Glatzeder, Winfried: Porträt des Tatort-Kommissars (Archivversion)

Anwalts Liebling

Motorräder rollen über den Bildschirm, seit es Fernsehen gibt. Allerdings kamen die Maschinen früher seltener und wenn, dann oft als Bürgerschreck daher. So zum Beispiel in Robert Strombergers Erfolgs-Serie »PS« (1973 bis 78), in der eine Horde KTM-fahrender Jugendlicher die Straßen unsicher machte. Seinen Siegeszug als Sympathieträger trat das motorisierte Zweirad erst 1986 an, als Manfred Krug, der »Liebling - Kreuzberg«, mit Jet-Helm, Schlips und Kragen auf seiner roten BMW K 75 S zum Gerichtssaal düste. Seither gehen immer mehr Maschinen TV-mäßig in Serie: Elmar Wepper düste in »Zwei Münchner in Hamburg« auf einem 750er Boxer zur Bank, Rügen-Bayer Wolfgang Fierek sorgte von 1993 an als Insel-Polizist mit Herz und diensteigener Harley für Ordnung, bei den »Stadtindianern« durfte ein Jahr später die Indian (gefahren von Max Tidorf) nicht fehlen. Selbst Frauenarzt »Dr. Markus Merthin« (Sascha Hehn) läßt sich auf einer dicken BMW zur Praxis bringen. Ob Götz George, Martin Semmelrogge, Rainer Hunold oder jetzt Winfried Glatzeder: Meist sind die Bildschirm-Biker auch privat leidenschaftliche Motorradfahrer. Hunold, der seine Motorradbegeisterung bei der Arbeit zur ARD-Vorabendserie »Engel auf Rädern« entdeckte, dreht zur Zeit auf einer blauen BMW 1100 RT eine neue Staffel der ZDF-Serie »Wie Pech und Schwefel«. Auch wenn er im kommenden Jahr die »Praxis Bülowbogen« übernimmt, würde der 46jährige seinen Doktortitel am liebsten auf zwei Rädern tragen. Hunold: »Ich arbeite daran.“
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