KTM 950 Adventure

Foto: Hersteller
Hersteller: KTM

2005

Die große KTM-Enduro hat ein durchaus gelungenes Debüt hingelegt, der Hersteller ist eifrig bemüht, die wenigen Schwachpunkte zu eliminieren. Der Motor erfuhr einige geräuschsenkende Maßnahmen, außerdem bekam er eine Vergaserheizung gegen das lästige Vereisen bei niedrigen Temperaturen. Weil die 950er arg hoch geriet, aber niemand ihre gewaltigen Federwege ausreizte, wurden jene um 20 Millimeter gekappt. Dann noch eine niedrigere Bank mit verbessertem Polsterschaum hinzu – ein Gewinn für die Menschheit. Die Hinterradfelge misst jetzt 4.25 statt 4.00 Zoll Breite, die Hinterbremse wurde verbessert, der Hitzeschutz der Schalldämpfer ebenfalls.

Modell: KTM 950 Adventure/S
Hubraum:  ccm
Leistung KW (PS):  ()
Zylinder: R 0
Takt: Viertakt
Höchstgeschwindigkeit:  km/h
Verbrauch: 
Sitzhöhe: 
Trockengewicht: 

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2004

Ein kleiner Geniestreich, dieser kompakte Motor. Treibt seine Nockenwellen über Steuerketten und Zwischenräder an, um sich die Bauhöhe lupenreinen Kettenantriebs zu sparen. Macht seine Ausgleichswelle zur Multifunktionswaffe, auf die der E-Starter greift und die Nockenwellen- sowie Wasserpumpenantrieb übernimmt. Gewicht: 58 Kilogramm – nicht ohne Grund also brüstet sich KTM, quasi einen Winzling gezeichnet zu haben. Der es faustdick hinter den Ohren und seine Bewährungsprobe bestens bestanden hat. 98 PS hämmern auf vollgetankt 223 Kilogramm ein – da können alle anderen zulassungsfähigen Stollenträger nur passen.

Das potente Zauberding – die Drehmomentkurve gleicht ab 3000/min einem Plateau – hängt in einem ebenfalls leichten, aber sehr stabilen Gitterrohrrahmen, die voll einstellbaren Federelemente stammen von der Hausmarke WP. Bei der S erlauben sie 265 respektive 260 Millimeter Federweg, bei der Normalversion vorn wie hinten 230. Genug, um mit den besten Einzylinder-Enduros durch die Wüsten zu toben, allemal genug, um dort sämtliche Zweizylinder hinter sich zu lassen. Alltagstauglichkeit gibt’s obendrauf, und Fahrspaß im Alltag zuhauf. Der 75-Grad-V-Twin ist kein Softie, klar. Die Sitzhöhe kann beim Stop and Go schon mal stören. Die gut konturierte und auch für zwei Leute ausreichend lange Sitzbank dürfte etwas komfortabler gepolstert sein. Aber wer den Tag in einem weichen Bürosessel verbracht hat, freut sich auf dem Heimweg, dass er das Leben wieder spürt. Sprinten? In gut drei Sekunden auf 100. Kurvenlabyrinth? Weiche Lastwechsel und gute Lenkpräzision. Autobahn? 210 Spitze und guter Geradeauslauf. Bei all diesen Vergnügungen rinnt der Sprit sehr maßvoll durch die Gleichdruckvergaser, sogar der Windschutz der schlanken Verkleidung geht in Ordnung. Bleibt nur ein Haken: Superbikes gibt’s nicht geschenkt, auch nicht, wenn sie sich Enduro nennen.

Modell: KTM 950 Adventure/S
Hubraum:  ccm
Leistung KW (PS):  ()
Zylinder: R 0
Takt: Viertakt
Höchstgeschwindigkeit:  km/h
Verbrauch: 
Sitzhöhe: 
Trockengewicht: 

2003

Am 13. Januar 2002, nach 9436 Kilometern unter Fabrizio Meoni, siegreich das Ziel der „ParisDakar“ erreicht – und ab März 2003 beim Händler. Für jedermann und -frau zu kaufen. So oder ähnlich vermarkten die KTM-Strategen ihren großen Zweizylinder – den ersten in der Firmenhistorie. Nicht dumm, das. Bietet doch die 950 Adventure S genau jene Riesenportion Enduro-Flair, die der etablierten Konkurrenz im Reich der hochbeinigen Reiseriesen vollkommen abgeht. So wirken diese geradezu puffig gegenüber der professionell auftretenden KTM. Das beginnt beim Kunststoffkleid mit den weit heruntergezogenen Tankflanken, in denen bis zu 25 Liter Kraftstoff Platz finden. Elegant, glattflächig und sehr eigenständig, wozu auch die Front mit klarer Plexischeibe und übereinander liegenden Scheinwerfern beiträgt. Hinter dieser geht es für Menschen unter 1,80 Metern kommod zu, Lange werden von argen Turbulenzen gebeutelt. Da befindet sich die Mattighofenerin schon mal in guter Gesellschaft zu den Mitbewerberinnen. Von denen sie sich gewichtsmäßig deutlich absetzt. Was vor allem am brandneuen 75-Grad-V-Motor liegt. Der von zwei 43er-Gleichdruckvergasern gefütterte Twin wiegt mit 58 Kilogramm rund zehn bis 15 Kilogramm weniger als die Herzen der Konkurrenz. Besonders erfreulich dabei ist die Reduktion der bewegten Massen, die der Drehfreude entgegenkommt. Wenig Schwungmasse ermöglicht spontanen Antritt und direktes Ansprechen, lässt den V2 unterhalb 3000/min aber auch unwirsch mit der Antriebskette umspringen. Hackig, unelegant. Wie es sich für ein Sportlerherz gehört, ist aber spätestens ab 5000 Touren Feuer unterm Dach, und das rund 220 Kilogramm schwere Gerät prescht voran. Mit 98 PS liegt die Leistung auf Klassenniveau, ebenso das saubere Ansprechen auf Gasgriff-Kommandos. Das erlaubt neben ambitioniertem Brennen auch entspanntes Bummeln – wobei die obenraus kernigen Vibrationen in den Hintergrund treten. Doch eigentlich fordern das straffe Fahrwerk – die S hat vorn und hinten je 30 Millimeter mehr Federweg – und die aktive Sitzposition ständig zum Sporteln heraus.

Modell: KTM 950 Adventure/S
Hubraum:  ccm
Leistung KW (PS):  ()
Zylinder: R 0
Takt: Viertakt
Höchstgeschwindigkeit:  km/h
Verbrauch: 
Sitzhöhe: 
Trockengewicht: 

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