Produkttest: Klassische Leder-Zweiteiler Neun klassische Fahreranzüge aus Rindsleder im Test, plus Pflegetipps für Ihre Lederkombis
Leder ist immer noch erste Wahl, wenn es um die beste Kombination von Schutz und Komfort für Motorradfahrer geht. Im Test: neun klassische Fahreranzüge aus klassischem Rindsleder für flotten Kurvenswing und geschmeidiges Cruisen.
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Man könnte meinen, dass Motorradfahrer, die auf Cruisern oder klassischen Naked Bikes unterwegs sind, niemals hinfallen. So jedenfalls die kritische Bestandsaufnahme der Lederkombis aus diesem Test mit Fokus auf die Sicherheitsausstattung. Protektoren sind im Regelfall zwar vorhanden, werden aber äußerst sparsam eingesetzt. Konsens herrscht, wenn es um den Schutz von Schultern, Ellbogen und Knien geht: Diese werden bei allen Herstellern im aktuellen Test von gut sitzenden Protektoren geschützt - auch wenn einige meinen, besonders kleine Größen in besonders stattlichen Herrengrößen einsetzen zu können. Ein echtes Rotstiftthema scheint der Schutz der Hüfte zu sein. Unverständlich, denn beim Abflug ist ein Aufprall im Hüft-/Beckenbereich keine Seltenheit.
Die meisten Anbieter setzen auf dünne Alibi-Schutzpölsterchen, die bei einem Aufschlag auf Asphalt hoffnungslos überfordert wären. Dabei sind Hüftprotektoren kein Novum in der Schutzausrüstung. Nahezu jeder hat Nachrüstware im Programm und seine Hosen so vorbereitet, dass ein Austausch in Minutenschnelle erledigt ist. Ein wenig besser sieht das Bild in Sachen Rückenschutz aus. Immerhin sind drei der neun Anzüge in diesem Test mit ordentlichen Rückenprotektoren bestückt. Der Rest des Feldes ist für den Einsatz echter Schutzmaßnahmen präpariert. Taschen in den Futterstoffen nehmen problemlos einen CE-genormten Rückenprotektor auf. Allerdings lautet die Formulierung wie auch schon bei den Hüftprotektoren: nur gegen Aufpreis!
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Der Handel redet sich an dieser Stelle gerne mit den Worten raus, dass Rückenprotektoren bereits weit verbreitet sind und man sich dieses Ausstattungsmerkmal deshalb locker sparen kann. Das klingt so, als ob Motorradhersteller sich auch die Erstbefüllung mit Motorenöl sparen können. Die meisten Fahrer haben doch noch ein gut gefülltes Gebinde vom letzten Ölwechsel unter der Werkbank stehen. Ein neuralgischer Punkt ist weiterhin die feste Verbindung von Jacke und Hose. Rundumlaufende Reißverschlüsse sind mittlerweile klassenüblicher Standard - auch wenn es an der sinnvollen Umsetzung hapert.
Wird der Reißverschluss an allen Hosen im Test noch anständig im Leder vernäht, muss in den Jacken im Regelfall das Futter herhalten. Nur wird das im Ernstfall Sturzkräften wenig entgegensetzen können. Außen hui, innen pfui? Rein äußerlich machen die Jacken und Hosen eine gute Figur. Unten drunter hapert einiges. Dabei ist auch bei klassischen Lederhäuten zeitgemäßer Schutz angesagt.