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Bilder vom MotoGP-Rennen auf Phillip Island, Australien 2015.

MotoGP 2015 Phillip Island, Australien WM-Kampf, Ducati-Power, Baldrian-Tee

Das MotoGP-Rennen auf Phillip Island am 18. Oktober 2015 wird für Motorsport-Fans unvergesslich bleiben. Es bekommt einen ganz besonderen Platz in unseren Gedächtnisregalen.

Sonntagabend. Laptop aufm Küchentisch, daneben alles für eine gute Brotzeit und eine Kanne frisch aufgebrühten Baldriantee. Die Liveübertragung aus Australien begann am Morgen schon ab 6:45 Uhr (MEZ), die SMS mit dem Beruhigungstee-Tipp trudelte gegen Nachmittag ein. Ok. Ab auf die MotoGP-Seite, mit den Videopass-Daten einloggen und – Mist! Marc Marquez' Nase springt auf den Bildschirm und irgendwas mit „50. Sieg“. Super, danke, liebe Seitenbetreiber. Das war’s dann wohl mit der Spannung.

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Die Startaufstellung:

1. Marc Marquez
2. Andrea Iannone
3. Jorge Lorenzo
4. Daniel Pedrosa
5. Cal Crutchlow
6. Maverick Vinales
7. Valentino Rossi
8. Aleix Espargaro
9. Pol Espargaro
10. Andrea Dovizioso
11. Scott Redding
12. Bradley Smith
13. Danilo Petrucci
14. Hector Barbera
15. Jack Miller
16. Eugene Laverty
17. Yonny Hernandez
18. Alvaro Bautista
19. Loris Baz
20. Nicky Hayden
21. Stefan Bradl
22. Mike Di Meglio
23. Anthony West
24. Toni Elias
25. Damian Cudlin

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Das Ergebnis:

1. Marc Marquez
2. Jorge Lorenzo   
3. Andrea Iannone
4. Valentino Rossi
5. Daniel Pedrosa
6. Maverick Vinales
7. Cal Crutchlow
8. Pol Espargaro
9. Aleix Espargaro
10. Bradley Smith
11. Scott Redding
12. Danilo Petrucci
13. Andrea Dovizioso
14. Alvaro Bautista
15. Jack Miller
16. Hector Barbera
17. Yonny Hernandez
18. Loris Baz
19. Eugene Laverty
20. Mike Di Meglio
21. Stefan Bradl
22. Toni Elias
23. Anthony West

Nicht klassifiziert:

Nicky Hayden (9 Runden gefahren)
Damian Cudlin (9 Runden gefahren)

Und was dazwischen passierte:

Der Gewinner ist also schon bekannt, alle anderen Platzierungen ebenfalls. Das war’s dann mit der Spannung? Nix da. Vom Start an, über 27 Runden, war es trotzdem unmöglich sich auch nur ein Butterbrot zu streichen. Der Versuch den Baldriantee von der Kanne in die Tasse zu bekommen, das war Herausforderung genug. Hätte man eine Sekunde die Augen vom Bildschirm genommen, man hätte zu viel verpasst.

Iannone katapultiert sich mit der Ducati-Power gleich nach dem Start auf P1, gefolgt von Lorenzo, Marquez, Pedrosa, Crutchlow und Rossi. Schwupps ist Pedrosa an Marquez vorbei, dann überholt Lorenzo Iannone, Iannone wieder Lorenzo, Marquez überholt Pedrosa, Cal Crutchlow auf P5, Rossi auf P6, Aleix Espargaro auf P7, Vinales auf P8 und überhaupt das gesamt Fahrerfeld noch sehr dicht beieinander. Wir sind in der zweiten Runde.

Kollision zwischen Möwe und Iannone

Hier bekommt auch eine ahnungslose (oder suizidgefährdete – in der Redaktion besteht darüber keine Einigkeit) Möwe zu spüren, was es heißt, sich auf MotoGP-Asphalt zu sonnen. Zu spät fliegt sie in die Höhe und damit gegen die Ducati von Iannone. Den Vogel kostet das das Leben, die Ducati ein bisschen Verkleidung und Iannone die Führung.

Nun ist Lorenzo wieder am Ball. Der Versuch noch vor der Start-Ziel-Geraden eine Lücke rauszufahren gelingt nicht; Iannones Ducati und Marquez‘ Honda saugen sich im Windschatten ran und ziehen an Lorenzos Yamaha vorbei. Gegen die Ducati-Power auf der Geraden sehen aber beide japanischen Bikes alt aus. Iannone geht als erster in die Kurve, gefolgt von Marquez, Lorenzo, Crutchlow, Pedrosa und Rossi. In der Haarnadelkurve versucht es Marquez auf der Bremse, zieht innen vorbei an Iannone, muss sich dann aber weit nach außen tragen lassen. Und es ziehen vorbei: Iannone und Lorenzo. Wir sind gerade einmal in der dritten Runde, die Nerven liegen blank, Kommentator Nick Harris bekommt schon eine kratzige Stimme vom Konstantbrüllen.

Überragende Ducati-Power auf Start-Ziel

Pedrosa und Crutchlow fahren nebeneinander. Crutchlow gewinnt. Dieses Mal. Lorenzo übernimmt wieder die Führung von Iannone, der zieht auf der Start-Ziel-Geraden aber direkt wieder an Lorenzo vorbei. Rossi überholt derweil Pedrosa, hat nun Crutchlow vor sich. Wir sind in der vierten Runde. Die Hand sucht die Tasse mit dem Beruhigungstee, greift ins Leere. Marquez versucht noch mal an Iannone vorbei zu kommen, aber es klappt nicht. Dafür gelingt es Rossi an Crutchlow vorbeizuziehen.

Kurzer Überblick: Wir befinden uns in der vierten Runde. Lorenzo auf P1, Iannone auf P2, Marquez auf P3, Rossi auf P4, Crutchlow auf P5 und Pedrosa auf P6. Und nur eine winzige Lücke zu den beiden Suzuki-Piloten Aleix Espargaro und Vinales. Und in die fünfte Runde über die Start-Ziel schafft es Lorenzo als Erster sich in die erste Rechts zu legen, die Ducati kann dieses Mal nicht an ihm vorbeiziehen.

Fünfte Runde:

Marquez geht an Iannone vorbei, Lorenzo führt weiterhin, Rossi schaut noch von P4 zu. Aber nur kurz. Dann zieht er innen an Iannone vorbei. Und jetzt überholt auch Crutchlow die Ducati, damit landet Iannone auf P5.

Sechste Runde:

Marquez kommt weit raus, Rossi zieht vorbei auf P2, Iannone hat sich P4 von Crutchlow zurückerobert. Kurz darauf überholt Marquez wieder Rossi. Lorenzo führt das Feld weiter an, die Lücke wird größer. Und da geht Rossi wieder an Marquez vorbei und Marquez an Rossi und Rossi wieder an Marquez und dann schießt auch gleich noch Iannone an Marquez vorbei! Tschiesess, wo ist die verflixte Tasse mit dem Baldriantee?! Lorenzo hat 9 Zehntel Vorsprung rausgefahren. Ihm reicht der Vorsprung auf der Geraden, aber Rossi und seine Yamaha werden von der Ducati und auch von der Honda einfach aufgeschnupft.

Belgischer Kreisel jetzt auch im MotoGP?

Siebte Runde: Lorenzo, Iannone, Marquez, Rossi, Crutchlow. Pedrosa leicht abgefallen. Marquez überholt Iannone.
Auch in der achten Runde sind die ersten acht Fahrer noch dicht beisammen. Das geht schon fast in Richtung Belgischer Kreisel, was da an der Spitze zwischen Lorenzo, Iannone, Marquez und jetzt auch Rossi abgeht.

13. Runde: Lorenzo, Iannone, Marquez, Rossi. Nun hat sich die Gruppe deutlicher abgesetzt, Lorenzo führt mit rund sieben Zehntel. Immer noch 13. Runde: Lorenzo, Marquez, Rossi, Iannone.

16. Runde: Pedrosa kämpft mit Crutchlow und Vinales um P5.

17. Runde: Iannone zieht wieder an Rossi vorbei, Marquez überholt Lorenzo und krallt sich die Führung.

21. Runde (noch 7 Runden zu fahren): Auf der Geraden wird Lorenzo – wieder mal – von der Ducati-Power gerichtet und auf P3 verwiesen. Aber nur bis zur nächsten Kurve, da schlüpft er durch das Türchen, das ihm Iannone freundlicherweise öffnet. In derselben Runde erobert Lorenzo sich die Führung wieder zurück.

22. Runde: Eigentlich müsste Rossi auf P4 nun wieder angreifen, aber es ist Iannone. Der überholt Marquez und setzt sich hinter Lorenzo auf P2.

23. Runde: Marquez holt sich P2 von Iannone zurück. Und auch Rossi geht kurz darauf an Iannone vorbei. Und wird – raten Sie mal – von der Ducati auf der Geraden sogleich wieder überholt.

24. Aber jetzt hat Rossi das Messer zwischen den Zähnen. Er zieht wieder innen an Iannone vorbei und macht jeden Spalt, durch den die Ducati schlüpfen könnte, dicht.

Drei Runden vor Schluss krallt sich Rossi Marquez und setzt sich auf P2. Nein, hoppla, doch nicht. Iannone zieht nämlich direkt dahinter an Marquez UND Rossi vorbei! Wie muss sich das für Iannone anfühlen?! Und wie erst für den Altmeister und den amtierenden Weltmeister? Schluck Baldriantee, gefällig?

Noch zwei Runden: Marquez und Iannone liefern sich atemberaubende Zweikämpfe. Am Ende gewinnt Marquez und nimmt die Verfolgung auf Lorenzo auf. Nun sind es Iannone und Rossi, die verbissen kämpfen.

Letzte Runde: Marquez überholt Lorenzo und fährt als erster über die Ziellinie; hinter ihm auf P2 Lorenzo, auf P3 Iannone und auf P4 Rossi.

So, jetzt aber. Ah, hier ist die Tasse. Mist, jetzt ist er kalt.

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