Thermofutter als Extra-Inlay komplett herausnehmbar ist. Besondere Sorgfalt ist aber bei Regenfahrten angesagt: Wer beim Verschließen der teils fisselig aufgebauten Frontlabyrinth-Verschlüsse schlampt, sitzt dann schnell im Nassen.

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Foto: mps-Fotostudio
Ein kleines Manko sind die offenen Lufteinlässe, welche während der Fahrt flattern.
Ein kleines Manko sind die offenen Lufteinlässe, welche während der Fahrt flattern.

Alpinestars Alparaiso Drystar

Bezuginfos
Alpinestars, Tel. 00 39/04 23/52 86,
www.alpinestars.com

Preis
Jacke/Hose/Gesamt 299,95/199,95/499,90 Euro

Extras im Test
Rückenprotektor Bio-Armor (39,95 Euro)

Größen
S bis 4XL

Farben
Schwarz, Grau/Blau/Rot, Grau/Schwarz

Gewicht (in Gr. L)
4,7 Kilogramm

Materialien
Außengewebe aus Polyester, Futterstoff aus Polyester/Polyamid

Klimamembran
Drystar

Herstellungsland
Vietnam

Foto: mps-Fotostudio
Die Alpinestars
Die Alpinestars "Valparaiso Drystar" ist eine wertig verarbeitete Tourenkombi mit sportlich-geschmeidigem Sitz und hohem Praxisnutzen. Überzeugt vor allem durch erstklassigen Wetterschutz. MOTORRAD-Urteil: sehr gut.

Plus
Jacke und Hose sitzen knackig, aber bequem; insgesamt tolle Passform mit ausreichenden Arm- und Beinlängen; Hose mit hohem Bund schützt effektiv vor Zugluft und Auskühlung; festes Außengewebe bleibt auch bei hohem Reisetempo gut in Form und flattert nicht; weicher Kragenabschluss; leichtgängige Druck- und Reißverschlüsse; schnell zu verschließen; wärmt ausreichend an kalten Tagen, ohne Thermofutter und Klimainsert angenehm durchlüftet; wasserdicht.

Minus
Weitenversteller fummelig zu bedienen

Fazit
Wertig verarbeitete Tourenkombi mit sportlich-geschmeidigem Sitz und hohem Praxisnutzen. Überzeugt vor allem durch erstklassigen Wetterschutz.

MOTORRAD-Urteil: sehr gut

Foto: mps-Fotostudio
Komfortables Extra: Belüftungseinlässe mit hochwertigen Magnetverschlüssen.
Komfortables Extra: Belüftungseinlässe mit hochwertigen Magnetverschlüssen.

Büse Open Road Evo

Bezuginfos
Heino Büse MX, Tel. 0 24 71/1 26 90,
www.buese.com

Preis
Jacke/Hose/Gesamt 269,95/189,95/459,90 Euro

Extras im Test
keine

Größen
Herren 48 bis 62, Damen 36 bis 46, Hose in Lang- und Kurzgrößen

Farben
Schwarz, Grau, Schwarz/Orange, Grau/Blau

Gewicht (in Gr. 52)
3,9 Kilogramm

Materialien
Außengewebe aus Polyamid, Futterstoff aus Polyester

Klimamembran
Humax

Herstellungsland
Pakistan

Foto: mps-Fotostudio
Der Büse-Anzug
Der Büse-Anzug "Open Road Evo" gefällt vor allem durch sein organisch wirkendes Gewebe. Die Isolierung ist okay, die Durchlüftung gut und der Nässeschutz perfekt. MOTORRAD-Urteil: gut.

Plus
Softes Außengewebe mit angenehmem, baumwollähnlichem Greifgefühl; Hose sitzt wie klassische Jeans sehr bequem; komfortabler Bund mit praxisnaher Weitenverstellung; angenehmer Kragenabschluss mit
weichem Neoprenbesatz; wasserdicht.

Minus
Arm- und Beinlängen sehr knapp bemessen; Jacke bauscht sich bei hohem Tempo leicht auf; Hüftgurt insgesamt sehr hoch platziert, kann ggf. an den Schnallen im Rippenbereich unangenehm drücken; Armbündchen für Handschuhe mit dickerer Stulpe zu eng.

Fazit
Der Büse-Anzug gefällt vor allem durch sein organisch wirkendes Gewebe. Die Isolierung ist okay, die Durchlüftung gut und der Nässeschutz perfekt.

MOTORRAD-Urteil: gut

Foto: mps-Fotostudio
Die Front ist mit diversen Knopf und Reißverschlussleisten etwas wulstig.
Die Front ist mit diversen Knopf und Reißverschlussleisten etwas wulstig.

Dainese Stormer/Teren D-Dry

Bezuginfos
Dainese, Tel. 0 89/35 82 72 70,
www.dainese.de

Preis
Jacke/Hose/Gesamt 399,00/299,00/698,00 Euro

Extras im Test
keine

Größen
Herren 44 bis 66

Farben
Schwarz, Grau/Blau, Grau/Rot, Schwarz/Fluo, Schwarz/Olivgrün

Gewicht (in Gr. 52)
4,7 Kilogramm

Materia­lien
Außengewebe aus Nylon, Futterstoff aus Nylon

Klimamembran
D-Dry

Herstellungsland
Tunesien

Foto: mps-Fotostudio
Klimatechnisch kann die Dainese-Kombi
Klimatechnisch kann die Dainese-Kombi "Stormer/Teren D-Dry" an heißen, kalten und nassen Tagen voll überzeugen. Nur der sehr plüschige Sitz ist nicht jedermanns Sache. MOTORRAD-Urteil: gut.

Plus
Außengewebe bleibt auch bei hohem Tempo gut in Form; wasserdicht; ohne Klimamembran hervorragend durchlüftet; sehr ansehnlich verarbeitet.

Minus
Jacke und Hose bauschen sich durch die mehrlagigen, üppig ausgeführten Inlays (Futter, Klimamembran) deutlich auf; Reiß-
verschlüsse trotz breiter Schieber schwer zu greifen; umständliche Verschlussführung an Jacke und Hose; Arm- und Beinlängen sehr knapp bemessen; wulstiger Kragen schränkt Beweglichkeit (Schulterblick) mit aufgesetztem Helm spürbar ein.

Fazit
Klimatechnisch kann die Dainese-Kombi an heißen, kalten und nassen Tagen voll überzeugen. Nur der sehr plüschige Sitz ist nicht jedermanns Sache.

MOTORRAD-Urteil: gut

Foto: mps-Fotostudio
Ungewöhnlich, aber effektiv: die Wassersperre.
Ungewöhnlich, aber effektiv: die Wassersperre.

Furygan Shield

Bezuginfos
Jopa Racing Products, Tel. 00 31/5 47/38 27 17,
www.jopa.nl

Preis
Jacke/Hose/Gesamt 359,95/239,95/599,90 Euro

Extras im Test
keine

Größen
S bis 4XL

Farben
Schwarz, Sand

Gewicht (in Gr. L)
5,3 Kilogramm

Materialien
Außengewebe aus Polyester/Polyamid/Poly­urethan, Futterstoff aus Polyamid

Klimamembran
Furygan

Herstellungsland
Vietnam

Foto: mps-Fotostudio
Furygan überzeugt in dieser Preisklasse mit einem kompletten Protektorenpaket der Kombi
Furygan überzeugt in dieser Preisklasse mit einem kompletten Protektorenpaket der Kombi "Shield". Allerdings fehlt für einen optimalen Wirkungsgrad der knackige Sitz. MOTORRAD-Urteil: gut.

Plus
Knackige Passform mit satt sitzender Hose im bequemen Bootcut-Stil; Außengewebe mit angenehm festem Griff, bleibt auch bei hohem Reisetempo flatterfrei; praxisnahe Bundweitenverstellung; komplette Protektorenausstattung; ohne Klimamembran angenehm durchlüftet; Thermofutter schützt auch an sehr kalten Tagen hervorragend; wasserdicht.

Minus
Kragen sehr weit geschnitten; Protektoren können leicht verrutschen; sehr enge Bündchen, lassen sich nicht über dickere Handschuhstulpen streifen; Jacke mit umständlicher Verschlussführung; schwer.

Fazit
Furygan überzeugt in dieser Preisklasse mit einem kompletten Protektorenpaket. Allerdings fehlt für einen optimalen Wirkungsgrad der knackige Sitz.

MOTORRAD-Urteil: gut

Foto: mps-Fotostudio
Im Alltag umständlich zu handhaben: Einstecktaschen mit Klickverschluss.
Im Alltag umständlich zu handhaben: Einstecktaschen mit Klickverschluss.

Germas XTS

Bezuginfos
Germas, Tel. 09 11/63 50 08,
www.germas.de

Preis
Jacke/Hose/Gesamt ab 219,00/179,00/398,00 Euro

Extras im Test
keine

Größen
XS bis 6XL

Farbe
Schwarz/Grau

Gewicht (in Gr. L)
4,6 Kilogramm

Materialien
Außengewebe aus Polyester, Futterstoff aus Polyester

Klimamembran
Reissa

Herstellungsland
Pakistan

Foto: mps-Fotostudio
Die günstigste Kombi
Die günstigste Kombi "XTS" von Germas punktet mit solider Machart, scheitert in der Praxis aber am harten Motorradalltag: wenig Schutz gegen Kälte und Nässe. MOTORRAD-Urteil: befriedigend.

Plus
Ohne Klimamembran sehr gut durchlüftet, ideal zum Endurowandern an heißen Tagen; Hose mit hohem, eng anliegendem Bund schützt im Rücken gut vor Zugluft.

Minus
Jacke bauscht sich stark auf, neigt bei höherem Reisetempo zu starkem Flattern; Aufbau insgesamt sehr steif, schränkt mit Thermofutter und Klimamembran Beweglichkeit stark ein; Kältebrücke im Brustbereich; starker Wassereinbruch im Nässetest über Frontverschluss; Protektoren mit nur durchschnittlichem Dämpfungsvermögen drücken; sehr knapp bemessene Armlängen.

Fazit
Die günstigste Kombi im Test punktet mit solider Machart, scheitert in der Praxis aber am harten Motorradalltag: wenig Schutz gegen Kälte und Nässe.

MOTORRAD-Urteil: befriedigend

Foto: mps-Fotostudio
Der Name ist Programm: Die
Der Name ist Programm: Die "Safety" bietet eine Vielzahl an Protektoren.

Germot Safety

Bezuginfos
Germot, Tel. 0 61 03/45 91 00,
www.germot.de

Preis
Jacke/Hose/Gesamt 399,90/299,90/699,80 Euro

Extras im Test
keine

Größen
S bis 4XL

Farbe
Schwarz

Gewicht (in Gr. L)
6,2 Kilogramm

Materialien
Außengewebe aus Polyamid, Futterstoff aus Polyester

Klimamembran
Sympatex

Herstellungsland
Pakistan

Foto: mps-Fotostudio
Mit der
Mit der "Safety" von Germot erhält man viel Kombi fürs Geld. Germot überzeugt mit knackigem Sitz und einem effektiven Protektorenpaket. Kleines Manko: die Geruchsbelästigung im Neuzustand. MOTORRAD-Urteil: gut.

Plus
Straffer, eng anliegender, aber durchaus geschmeidiger Sitz – wie bei einer Lederkombi; umfangreiche Protektorenausstattung inklusive Hüfte und Rücken mit sehr gutem Sitz und hervorragenden Dämpfungswerten; wasserdicht; gut zugängliche Taschen; funk­tionelle Weitenversteller; unkomplizierter Frontverschluss, schnell zu schließen.

Minus
Protektoren (vor allem im Rücken) dünsten im Neuzustand sehr stark aus; knapp bemessene Bündchen lassen sich nicht über dickeren Handschuhstulpen schließen; sehr schwer; ohne Klimamembran nur mäßig durchlüftet; Kragen kann leicht drücken.

Fazit
Viel Kombi fürs Geld. Germot überzeugt mit knackigem Sitz und einem effektiven Protektorenpaket. Kleines Manko: die Geruchsbelästigung im Neuzustand.

MOTORRAD-Urteil: gut

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